Hands-on: Seiko Prospex SLA017 – Hommage an die erste professionelle Seiko-Taucheruhr 62MAS

Die Taucheruhr Seiko Prospex SLA017 im Test. Ist Seiko die Neuauflage der Taucheruhr gelungen?

Robert-Jan Broer
von Robert-Jan Broer
am 4. September 2017

Zu den Uhren, auf die ich mich bei der Baselworld 2017 besonders gefreut hatte, zählte die Seiko SLA017 Taucheruhr aus der Prospex-Linie. Eine limitierte Edition und eine Hommage an die legendäre Seiko 62MAS, die erste professionale Taucheruhr von Seiko aus dem Jahr 1965.

Seiko: First Diver’s Re-creation Limited Edition Prospex SLA017
Seiko: First Diver’s Re-creation Limited Edition Prospex SLA017

Seikos SLA017 Taucheruhr

Bereits vor der Baselworld kursierten Gerüchte, dass Seiko mit der Neuauflage der berühmten und legendären 62MAS, Referenz 6217-8000/1, aus dem Jahr 1965 etwas ganz Besonderes vorstellen würde. (Einen ausführlichen Bereicht zur 62MAS von Michael Stockton finden Sie hier.). Außer einigen Bildern aus dem Baselworld-Katalog gab es bis zur Eröffnung der Messe jedoch wenig Information über diese neue Uhr.

In Basel hatten wir von Fratellowatches zwei Meetings mit Seiko. Weil wir zu sechst unterwegs waren, mussten wir einige Termine unter uns aufteilen. Da aber die meisten von uns echte Seiko-Fans sind, hatten wir um zwei Termine gebeten, damit wir alle in den Genuss der Seiko-Neuheiten 2017 kommen konnten.

Vergleich zum Original: Taucheruhr 62MAS

Michael Stockton hat uns seine 62MAS von 1965 zur Verfügung gestellt, damit wir sie mit der neuen Seiko SLA017 Taucheruhr vergleichen können.

Die Seike 62MAS von 1965 besitzt ein anthrazitfarbenes Zifferblatt mit Sonnenschliff
Die Seike 62MAS von 1965 besitzt ein anthrazitfarbenes Zifferblatt mit Sonnenschliff

Die Seiko-Referenz 6217-8000/1, besser bekannt als Seiko 62MAS („autoMAtic Selfdater“), war die erste echte Taucheruhr von Seiko. Punkt. Wie Stockton in seinem Artikel schreibt: „Alle professionellen Seiko-Taucheruhren haben zumindest einige Konstruktionsmerkmale von dieser Uhr übernommen, wie man auf den Bildern sehen kann. Dazu zählen zum Beispiel die Schrift auf der Lünette, die Farbe des Zifferblatts und die Indizes, die zum Teil bis heute mit den Zeitmessern der Gegenwart eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen.“ Und falls Sie ein Fan der Taucheruhren von Seiko sind, stand diese Referenz 62MAS bestimmt auf ihrer Liste. Stand! Denn Seiko bietet nun eine Alternative in der „ProsPex“-Kollektion (der Name steht für „Professional Specifications”), und zwar die Taucheruhr SLA017.

Aber bevor wir zur neuen Seiko SLA017 Taucheruhr kommen, wollen wir zunächst noch ein wenig über die Referenz 6217 oder 62MAS berichten. Wie ich bereits erwähnt habe, wurde die Uhr 1965 als professionelle Taucheruhr auf den Markt gebracht. Ein Markt, auf dem Rolex mit der Submariner und Omega mit ihrer Seamaster 300 präsent waren. Nebenbei bemerkt: Später gab es die gleiche Konstellation, als Omega die PloProf und Rolex die Sea-Dweller lancierte, stellte Seiko die „Grandfather Tuna”, Referenz 6159-7010, vor. Wie auch immer, die Seiko 62MAS besaß ein Gehäuse mit 37 Millimetern Durchmesser, bot eine Datumsfunktion, eine beidseitig drehbare Lünette, ein nachleuchtendes Zifferblatt sowie nachleuchtende Zeiger, einen verschraubten Gehäuseboden und das automatische Kaliber 6217 mit 18.000 Halbschwingungen in der Stunde und ohne Sekundenstopp. Sie wies eine Wasserdichtheit von 150 Metern auf.

Vergleich: die Neuauflage Prospex SLA017 und das Original aus dem Jahr 1965, die 62MAS
Vergleich: die Neuauflage Prospex SLA017 und das Original aus dem Jahr 1965, die 62MAS

Als Seiko uns die neue SLA017 Taucheruhr zeigte, waren wir sofort beruhigt, denn sie haben ihre Sache wirklich gut gemacht. Ein kleines bisschen größer als die originale Seiko 62MAS Referenz 6217, aber mit einem Durchmesser von 39,9 Millimetern immer noch sehr gut tragbar und nicht zu groß. Wie auf dem oberen Bild erkennbar, müsste man vermutlich zwei Mal hinschauen, um zu erkennen, dass die neue Seiko SLA017 ein wenig größer als die 62MAS ist.

Auch das Zifferblatt der Seiko Prospex SLA017 bleibt dem Original weitestgehend treu.
Auch das Zifferblatt der Seiko Prospex SLA017 bleibt dem Original weitestgehend treu.

Was mir so an der originalen Seiko 62MAS gefällt, ist die fantastische Zifferblattfarbe und das Finish, wie man oben sehen kann. Ein anthrazitfarbenes Zifferblatt mit Sonnenschliff, wunderschönen Stundenindizes, aufgesetztem Seiko-Logo und einem Datumsfenster. Die neue Seiko SLA017 Taucheruhr bleibt dem Original ganz klar treu. Bei Seiko war Nobuhiro Kosugi verantwortlich für das gesamte Redesign der neuen Seiko SLA017. Neben dem Zifferblatt sieht man auch die schlanke Lünette und das schlanke Profil des Edelstahlgehäuses, das der 62MAS ähnlich ist. Sie haben wirklich einen tollen Job gemacht. Ich bin der festen Überzeugung, dass man viele Seiko-Fans hinters Licht führen könnte, wenn man mit der SLA017 am Arm bei einem Vintage-Seiko-Get-together auftaucht. Die Schrift auf dem Zifferblatt – zum Beispiel 200 statt 150 Meter – würde den Bluff vielleicht aufdecken.

SLA017 – limitiert 2.000 Stück

Die neue Seiko SLA017 Taucheruhr, limitiert auf lediglich 2.000 Exemplare, ist seit Juli auf dem Markt. Der Kostenpunkt von 3.800 Euro hat bereits online und offline zu Diskussionen geführt. Zweifellos liegt die Preisgestaltung eher im oberen Bereich. Ganz ehrlich: Für 3.800 Euro kann man zwei Seiko 62MAS kaufen. Dazu müsste man jedoch erst einmal eine finden, und – was vielleicht noch wichtiger ist, das Risiko eingehen, ein Exemplar zu erhalten, das repariert oder überholt werden muss. Das kostet natürlich auch einiges an Geld und ganz sicher an Zeit, da es schwierig ist, an Ersatzteile heranzukommen.

Die Gehäuserückseite der Seiko Prospex SLA017 zeigt das Delfin-Emblem, das auch die 62MAS besaß
Die Gehäuserückseite der Seiko Prospex SLA017 zeigt das Delfin-Emblem, das auch die 62MAS besaß

Natürlich ist diese Uhr von heute mit einem speziell gehärteten Gehäuse für besondere Widerstandsfähigkeit, einem gewölbten und entspiegelten Saphirglas und dem (berühmten) Kaliber 8L35 ausgestattet. Dieses Werk basiert auf dem Grand-Seiko-9S55 und kommt zum Beispiel auch in der Seiko Marinemaster 300 zum Einsatz.

Das Kaliber 8L35 ist speziell auf die Bedürfnisse des Tauchens zugeschnitten und wird von Seikos erfahrenen Uhrmachern im Shizuku-ishi Uhrenstudio in Morioka im Norden Japans hergestellt. 2015 habe ich diese Manufaktur in Japan im Rahmen der „Seiko Media Experience“ besucht und ich kann nur sagen, das war sehr beeindruckend. Es hat mir klargemacht, mit viel Engangement, Qualität und Liebe zum Detail (Grand) Seiko seine Uhren fertigt.

Die Krone der Prospex SLA017 mit Seiko-Schriftzug
Die Krone der Prospex SLA017 mit Seiko-Schriftzug

Abgesehen davon hat die Seiko Marinemaster 300, die vom gleichen Werk, dem 8L35, angetrieben wird, in den Niederlanden einen Listenpreis von 2.300 Euro. Die Marinemaster steht der SLA017 als Taucheruhr in nichts nach, deswegen kann ich mir den enormen Preisunterschied nicht erklären. Mir sind auch die Preiserhöhung bei Grand Seiko und die immensen Preisunterschiede international, zum Beispiel von Europa und den USA (viel günstiger) aufgefallen. Es scheint, dass Seiko – und Grand Seiko – international eine unterschiedliche Preisstrategie verfolgen. Dies habe ich Seiko auch gesagt und nach dem Grund gefragt, aber bisher noch keine Antwort erhalten.

Was ich sagen kann, es gibt Liebhaber, die diese Seiko SLA017 Taucheruhr sofort kaufen werden. Lediglich einige Exemplare werden nach Europa geliefert, so dass die Seiko-Fans unter uns, die sich in der glücklichen Lage befinden, sich eine leisten und ergattern zu können, zufrieden sein werden. Aufgrund der limitierten Anzahl könnte die Uhr in Zukunft ein Sammlerstück werden. Vielleicht liegt der hohe Listenpreis von 3.800 Euro daran. Eine Summe, die man später vielleicht sogar mit Aufschlag zurückerhält, wenn die Uhr zum begehrten Sammlerstück geworden ist. Momentan ist der Preis jedoch stolz, und ich kann nicht erklären oder rechtfertigen, woran das liegt.

Silikonband der SLA017

Zurück zur Uhr selbst. Wie Sie sich vielleicht erinnern, kommt die Seiko Marinemaster 300 mit diesem langen Kautschukband mit Nagel-Muster oder mit der sogenannten Akkordeon-Form, wie Seiko es nennt. Die Seiko SLA017 wird ebenfalls mit dieser Bandart geliefert, aber jetzt aus Silikon. Ich fand das Kautschukband der Marinemaster immer cool, allerdings beim Tragen ein wenig steif. Die großen „Tuna“-Marinemaster-Modelle wurden bereits mit Silikonbändern geliefert, die sich wesentlich angenehmer tragen lassen (an meiner Tuna 6159-7010 habe ich eines). Ich freue mich, dass Seiko beschlossen hat, dieses Akkordeon-Armband nun auch aus Silikon herzustellen. Die Uhr kommt auch mit einem Edelstahl-Armband.

Akkordeon-Armband und Schließe der Seiko Prospex SLA017
Akkordeon-Armband und Schließe der Seiko Prospex SLA017

Fazit

Ich kann Ihnen wirklich versichern, dass Seiko die Re-Edition (oder „Re-Creation“, wie sie es nennen) der legendären 62MAS vollauf gelungen ist. Die Seiko SLA017 sieht großartig aus und man muss vermutlich zwei oder drei Mal hinschauen, um zu erkennen, dass es sich dabei nicht um die originale 62MAS handelt. Seiko ist die Hommage an die erste professionelle Taucheruhr, die das Unternehmen je gemacht hat, hundertprozentig gelungen. Das Kaliber 8L35 ist eine großartige Wahl, ein hochgepriesenes Uhrwerk, das auf das Grand-Seiko-Kaliber 9S55 zurückgeht. Seiko hat den Durchmesser ein wenig vergrößert, von 37 auf 39,9 Millimeter. Ich frage mich, ob mir die Uhr auch dann gefallen hätte, wenn es Seiko bei den 37 Millimetern belassen hätte. Ich glaube, dass sie dann zu klein gewesen wäre, deswegen sind 39,9 Millimeter einfach perfekt. Eine Größe, die definitiv zu den meisten Männern passt.

Bei der Neuauflage SLA017 hat sich Seiko stark an der Taucheruhr von 1965 orientiert
Bei der Neuauflage SLA017 hat sich Seiko stark an der Taucheruhr von 1965 orientiert

Diese Uhr hat viele laute „Ahs“ und „Ohs“ von uns bekommen, als wir sie auf der Baselworld erstmals zu sehen bekamen. Allerdings wurden die Töne leiser, als wir die Preisempfehlung hörten. Die Gerüchte vor der Baselworld besagten, dass die Uhr um die 3.000 Euro kosten würde. Und selbst dieser Preis war durchaus ernüchternd, was wir aus den Reaktionen der Fans schließen konnten.

3.800 Euro sind einfach zu happig, aber ich bezweifle, dass die Uhr lang in den Boutiquen und Geschäften der Fachhändler liegen wird. Sie findet trotzdem ihren Weg zu den Sammlern, da bin ich mir sicher.

Persönlich würde ich diese Uhr durchaus gerne besitzen, aber um ganz ehrlich zu sein, würde ich stattdessen eher eine original 62MAS für die Hälfte kaufen (und hätte eine moderne Marinemaster dazu). Allen, die vom Preis der Uhr enttäuscht sind, sei gesagt, dass Seiko auch ein ähnliches Modell als „moderne Re-Interpretation“ der 62MAS anbietet, die Referenzen SPB051 und SPB053 für 1.100 respektive 900 Euro. Diese haben ein ähnliches Erscheinungsbild wie die SLA017, sind hingegen mit einem Kaliber 6R15 ausgestattet und einem größeren Durchmesser versehen. Puristen jedoch mag die äußere Erscheinung wahrscheinlich doch zu sehr von der originalen 62MAS abweichen.

Spezifikationen:
First Diver`s Automatik Limited Edition SLA017

Kaliber 8L35
Automatik mit Handaufzugsmöglichkeit
(Magischer Hebel)
Frequenz: 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (8 Schläge pro Sekunde)
Gangreserve: über 50 Stunden
Anzahl der Steine: 26

Besonderheiten:
Gehäuse aus hartbeschichtetem Edelstahl
Gewölbtes und entspiegeltes Saphirglas
Verschraubter Gehäuseboden
Verschraubte Krone
Wasserdichtheit: 200m Diver’s/20 bar
Magnetischer Widerstand: 4.800 A/m
Durchmesser: 39,9 mm, Höhe: 14,1 mm

Extrafestes Silikonband mit Dornschließe
Zusätzliches Wechselband aus Edelstahl mit Tauchbandverlängerung

Preis (Europa): 3.800 Euro
Limited Edition – 2.000 Stück weltweit

[2009]

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