Hands-on: Lehmann Schramberg Intemporal Keramik

Die neue Keramikuhr von Lehmann Schramberg im Praxischeck

Alexander Krupp
von Alexander Krupp
am 12. Dezember 2017

Mit der hellen Modellversion der Intemporal Keramik entfesselt Lehmann Schramberg einen Sandsturm am Handgelenk. Und tatsächlich würde das kratzfeste Keramikgehäuse anprallenden Sandkörnern problemlos widerstehen. Außerdem besitzt die Armbanduhr im Gegensatz zu allen anderen Lehmann-Modellen eine verschraubte Krone, die das Innere auch bei starker Schweißbildung vor Feuchtigkeit schützt.

Lehmann Schramberg: Intemporal Keramik (7.250 Euro)
Lehmann Schramberg: Intemporal Keramik (7.250 Euro)

Sportlichkeit signalisiert nicht nur das schwarze Gehäuse, sondern auch die größeren Leuchtmassefelder am äußeren Ende der komplex geformten Indexe. Diese sind, genauso wie die Datumsscheibe, in ihrer Farbe erfreulicherweise auf das Zifferblatt abgestimmt. Genauso stimmig ist die Wahl eines schwarz beschichteten Metallrotors statt des transparenten Saphirglasrotors, den Lehmann sonst nutzt. Durch seine Aussparungen lassen sich die markentypischen Mikrogravuren auf den Werkbrücken immer noch recht komfortabel betrachten. Hier wählt Lehmann eine Rhodiumbeschichtung ohne die sonst übliche hauseigene Vergoldung der Vertiefungen.

Markeneigene Mikrogravuren: Das Automatikkaliber LS0003 basiert auf dem Eta 2892
Markeneigene Mikrogravuren: Das Automatikkaliber LS0003 basiert auf dem Eta 2892

Welches Werk tickt in der Lehmann Schramberg Intemporal Keramik?

Wie die meisten Uhrwerke der Schramberger Marke basiert das Kaliber LS0003 auf dem Rädersatz des Eta 2892, und die Hemmung samt Feinregulierung stammt vom Eta 2824. Lehmann verwendet die Qualitätsstufe „Top“, die theoretisch chronometertauglich ist, aber von der Eta nicht zum Chronometertest eingeschickt wird. Das übernimmt Lehmann selbst und lässt die komplett montierten Uhren von der Prüfstelle in der Glashütter Sternwarte als deutschen Chronometer zertifizieren. Die Gangwerte bestätigen das: Die Uhr läuft auf der Zeitwaage mit +0,8 Sekunden pro Tag perfekt, und die Lagenabweichung ist mit drei Sekunden ebenfalls gering. Beim Tragetest ließ sich überhaupt keine Abweichung von der Funkuhr feststellen.

Sicherheit geht vor: gehärtete Doppelfaltschließe mit Sicherheitsdrückern
Sicherheit geht vor: gehärtete Doppelfaltschließe mit Sicherheitsdrückern

Zusammen mit dem gut verarbeiteten Kalbslederband und der Sicherheitsfaltschließe mit gehärtetem Außenbügel und Drückern ergibt sich ein hochwertiger Gesamteindruck, der den Preis von 7.250 Euro rechtfertigt – wenngleich die Marke Lehmann Schramberg noch ein kleiner Name in der Uhrenindustrie ist. Die Farbe ist Geschmackssache, aber in jedem Fall ein Hingucker. Und wer beim Anblick seines Zeitmessers lieber an eine sternenklare (Wüsten-)Nacht als an einen Sandsturm denkt, wählt die Intemporal Keramik in Schwarz.  ak

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