Hublot: Eigene Werke, eigenes Gold

Manufakturporträt Hublot

Rüdiger Bucher
von Rüdiger Bucher
am 17. Dezember 2013

Manufakturkaliber, neue Materialien, tolle Komplikationen: Nur wenige Uhrenmarken haben in so kurzer Zeit so viel auf die Beine gestellt wie Hublot (Artikel aus Chronos 06.2013).

Hublot-Firmenzentrale in Nyon
Hublot-Firmenzentrale in Nyon

Fällt der Name Hublot, denkt man zuerst an den umtriebigen Verwaltungsratsvorsitzenden Jean-Claude Biver, an große, auffällige Uhren und an viele Berühmtheiten, die sich mit Bivers Uhren schmücken. Die Zahl der Partnerschaften, die Hublot in den vergangenen Jahren mit Superstars, Sportvereinen und Institutionen aufgebaut hat, ist beeindruckend; die Liste geht von Bayern München bis Ferrari, von Jay-Z bis Depeche Mode. Doch nichts wäre falscher, als Hublot als oberflächliche Marke zu betrachten, die nur in der Welt des Glamour zu Hause ist. Dem – höchst erfolgreichen – Marketing stehen handfeste innere Werte gegenüber. In nur wenigen Jahren haben Biver und sein CEO Ricardo Guadalupe ihre 2009 in Nyon bei Genf eröffnete Produktionsstätte zu einer Manufaktur mit beachtlicher Fertigungstiefe ausgebaut.

Jean-Claude Biver in seinem Büro in Nyon mit Chronos-Chefredakteur Rüdiger Bucher
Jean-Claude Biver in seinem Büro in Nyon mit Chronos-Chefredakteur Rüdiger Bucher

Wer heute durch die Manufaktur läuft, staunt allein schon über die Anzahl der Fertigungsschritte, die bei Hublot verrichtet werden. Die gut 270 Beschäftigten arbeiten in über 40 Berufen: vom Designer bis zum Konstrukteur, vom Werkzeugmacher bis zum Chemiker, vom Angleur bis zum Uhrmacher. Bei Hublot findet man alle Stufen der Uhrenproduktion: Es beginnt mit der Fertigung der Einzelteile und geht weiter über die Vormontage und den Zusammenbau der Werke sowie die Montage der Uhren bis hin zum Bestücken mit Armband und Schließe. Wie es in der Uhrenindustrie üblich ist, verlagert man einen – kleinen – Teil bestimmter Arbeiten an Zulieferer. So muss man nicht das eigene Personal antasten, wenn die Nachfrage nach Uhren auf einmal stärker steigt oder sinkt. Doch das Meiste geschieht unterm eigenen Dach. Bei manchen Jobs, etwa der Produktion von Kleinserien und Teilen für Prototypen, ist das unabdingbar, um Wartezeiten zu vermeiden.

Einblick in die Manufaktur in Nyon
Einblick in die Hublot-Manufaktur in Nyon

Drahterodiermaschine in der Hublot-Manufaktur
Drahterodiermaschine in der Hublot-Manufaktur

Fertigung des Unico 1240
Fertigung des Unico 1240

Für seine Uhrwerke fertigt Hublot nicht nur Platinen und Brücken, sondern auch Federhäuser und Zahnräder, Wellen, Federn und Hebel. In der Manufaktur wird gedreht, gefräst und elektroerodiert. In der fertigen Uhr müssen diese Teile schön aussehen, denn viele von ihnen sind von außen sichtbar – durch den Werkboden oder durch Aussparungen im Zifferblatt. Daher beschäftigt Hublot auch Mitarbeiter, die die Komponenten polieren oder sandstrahlen, die Kanten brechen und die Oberflächen mit Zierschliffen veredeln. Manche Uhren werden auf Kundenwunsch personalisiert, etwa durch eine lackierte Gravur auf dem Gehäuseboden oder speziell eingefärbte Brücken.

Entgraten einer Platine
Ein Hublot-Mitarbeiter beim Entgraten einer Platine

Schmelzen des eigenen Keramikgolds
Schmelzen des eigenen Keramikgolds

Einblicke in die Manufaktur
Zusammensetzen einer Hublot-Uhr

Hublot leistet sich sogar eine eigene Galvanikabteilung – das sieht man heutzutage nur noch selten. Dort werden in elektrolytischen Bädern Werkbestandteile aus Messing oder Stahl vergoldet, vernickelt, rhodium- und rutheniumplattiert. Die graue Farbe des manufaktureigenen Unico-Kalibers entsteht um Beispiel dadurch, dass die Messingteile zuerst durch ein Gold- und dann durch ein Rutheniumbad gehen.

Manufakturwerk: das Chronographenkaliber Unico 1240 von Hublot
Manufakturwerk: das Chronographenkaliber Unico 1240 von Hublot

Da die Hublot-Manufaktur so jung ist, sieht man überall nur nagelneue Werkzeuge und hochmoderne Maschinen. Zu ihnen gehört auch ein Automat, der per optischer Erkennung aus vorbereiteten Lagersteinen unterschiedlicher Größe immer genau den passenden Stein fürs passende Loch aussucht und an der richtigen Stelle einer Werkbrücke einpresst. Handarbeit gibt es in dieser Abteilung „Vormontage“ auch, sie spielt aber eine geringere Rolle als bei der Werkdekoration oder der Werkmontage.

Hublot: Classic Fusion mit Titangehäuse und skelettierten Brücken
Hublot: Classic Fusion mit Titangehäuse und skelettierten Brücken

Hublot: Die King Power Unico Black Magic mit Unico 1240 erlaubt Einblicke in den Chronographenmechanismus
Hublot: Die King Power Unico Black Magic mit Unico 1240 erlaubt Einblicke in den Chronographenmechanismus
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