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Breitling, IWC, Omega – wer geht als Testsieger unter den Taucheruhren hervor? Das UHREN-MAGAZIN zeigt es.

Hands-on: Panerai Submersible Marina Militare Carbotech

Wir haben die für das Kampftauchen konzipierte Uhr getestet

Die Submersible Marina Militare Carbotech ist die technische Speerspitze von Panerais neu vermarkteter Submersible-Kollektion. Wir finden, dass diese robuste, für das Kampftauchen konzipierte Uhr auch durchaus im zivilen Breich an Land ein aussagekräftiges Statement abgibt.

Panerai: Submersible Marina MiIitare
Einsatzbereit: Die Submersible Marina Militare Carbotech ist mit einem 47-Millimeter-Gehäuse aus einem Hightech-Karbonmaterial und einem automatischen Manufakturwerk mit drei Tagen Gang- autonomie ausgestattet.

Viele Paneristi, besonders die echten Tauchenthusiasten, haben vermutlich die Entscheidung Panerais, die traditionell zur Luminor-Familie gehörende Submersible-Linie als eine eigenständigere Kollektion innerhalb des Produktangebots zu stärken, begrüßt. Dieser Schritt ermöglicht es der Marke, aus einem neuen Kapitel ihrer Geschichte zu schöpfen, über das erstaunlicherweise wenig berichtet wird.

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Trotz Panerais Wurzeln, die bis in die 1930er-Jahre reichen und in der Herstellung von Zeitmessern für die italienischen Marinetaucher liegen, ist es eine Weile her, dass Panerais Zeitmesser als »echte Taucheruhren« in einer Liga spielten, in der zum Beispiel die Rolex Submariner, die Blancpain Fifty Fathoms oder die Omega Seamaster zuhause sind. Ein Grund dafür mag darin liegen, dass Panerai sich heute eher als maskulines Luxusaccessoire denn als Toolwatch definiert – dank sei Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger.

Eine weitere unbestrittene Tatsache ist, dass die meisten modernen Panerai-Uhren, die nicht mit einer einseitig drehbaren Taucherlünette ausgestattet sind, nicht die Anforderungen der heute geltenden Tauchnormen erfüllen. Nebenbei bemerkt, verfügen die Radiomir-Modelle, die auf die ersten Uhren des Unternehmens zurückgehen, noch nicht einmal über die patentierte Kronenschutzbrücke, die für die Wasserdichtheit sorgt. Die einzigen, die das könnten, sind die früheren Luminor Submersibles, die sowohl mit einer Taucherlünette als auch mit einem Kronenschutz ausgestattet sind und einen unmissverständlich militärischen und zweckmäßigen Look aufweisen.

Diese Modelle standen in den letzten Jahren jedoch weniger im Mittelpunkt als die beiden Hauptkollektionen. Mit der Submersible als eigenständige Kollektion kann Panerai sowohl an das nautisches Vermächtnis anknüpfen, als sich auch als Marke für ambitionierte Taucher und andere Outdoor-Abenteurer etablieren.

Starke Performance des 47 Millimeter großen Gehäuses

Die Submersible Marina Militare Carbotech von 47 Millimetern Gehäusedurchmesser ist ein tiefschwarzes ‘Statement-Piece’, das jedoch auch unter einer Hemdmanschette ziemlich cool aussieht, natürlich nur solange diese nicht zu eng geknöpft ist, denn die Uhr hat zusätzlich zu ihrem großzügigen Durchmesser beachtliche Proportionen.

Panerai: Submersible Marina MiIitare
Patentierter Kronenschutz: Er trägt zu der hohen Druckfestigkeit von 30 Bar, was den Verhältnissen in etwa 300 Meter Wassertiefe entspricht, bei.

Als eines der Flaggschiffe der überarbeiteten Submersible-Kollektion, die sich auf ihren Zifferblättern durch den bei zwölf Uhr aufgebrachten Schriftzug “Panerai Submersible” vom vorherigen “Luminor Submersible Panerai” unterscheiden, besteht das neueste Modell von Kopf bis Fuß beziehungsweise von der Lünette über das Mittelteil des Gehäuses bis hin zu den Bandanstößen und sogar zur Kronenschutzbrücke aus Carbotech, einem Material das Panerai im Jahr 2015 in die Welt der Uhren einführte. Dessen Struktur ist so konzipiert, dass sowohl die Optik als auch die Performance optimal zur Geltung kommen. Um die Platten zu formen, die dem Gehäuse später sein unverwechselbares Aussehen verleihen, werden dünne Lagen aus Kohlenstofffasern bei kontrollierter Temperatur unter hohem Druck zusammen mit einem High-End-Polymer, PEEK (Polyetheretherketon), komprimiert, welches das Material bindet und es so noch fester und widerstandsfähiger macht. Für eine gleichmäßige Ästhetik kommen besonders lange Kohlenstofffaserschichten zum Einsatz. Sie werden so übereinandergelegt und zusammengepresst, dass die Fasern jeder Schicht in einem anderen Winkel als die darüber und darunter liegenden angeordnet sind. Das Ergebnis ist ein Werkstoff mit vielfältigen Vorteilen und besseren Eigenschaften als ähnliche, in der Uhrmacherei verwendete Materialien wie etwa Keramik und Titan. Carbotech ist laut Panerai leichter als beide, korrosionsbeständiger und hypoallergen. Ästhetisch gesehen besitzt das Material eine unebene, mattschwarze Anmutung mit einer fast holzmaserartigen Textur, die sich je nach Zuschnitt ändert. Dadurch wird jedes Objekt aus diesem Material zu einem echten Unikat.

Panerai: Submersible Marina Militare von der Seite
Stark strukturiert: Das tonneauförmige Mittelteil des Gehäuses weist die typische Textur von Carbotech auf.

Durch das geringe Gewicht liegt die Uhr trotz ihrer imposanten Größe angenehm am Handgelenk. Fährt man über die Mitte des tonneauförmigen Gehäuses, spürt man die Härte und Geschmeidigkeit zugleich. Im Gegensatz zu den vielen Fotos, die Panerai von den Carbotech-Modellen veröffentlicht hat, besitzt die wellige, übereinander gelagerte Textur in echt eine sehr subtile Anmutung – ein weiterer Pluspunkt, wenn man diese Submersible als Dresswatch tragen möchte. Die Bandanstöße sind markant gebogen, der Gehäuseboden ist flach, dennoch liegt er angenehm am Handgelenk an. Die Lünette erzeugt ein deutliches Klickgeräusch – genau 60 Mal, eines für jede Minute der Tauchzeit – das wahrscheinlich im ganzen Raum zu hören ist. Im Design der Lünette unterscheidet sich die der Submersible Marina Militare Carbotech am deutlichsten von anderen Taucheruhren, nicht nur in Bezug auf das für Carbotech-typische Wirbelmuster. Die noppenartigen Reliefpunkte, die sich von der leicht gekrümmten Oberfläche abheben, weisen eine mit Leuchtmasse gefüllte Markierung bei zwölf Uhr, kleinere Punkte mit Nummerierung bei den 15-, 30- und 45-Minuten-Positionen sowie bei allen fünf Minuten-Markierungen einfache Punkte auf. Diese Anordnung geht zurück auf die historische L’Egiziano. Diese heute berühmte massige Taucheruhr mit einem Gardemaß von stolzen 60 Millimetern Durchmesser wurde 1956 von der Ägyptischen Marine in Auftrag gegeben.

Damals diente die Anordnung einem handfesten Zweck: Die nummerierten Markierungen zeigten die Tauchzeit an und die drehbare Lünette konnte auch mit dicken Tauchhandschuhen bedient werden. Unabhängig von der Größe der Finger- spitzen lässt sich die Lünette der Submersible Marina Militare Carbotech dank der geriffelten Oberfläche leicht bedienen. Gleiches gilt für die verschraubbare Krone, allerdings stößt man wegen der großen Kronenschutzbrücke an die Grenzen, wenn man die Uhr am Handgelenk trägt. Sie wird sicher von eben dieser patentierten Schutzeinrichtung aus Carbotech gehalten, deren schwenkbarer Verriegelungsmechanismus sich leicht aus seiner gechlossenen Position herausziehen lässt, wenn man die Uhr aufziehen möchte. Sobald das geschehen ist, muss man den Hebel einfach zurückdrücken, um die Krone erneut fest zu verankern und damit die Wasserdichtheit von 300 Metern sicherzustellen.

Camouflage für das Zifferblatt

Das Karbonzifferblatt spiegelt mit einem eingeätzten Kohlenstoffpartikelmuster den ebenholzmäßigen Tarnlook der Uhr wider. Durch die Lupe betrachtet, kommt die Feinheit zum Vorschein, wenn auch etwas verblendet bei bestimmten Lichtverhältnissen. Bei zwölf Uhr liegt ein doppelter fluoreszierender Strichindex, bei sechs Uhr ein einzelner, die Stunden werden durch ebenfalls nachleuchtende Punkte markiert. Das Datum bei der Drei fügt sich in Weiß auf Schwarz in das Farbschema ein, während bei neun Uhr die Kleine Sekunde integriert ist. Mit vier kleinen Strichindizes und acht Punkten weist sie die gleiche Struktur wie das Hauptzifferblatt auf. Alle Indizes und Zeiger sind mit einer großzügigen Portion Superluminova belegt, wie das kraftvolle Nachleuchten der Uhr, die einen ganzen Tag lang ein ausgiebiges Sonnenbad nehmen durfte, beweist. Der kleine tropfenförmige Sekundenzeiger durchläuft das Hilfszifferblatt mit einer Geschwindigkeit, die dem bloßen Auge langsam und gemächlich erscheinen mag, misst die Zeit jedoch in vorbildlicher Präzision.

Panerai: Submersible Marina Militare bei Nacht
Leuchtstark: Die Elemente der Zeitanzeige, inklusive der Kleinen Sekunde, leuchten im Dunkeln dank großzügiger Superluminova-Auflagen intensiv.

Hinter dem soliden Gehäuseboden, der nicht aus Carbotech, sondern aus schwarz beschichtetem Titan besteht und damit perfekt auf das monochrome Erscheinungsbild abgestimmt ist, verrichtet Panerais Kaliber P.9010 seinen Dienst. Das Werk stammt aus eigener Produktion und wird im malerischen Neuenburg in der Schweiz gefertigt. Es ist mit einem bidirektionalen Rotor ausgestattet und bietet dank zweier Federhäuser eine Gangautonomie von 72 Stunden oder drei Tagen. Wie andere Manufakturwerke von Panerai ist es mit einem Sekundenstopp und einem in Stundenschritten vor- und rückwärts verstellbaren Stundenzeiger ausgestattet. Dieser Mechanismus erweist sich als praktisch, wenn man die Zeitzone anpassen oder schnell das Datum ändern will.

Ein Präzisionsinstrument für Unterwassereinsätze

Die zahlreichen Gravuren auf dem Gehäuseboden führen den Marken- und Modellnamen sowie die Wasserdichtheit an. In der Mitte prangen ein stilisierter Kampftaucher und der neue Slogan der Submersible-Kollektion “Survival Instruments” – ein weiterer Beleg dafür, dass Panerai hier an den militärischen Aspekt aus der Geschichte anknüpft. Die Uhr sitzt an einem segmentierten schwarzen Kautschukarmband, das auf beiden Oberflächen mit dem historischen “OP” -Emblem (Officine Panerai) verziert ist, und wird mithilfe einer trapezförmigen Dornschließe am Handgelenk befestigt. Sie ist aus dem gleichen geschwärzten Titan wie der Gehäuseboden gefertigt und trägt ebenfalls das Panerai-Logo. Die Panerai Submersible Marina Militare Carbotech kostet 18.900 Euro. Das ist ein stolzer Preis für einen Zeitmesser, der seine Identität als Toolwatch definiert.

Gehäuseboden der Panerai: Submersible Marina Militare
Massiver Gehäuseboden: Er besteht aus geschwärztem Titan und ist mit einem Kampfschwimmer der italienischen Marine sowie dem Schriftzug “Survival Instruments” graviert. Das Kautschukband ist taucherprobt.

Zum Vergleich: Die 42 Millimeter große Submersible PAM00973 ist im Edelstahl-Outfit ab 8.500 Euro zu haben. Trotz der Preislage dürfte der Zeitmesser gut betuchte Paneristi ansprechen. Besonders jene, die den technischen Fortschritt der Marke, für den Carbotech steht, zu schätzen wissen. Panerais Geschichte ist nicht nur durch das militärische Kampftauchen geprägt, sondern auch durch viele Innovation – von der Erfindung des Leuchtmaterials für die Ablesbarkeit beim Tiefseetauchen über den emblematischen Kronenschutz bis hin zu modernen Materialien wie Carbotech und BMG-Tech. Und die Submersible ist heute wie damals das perfekte Vorzeigemodell, die neuesten Errungenschaften Panerais zu präsentieren.

Text: Mark Bernardo und Sabine Zwettler

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