Produkt: Download: Porsche Design Monobloc Actuator und Porsche 911 GT3 im Test
Download: Porsche Design Monobloc Actuator und Porsche 911 GT3 im Test
Chronos testet den Chronographen Porsche Design Monobloc Actuator zusammen mit einem Porsche 911 GT3 auf der Rennstrecke.

Hands-on: Porsche Design 1919 Globetimer UTC und Porsche Macan Turbo

Die Kunst des schnellen Schaltens

Die raffinierte Zeitzonenuhr von Porsche Design wechselt genauso schnell die Zeitzonen wie das Doppelkupplungsgetriebe des neuen Macan Turbo die Gänge. Wir waren mit beiden auf Autobahn und Passstraße unterwegs.

Porsche Design Globetimer 1919 UTC

Der Macan knallt im Sport-Plus-Modus die Gänge rein, als wäre er für die Rennstrecke entwickelt. Das Doppelkupplungsgetriebe hat stets schon den nächsten Gang parat, und wenn man an den Schaltwippen hinterm Lenkrad zieht, öffnet die eine Kupplung, während die andere schließt. Dieses Schalten ohne Zugkraftunterbrechung kennt man auch von anderen Herstellern, aber die Geschwindigkeit ist beim Porsche Macan atemberaubend: In 4,3 Sekunden hechtet der SUV von null auf hundert.

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Auch die 1919 Globetimer UTC von Porsche Design besitzt zwei Drücker, die wie die Lenkradpaddel beim Macan mit „+“ und „–“ gekennzeichnet sind. Damit schaltet man den Zeiger für die Ortszeit um eine Stunde vor oder zurück. Dabei springt auch das Zeigerdatum, wenn man die Datumsgrenze überschreitet. Ein rundes Fenster auf der linken Zifferblattseite zeigt an, ob Tag oder Nacht ist.

Die Einstellung funktioniert so einfach und schnell, dass man sich fragt, warum das nicht jede Marke so macht. Denn nach wie vor läuft die Einstellung bei den meisten Zeitzonenuhren über die Krone und kann daher leicht dazu führen, dass man die Zeit verstellt, wenn sich die Krone in der falschen Position befindet. Zudem gibt es dann keine Schnellverstellung fürs Datum, was auch recht nervig sein kann. Bei der 1919 Globetimer UTC bleibt die Datumsschnellverstellung dagegen erhalten.

Die Antwort auf die Frage, warum das nicht jeder Hersteller so macht: Der Umbau ist sehr aufwendig. Porsche Design hat ihn zusammen mit dem Mechanikspezialisten Dubois-Dépraz auf Basis des Schweizer Automatikkalibers Sellita SW 200 realisiert. Neben der einfachen Einstellung gehörten auch besondere Designvorgaben zu den Anforderungen. So sollten die Drücker elegant in der Mitte des Gehäuses sitzen, obwohl der Mechanismus auf der Zifferblattseite liegt. Und das Fensterdatum wurde durch ein Zeigerdatum ersetzt. Mit dem 24-Stunden-Zeiger für die Heimatzeit kommen nun fünf Zeiger aus dem Zentrum, was die Konstruktion nicht einfacher macht. Trotzdem verfügt das Werk über ein Chronometerzertifikat und die höchste Qualitätsstufe mit Glucydur-Unruh und Nivarox-1-Spirale.

Der Macan Turbo fühlt sich auf Schnee und Eis ebenso wohl wie auf der Autobahn bei 270 km/h

Die Ganggenauigkeit liegt dann auch bei uns am Arm bei sehr guten +1 bis +2 Sekunden – übrigens unabhängig davon, wie wild wir es mit dem Macan Turbo und seinem Biturbo-V6 mit 440 PS treiben. In zu schnell angegangenen Haarnadelkurven rund um Zell am See spielt er dann doch eher SUV als 911 und schiebt gutmütig über die Vorderräder. Leistungsübersteuern ist jedoch ebenfalls möglich, denn der Allradantrieb wurde hecklastig ausgelegt. Vor allem kann er es aber auch ganz entspannt angehen: Denn dreht man den Mode-Schalter am Lenkrad von Sport Plus oder Sport auf Normal, zeigt sich der Macan von einer überraschend komfortablen Seite. Die Porsche-präzise Lenkung arbeitet mit der optionalen Luftfederung genial zusammen. Trotz der fast sportwagentypischen minimalen Wankbewegungen spürt man keine Vibrationen, und selbst mit den bei uns montierten 21-ZollF elgen filtert der Macan Turbo alle Grobheiten des Belags heraus und gibt dabei so viel Rückmeldung, wie man es sich von einem fahraktiven Wagen wünscht.

Die Seitenwangen der bequemen Sitze lassen sich elektrisch verstellen und bieten daher jeder Statur ausreichend Platz und Seitenhalt. Das Armband der Globetimer UTC besteht aus dem gleichen geschmeidigen Leder wie die Sportsitze. So liegt die Uhr angenehm am Arm, passt aber wegen  ihrer vorgegebenen Wölbung nicht an jedes Handgelenk gleich gut. Die sehr schön gemachte Doppelfaltschließe lässt sich wie eine Dornschließe in der Länge verstellen und verbessert mit dem sich warm anfühlenden Material Titan den Tragekomfort.

Mit der Globetimer am Arm und im Macan reist man auch mit der ganzen Familie bequem lange Strecken und dank Allrad gerne auch in die Berge und in den Schnee. So wie wir nach Zell am See zum spektakulären GP Ice Race fahren, bei dem Sportwagen aller Baujahre und Couleur übers Eis driften und Skifahrer hinter sich herziehen. Bis heute ist der nahegelegene Gutshof Schüttgut Sitz der Familie Porsche, und hier befindet sich seit 1974 auch das vom 911 Designer gegründete Studio F. A. Porsche, wo von der Segeljacht über das Besteckset bis zur Porsche-Design-Uhr interne und externe Projekte gestaltet werden. Als Reverenz an die Herkunft ersetzt auf dem Gehäuseboden bei der Skala mit den 24 Zeitzonen Zell am See die übliche Angabe Paris.

Reverenz an den Ort, an dem das Design der Uhr entstand: Zwischen London und Kairo liegt die Zeitzone Zell am See

Bei Macan und Globetimer UTC begeistern die hohe Designqualität und die ausgezeichnete Verarbeitung. Bei der Uhr fällt vor allem das detailreiche Zifferblatt mit der satinierten Datumsskala, den aufgesetzten Indexen und dem versenkten Porsche-Design-Logo auf sowie das durchbrochene perlgestrahlte Mittelteil des 42-Millimeter-Titangehäuses mit der polierten Lünette und dem polierten unteren Teil. Der Macan zeigt das detailreiche Design zum Beispiel beim Multifunktions-GT-Sportlenkrad mit seinen ebenfalls durchbrochenen Speichen, den sichtbaren Inbusschrauben und den integrierten Bedienelementen.

Porsche-typisch nimmt die Mitte des Kombiinstruments der Drehzahlmesser ein. Der ebenfalls analoge Tacho links daneben zeigt sich mit Schwarzweißkontrasten gut ablesbar, auch wenn es auf der Skala etwas eng zugeht. Bei der Porsche-Design-Uhr lässt sich die Ortszeit ebenfalls schnell erfassen. Für Zeigerdatum und Heimatzeit benötigen Lesebrillenträger aber ihre Sehhilfe.

Wie Porsche Design mit dem innovativen Einstellsystem für die zweite Zeitzone, so beweist auch Porsche immer wieder mit technischen Weiterentwicklungen und Verbesserungen seine Kompetenz als Autobauer. So verfügt der Macan Turbo über die neue Porsche Surface Coated Brake (PSCB), bei der eine Wolframcarbidschicht auf den Bremsscheiben für bis zu 90 Prozent weniger Bremsstaub sorgt. Die Technik gibt sich durch weiß lackierte Bremssättel zu erkennen.

Porsche Macan Turbo und Porsche Design Globetimer UTC – eine Kombination, die nicht nur Chronos-Redakteur Jens Koch Spaß macht

Der Macan Turbo unterscheidet sich als stärkste Variante nur durch die drei größeren Lufteinlässen vorn. Fürs Überholprestige muss es also nicht die Topmotorisierung sein. Mit knapp 92.000 Euro kostet der Turbo üppige 32000 Euro mehr als die Basisvariante und 26.000 Euro mehr als der Macan S, den auch schon ein V6 mit ordentlichen 354 PS antreibt.

Unsere Testuhr mit Lederband kostet 5.950 Euro. Das erscheint  für ein auf einem Großserienwerk basierendes Kaliber recht viel. Es kommt aber darauf an, was man daraus macht. Und wie der Macan inklusive seines Motors auf Audi-Technik basiert, sich aber anfühlt wie ein Porsche, so begeistert die 1919 Globetimer UTC mit ihrem innovativen Bedienkonzept. Dieses entspricht der Porsche-Design-Philosophie, dass die Funktion nie hinter dem Design zurückstehen darf.

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