Hands-on: Seiko Prospex SLA051J1

Wir testen das Serienmodell der modernen Neuinterpretation der Prospex Diver’s von 1970

Seiko begeht das 140-jährige Bestehen mit zahlreichen Sondermodellen. Neben einer modernen Neuinterpretation der Prospex Diver’s von 1970 für den Abenteurer Naomi Uemura, kam auch ein unlimitiertes Serienmodell – die Prospex SLA051J1 – der weltbekannten Taucherikone heraus, das wir hier testen.

Im Gegensatz zur limitierten Auflage zeigt sich beim Serienmodell dieser Prospex das aufgeraute, matte Zifferblatt – ähnlich wie das beim Original von 1970 – in Kohlegrau. Durch die Platzierung des Datums zwischen vier und fünf Uhr können zwölf kräftige Stundenindizes appliziert werden, wobei jener der Zwölf als Doppelbalken ausgeführt ist und somit gute Orientierung bietet.

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Seiko: Prospex
Seiko: Prospex SLA051J1

Ebenso wie Stunden- und Minutenzeiger sowie die Spitze des Sekundenzeigers sind die Indizes großzügig mit Lumibrite, der Seiko-eigenen Leuchtmasse, beschichtet und gewährleisten somit optimale Nachtablesbarkeit. Der Orientierungspunkt auf der Tauchlünette nimmt sich dagegen vermeintlich klein aus. Der im gleichen Grau wie das Zifferblatt gehaltene und nur gegen den Uhrzeigersinn drehbare Ring rastet im Halbminutenschritt und ist vorbildlich minutengenau durchgraviert. Er umfängt ein leicht gewölbtes und innen entspiegelte Saphirglas, das ebenfalls zu bester Ablesbarkeit beiträgt und Kratzsicherheit bietet.

Originalgetreue Nachbildung mit den Standards der Moderne

Vor Kratzern schützt auch die bei Seiko-Taucheruhren weit verbreitete Hartbeschichtung des teils polierten, teils satinierten asymmetrischen Gehäuses, bei dem – ebenfalls bekanntermaßen – die Krone in einer starken, hier ergonomisch sehr schön geformten Flankierung bei vier Uhr verschraubt wird. Dennoch verlangt das Aufschrauben nach reichlich Kraft, das Bewegen der Krone in ihre einzelnen Positionen nach einem bruchfesten Fingernagel, die Wiederverschraubung erfordert Nachdruck. Allerdings vermittelt die Bedienung das gute Gefühl absoluter Sicherheit und Druckfestigkeit, welche die Prospex bis zu 20 Bar bietet. Zu dieser Sicherheit trägt auch der massive Gewindeschraubboden bei. Er trägt die Gravur einer Riesenwelle, symbolisch für die Profession der Taucheruhr.

Diese erhält die Prospex auch durch ihr Uhrwerk, das eigens für den Einsatz in professionellen Taucheruhren konzipiert ist. Hinter dem massiven Gehäuseboden arbeitet das Automatikwerk 8L35. Es basiert auf dem Grand Seiko-Kaliber 9S55. Dieses wurde 1998 nach zwanzigjähriger Pause als erstes mechanisches Uhrwerk von Grand Seiko eingeführt. Das Kaliber 8L35 taucht etwa zwei Jahre später auf – von den Uhrmachern im nordjapanischen Shizukuishi Watch Studio Morioka speziell für Taucheruhren modifiziert und wie das Grand-Seiko-Uhrwerk von Hand montiert und justiert.

Das 8L35 besteht aus 192 Komponenten, arbeitet mit vier Hertz bei einer Gangautonomie von mehr als 50 Stunden. Im Wesentlichen handelt es sich um eine weniger veredelte Version des Grand Seiko-Kalibers 9S55 mit größerer Unruh, um das Drehmoment, das für die Bewegung der kräftigen Zeiger der Taucheruhr benötigt wird, zu bewältigen. Und auch hinsichtlich der Ganganforderungen unterliegt das 8L35 nicht den gleichen Standards wie das Grand Seiko-Kaliber. Der Hersteller gibt für die Genauigkeit des Uhrwerks 8L35 Abweichungen zwischen plus/minus 15 Sekunden am Tag an. Somit liegt das Kaliber in unserer Testuhr in der Norm und liefert mit Abweichungen zwischen knapp sechs und sieben Sekunden am Tag einen guten Durchschnitt unter Berücksichtigung der Herstellervorgaben.

Die Prospex SLA051J1 wird an einem fünfreihigen Edelstahlband getragen, das mit dem Gehäuse eine feste Verbindung eingeht und im Bereich der Schließe mit einem Sicherheitsbügel und einer sehr sicheren Tauchverlängerung ausgestattet ist. Somit ist diese Uhr auch nach mehr als einem halben Jahrhundert ein professioneller Begleiter in der Tiefe. MaRi

Produkt: Download: Vergleichstest Uhren unter 1.000 Euro: Swatch versus Seiko
Download: Vergleichstest Uhren unter 1.000 Euro: Swatch versus Seiko
Das UHREN-MAGAZIN vergleicht mit der Swatch Sistem51 Irony Tux und der Seiko SRP772K1 mechanische Uhren unter 1.000 Euro.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Diese Neuinterpretation weiß optisch zu gefallen, ähnlich wie die SLA033J1, die ja eine limitierte Version der Captain Willard darstellt.
    Bei letzterer hat man sich noch bei der Datumsanzeige am Original orientiert. Bei der hier gezeigten Uhr, leider nicht. Das Datumsfenster zwischen 4 und 5 Uhr, ist für mich ein optischer Unfall. Auch das Kaliber 8L35 könnte wesentlich mehr leisten, als die hier genannten 6-7 Sekunden am Tag in Ihrem Test. Allzu häufig, so meine Erfahrung, liegen die Uhren mit diesem Kaliber sogar noch drüber. Die „erlaubten“ 15 Sekunden/Tag sind schlichtweg ein Witz für eine Uhr die 3 Tausend Euro kosten soll, da sind Nachlässe wohl einkalkuliert. Denn in dieser Preisklasse bekommt man schon Uhren für die Hälfte, sogar aus der Schweiz, die auch noch Chronometer zertifiziert sind.
    Besonders unglücklich finde ich das „X“ auf dem Zifferblatt, dieses Kennzeichen für die Prospex verdirbt mir zumindest zusätzlich optisch die Freude an der Uhr mit Blick aufs Zifferblatt.
    Gut das die SLA033J1 dem Original auch hier treu geblieben ist.

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