Gangreserve-Anzeige

Das Auf und Ab bei Uhren

 Redaktion
von Redaktion
am 25. Oktober 2011

Was die Tankanzeige in einem Auto, ist sie bei einer Uhr: Die Gangreserveanzeige gibt Auskunft darüber, wie viel Energie ein Uhrwerk gespeichert hat. Das macht nach Ansicht von Experten Sinn für Automatik- und Handaufzugsuhren und ist von erstaunlicher Vielfalt.

Ungewöhnlich: Beim »Radiomir Tourbillon GMT Ceramica« von Panerai trägt das Kaliber P2005-S die Information zur verbleibenden Energie auf der Rückseite
Ungewöhnlich: Beim »Radiomir Tourbillon GMT Ceramica« von Panerai trägt das Kaliber P2005-S die Information zur verbleibenden Energie auf der Rückseite

In der klassischen Mechanik ist die Energie eines Systems seine Fähigkeit, Arbeit zu leisten. Verloren geht dabei nichts – sieht man mal von gewissen Reibungsverlusten ab. Die Newtonschen Gesetze geben Aufschluss darüber, dass sich die Summe der Energien nicht ändert. Was an Energie zugeführt wird, wird in gleichem Maße wieder abgegeben.

Bei mechanischen Uhren bedeutet das: Energie, mittels Automatik- oder Handaufzug zugegeben, wird in die Bewegung von Zahnrädern und schließlich der Zeiger umgewandelt. Wie viel das ist beziehungsweise wie viel davon bleibt, wird allgemein als Gangdauer bezeichnet. Dieser Begriff umschreibt die Zeit, die eine Uhr vom Vollaufzug der Zugfeder bis zu deren Entspannung läuft. Allgemein wird mit der Gangdauer heute auch die Bezeichnung Gangreserve gleichgesetzt.
Wie lange die Gangdauer eines Uhrwerks währt, hängt vom Übersetzungsverhältnis des Räderwerks, von der benötigten Kraft durch zusätzliche Anzeigen oder Komplikationen sowie von der Länge der Zugfeder und damit der Anzahl der Zugfederumgänge ab. Die Gangdauer beträgt bei klassischen Taschenuhren etwa 24 Stunden, bei Großuhren rund sieben Tage und bei normalen Armbanduhren etwa 50 Stunden. Kompliziertere Modelle haben diese Frist mittlerweile deutlich verlängert: Armbanduhren mit einer Gangautonomie von acht bis zehn Tagen leisten diese dank vergrößerter, verdoppelter oder verdreifachter Federhäuser.
 
IWC Portugieser Automatik
IWC Portugieser Automatik
 
 

Denn dem Federhaus kommt bei der Gangdauer die größte Rolle zu. Das Federhaus ist der Energiespender und -speicher des mechanischen Uhrwerks und beherbergt die Zugfeder. Diese wird durch das Aufziehen gespannt und indem sie sich entspannt, treibt sie das Räderwerk an. Das Federhaus hat in seiner Mitte als zentrale Achse den Federkern, auch Federwelle genannt, an der die Zugfeder eingehängt ist und von wo aus die Feder aufgezogen wird. Die Kraftabgabe erfolgt dann am anderen Ende der Feder. Dabei legt sie sich an die Wandung des Federhauses, wobei dieses rotiert. Über eine Verzahnung an der Unterseite des Federhauses erfolgt der Eingriff in das Räderwerk, das nun mit einer sehr langsamen Drehbewegung – etwa einer Umdrehung in sechs Stunden – angetrieben wird.

Der Rechen wird aufgesetzt: Sein Farbverlauf von Weiß nach Rot informiert über die verbleibende Energie des Werks
Der Rechen wird aufgesetzt: Sein Farbverlauf von Weiß nach Rot informiert über die verbleibende Energie des Werks

Um ein Überspannen der Zugfeder zu verhindern, gibt es verschiedene Konstruktionen. Bei Automatikuhren ist die Zugfeder mit einer Bride beziehungsweise einer Schleppfeder ausgestattet, einem Stück aus besonders starkem Federstahl. Es wirkt als Rutschkupplung, da die Schleppfeder bei Vollaufzug im Federhaus nachrutscht.
Bei Handaufzugswerken ist das Federende mit einem Endhaken oder Zaum (einer Handaufzugsbride) versehen, der verhindern soll, dass die Feder bricht. Der Aufzug wird durch den Rücklauf des Sperrkegels gestoppt, der in das Sperrrad eingreift.

Mit linearer, dreidimensionaler Gangreserveanzeige: die Legacy Machine No. 1 von MB&F
Mit linearer, dreidimensionaler Gangreserveanzeige: die Legacy Machine No. 1 von MB&F
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