Produkt: Download  “Vergleichstest Weltzeituhren”
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Das kostenlose Chronos eDossier zeigt fünf Manufakturuhren mit Weltzeitanzeige.

Hands-on: Junghans Meister Worldtimer

Wir testen die Weltzeituhr aus Schramberg

Was gibt es doch für komplexe Weltzeituhren – die Senator Cosmopolite von Glashütte Original für etwa 20.000 Euro oder die Lange 1 Zeitzone für knapp 50.000 Euro, den Pilot’s Watch Timezoner Chronograph von IWC für knapp 13.000 Euro oder den Porsche Design 1919 Globetimer UTC für etwa 6.000 Euro – um nur einige populäre Zeitmesser dieser Art zu nennen. Da hält die Schwarzwälder Uhrenfabrik Junghans mit einer verblüffend einfachen Version ganz gut dagegen. Möglich macht das eine Modifikation des Sellita-Automatikkalibers SW330-1. Von Haus aus ist es mit Datum und zweiter Zeitzone über einen 24-Stunden-Zeiger ausgestattet, wie es zum Beispiel Mühle-Glashütte in der Teutonia II Weltzeit zum Einsatz bringt. In der Junghans Meister Worldtimer wird dieser 24-Stunden-Zeiger zur Scheibe, die sich wie die Weltkugel einmal am Tag um sich selbst dreht.

Junghans: Meister Worldtimer
Junghans Meister Worldtimer: Aus der Historie schöpfend, ist der Meister aus dem Schwarzwald jetzt weltweit vernetzt – auf verblüffend einfache und preiswerte Weise.

Auch ihre Justierung scheint profan: Nach der Einstellung der Zeit wird durch Drehen der Krone in ihrer mittleren Position die Scheibe so lange im Stundentakt geschaltet, bis die entsprechende Zeit zum Ortsnamen jener Zeitzone passt, in der man sich gerade befindet, also zum Beispiel 14.00 Uhr für Berlin. Das fehlende Datum macht die Sache noch einfacher. Dessen werkseitige Vorrichtung ist allerdings durch ein Schaltgeräusch etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht deutlich wahrnehmbar.

Anzeige

Ist die Scheibe einmal justiert, zeigt sie die Zeiten von 24 Zonen der Erde – reflektiert durch repräsentative Ortsnamen rund um den Globus – jederzeit richtig an. Ändern muss man die Einstellung nur zur Sommerzeit oder, wenn man auf Reisen eine andere Ortszeit wählt. Wem diese Funktionalität wichtig ist, den stört vielleicht auch nicht, dass eine komplizierte Datumsschaltung fehlt. Und wenn mal ein Ort seine Zeitzone ändert, was ja in der Vergangenheit gelegentlich vorgekommen ist, dann braucht der Meister Worldtimer eben ein neues Zifferblatt. Vor diesem Dilemma stehen schließlich alle Marken, die Weltzeituhren führen.

Der Meister geht im Jubiläumsjahr auf Weltreise

Zur Anzeige der 24 Zeitzonen verfügt das im Falle unserer Testversion matt versilberte Zifferblatt über vier kreisbogenförmige Durchbrüche. Dahinter sind auf einer anthrazitfarbenen Scheibe die Stunden des Tages weiß und die der Nacht schwarz verzeichnet. Denen des Tages fehlt es dabei etwas an Kontrast – ebenso wie jenen Ortsnamen, die im inneren Kreis um die Zifferblattöffnungen herum in Beige auf den hellen Hintergrund aufgebracht sind. Die Ortsnamen des äußeren Kreisen erkennt man in Schwarz wesentlich besser. Die Zeit wird über spitz zulaufende Zeiger angezeigt, die bei Dunkelheit sogar leuchten, wobei Minuten- und Sekundenzeiger am Ende jene typische Krümmung erfahren, die für Junghans-Uhren im Retro-Look verbreitet ist. Hinter dem ebenso signifikanten, stark randgewölbten Saphirglas, das es für die Meister Worldtimer auch als stilechtes Hartplexiglas gibt, trifft die moderne, globalisierte Zeitanzeige auf die große Vergangenheit des deutschen Uhrenherstellers im tiefen Schwarzwald. Die Meister-Linie entstand hier in den 1930er-Jahren und erlebte ihre Blütezeit Mitte des letzten Jahrhunderts. In dieser Zeit wurden in Schramberg zahlreiche Kaliber entwickelt, die edelsten erhielten das Prädikat “Meister” und kamen in den gleichnamigen Uhren zum Einsatz. In Anlehnung an diese historischen Meisterleistungen hat Junghans die Linie zum 150-jährigen Bestehen der Uhrenfabrik im Jahr 2011 neu aufgelegt. Im 160. Jahr geht sie nun mit der Meister Worldtimer auf Weltreise. Wer hätte das vor mehr als hundert Jahren gedacht?

Junghans: Meister Worldtimer liegend
Die Junghans Meister Worldtimer kostet 1.790 Euro

Der Mythos macht auch vor dem Gehäuse nicht Halt. Von der Seite aus betrachtet, zeichnet es die typischen Retro-Linien mit hoch gewölbtem Saphirglas, weit herunter gezogenen schmalen Bandanstößen und sich zum Boden hin verjüngenden Gehäuse nach. Einen Glasboden kannte man vor hundert Jahren auch noch nicht. Hinter diesem mit fünf Schrauben befestigten Fenster kommt heute das reichlich verzierte und von Junghans als J 820.5 bezeichnete Automatikwerk zum Vorschein. Es läuft ordentlich und mit geringen Differenzen zwischen den einzelnen Lagen.

Nicht zuletzt ruft selbst das graubraune Lederarmband mit seiner schlichten vergoldeten Dornschließe die Vergangenheit in unserer globalisierten Welt auf.

MaRi

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