Hands-on: Davosa Argonautic Lumis Colour

Die kostengünstige, gut ausgestattete Taucheruhr im Check

Alexander Krupp
von Alexander Krupp
am 4. August 2018

Eine Swiss-made-Taucheruhr mit 300 Metern Wasserdichtheit, Keramiklünette, Heliumventil, Tritiumleuchtröhren und Stahlgeflechtband für 868 Euro ist etwas Besonderes. Deshalb haben wir die Argonautic Lumis Colour von Davosa genau unter die Lupe genommen.

Davosa: Argonautic Lumis Colour
Davosa: Argonautic Lumis Colour

Wenn man die technische Beschreibung der Taucheruhr liest und sich anschließend den Preis von 868 Euro vor Augen führt, fragt man sich: Wie kann eine Schweizer Taucheruhr mit so vielen attraktiven Ausstattungsmerkmalen so günstig sein? Im Praxischeck kommen sogar noch hervorragende Gangwerte hinzu: Die Uhr geht auf der Zeitwaage 3,3 und am Arm nur zwei Sekunden pro Tag vor, wobei die Lagen maximal vier Sekunden auseinander liegen. Es handelt sich also entweder um Hexerei, oder Davosa macht an der einen oder anderen Stelle Abstriche in Sachen Verarbeitung. Letzteres ist der Fall, wie die genaue Betrachtung der Testuhr zeigt. Bei den meisten Bauteilen geben sich Vor- und Nachteile die Hand: Die Lünette ist griffig, rastet satt und trägt eine kratzfeste Keramikskala – aber ihre Markierungen kommen nicht exakt auf den Minutenindexen zum Stehen, sondern dazwischen. Das stabile, bis 300 Meter wasserdichte Gehäuse besitzt ein Heliumventil, das angesammelte Atemgase nach dem Aufenthalt in einer Tiefseekammer schonend entweichen lässt – es handelt sich jedoch um ein manuelles Ventil, sodass der Taucher beim Aufsteigen in der Tauchglocke daran denken muss, es von Hand aufzudrehen. Die Krone ist groß und griffig, sitzt aber zu weit in Richtung Gehäuseboden im Kronenschutz, was unschön aussieht, die Bedienung erschwert und manchmal aufs Handgelenk drückt. Zur Beleuchtung der Zeiger und Indexe nutzt Davosa Tritiumgasröhren, die stets gleich stark leuchten – allerdings bleibt der Sekundenzeiger, der bei Taucheruhren als Funktionskontrolle dient, im Dunkeln, und der Lünettenleuchtpunkt aus herkömmlicher Superluminova strahlt nur schwach.

Davosa: Argonautic Lumis Colour Automatic
Spezielle Leuchttechnik: Die Tritiumgasröhren leuchten über Jahre hinweg gleichbleibend stark

Tops und Flops der Davosa Argonautic Lumis Colour

Das hochwertigste Bauteil neben der Keramikskala ist in jedem Fall das Zifferblatt mit seiner attraktiven Rillenstruktur, dem gerahmten Datumsfenster und den jederzeit gut erkennbaren Zeigern und Indexen. Die Tritiumgasröhren strahlen nicht nur über Jahre hinweg gleich bleibend, ohne zu verblassen, sondern bieten bei Davosa auch eine überdurchschnittlich hohe Leuchtkraft. Damit ist zu jeder Tageszeit eine bestmögliche Orientierung auf dem Zifferblatt gegeben. Das gelungene Design vervollständigt ein sogenanntes Milanaiseband aus Stahlgeflecht. Leider ist diese optisch gute Wahl gleichzeitig eine nachteilige in Sachen Qualität: Die herausnehmbaren Glieder zur Bandlängeneinstellung sind mit sehr einfachen Stiften verbunden und von der Seite unschön verlötet, damit sich die kurzen Geflechtstücke nicht lösen. Das Armband endet in einer etwas hakeligen Standardschließe, deren Verschluss, Sicherheitsbügel und Drücker aus gestanztem Blech bestehen. Wer allerdings tatsächlich mit der Davosa tauchen gehen will, kann wahlweise ein massives Edelstahlarmband mit Tauchverlängerung erwerben. Dieses klemmt auch keine Haare ein, wie es beim vorliegenden Milanaiseband hin und wieder der Fall ist.

Schlichte Verarbeitung: Das Milanaiseband der Davosa Argonautic Lumis Colour ist einfach verstiftet und besitzt eine Blechschließe
Schlichte Verarbeitung: Das Milanaiseband der Davosa Argonautic Lumis Colour ist einfach verstiftet und besitzt eine Blechschließe

Insgesamt möchte man angesichts der attraktiven Grundausstattung und Gestaltung der Uhr ausrufen: Bitte etwas mehr Sorgfalt im Detail – dann bezahle ich auch mehr!

Ein ausführliches Datenblatt zu Uhr und Werk inklusive Gangergebnissen, ein Testergebnis nach Punkten sowie weiterführende Infos zur Marke Davosa finden Sie im Test in der Chronos 4.2018.

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