Produkt: UHREN-MAGAZIN 6/2018
UHREN-MAGAZIN 6/2018
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Interview: Breguet-CEO Lionel a Marca über Uhren-Design

Französischer Esprit

Er kennt die Uhrenwelt von allen Seiten: Lionel a Marca, von Haus aus Uhrmacher, ist nach einem beeindruckenden Parcours durch Marken und Positionen neuer CEO von Breguet.

Lionel a Marca: CEO Breguet
Lionel a Marca: CEO Breguet

Abraham Louis Breguet war Schweizer, wirkte aber von Paris aus. Wir sprachen mit dem CEO von Breguet über die bis heute prägende Ästhetik des Gründers. Paris ist auch die Heimat der jungen Marke Trilobe, die vieles anders macht als die Etablierten.

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Vom Uhrmacher zum CEO

Mein ursprünglicher Beruf ist Uhrmacher. Nach meiner Ausbildung an der École d’Horlogerie in Porrentruy im Schweizer Jura habe ich für den Werkehersteller Frédéric Piguet gearbeitet, danach für die Eta. Ich war an der Entwicklung verschiedener Kaliber beteiligt, zum Beispiel am Zentraltourbillon für Omega, und an diversen Restaurationen historischer Komplikationen. Von der Eta bin ich ins Qualitätsmanagement der Swatch Group gewechselt. In dieser Zeit habe ich Marc A. Hayek kennengelernt. Wir haben uns verstanden, so bin ich zu Blancpain gekommen und habe mich dort um die Produktentwicklung gekümmert, die ich gemeinsam mit Marc A. Hayek vorangetrieben habe. Inzwischen arbeite ich seit 22 Jahren mit ihm zusammen. Ich liebe Herausforderungen, und voilà: Man hat mir eine neue gegeben. Jetzt bin ich bei Breguet.

Uhrendesign: Vergangenheit und Zukunft

„Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft“ – Zitat von George Orwell. Unser Bestreben bei Breguet ist es, der Vergangenheit und der Person des Abraham-Louis Breguet gerecht zu werden, der in meinen Augen ein Visionär der Uhrmacherkunst war. Technisch und mechanisch hat er außergewöhnliche Erfindungen gemacht, gleichzeitig besaß er einen sehr feinen Sinn für das, was man heute Design nennt. Alle Welt fertigte damals schnörkelige Louis-XV-Zeiger – und plötzlich kommt er mit diesen feinen Zeigern, die heute Breguet-Zeiger heißen. Er hat schon damals die Bedeutung von Design verstanden. Breguets Intention war es, die Ablesbarkeit der Uhren für den Träger zu vereinfachen. In diesem Esprit arbeiten wir auch heute: Immer geht es uns um die Einfachheit, die Reinheit und um das, was wir auf einem Zifferblatt anzeigen wollen. Dies waren immer die Leitlinien von Breguet.

Faszination Abraham-Louis Breguet

Abraham-Louis Breguets Kunden stellten die Elite ihrer Zeit dar – Marie-Antoinette etwa oder Napoleon. Diese Persönlichkeiten haben ihre Epoche geprägt. Heute gibt es andere Eliten, aber jeder interessiert sich für die Geschichte. Uhrenliebhaber beschäftigen sich mit der Technik und dem Design der Breguet-Uhren, doch auch die breite Masse teilt die Faszination der Marke: Die Menschen heute haben ein großes Interesse an den Wurzeln der Dinge. Viele suchen im Internet nach Markenhistorien. Die Leute sind fasziniert von den Persönlichkeiten, die gleichzeitig wichtig waren für die Geschichte und für Breguet. Das Ganze ist ungeheuer romantisch: eine Uhr für Marie-Antoinette oder für die Königin von Neapel entwickelt zu haben!

Breguet: Damenuhrenlinie Reine de Naples
Breguet: Damenuhrenlinie Reine de Naples

Klare Ästhetik

Ich denke, jeder, der sich für die Uhrmacherkunst begeistert, wird sich irgendwann für Breguet interessieren. Zum einen, weil Breguet ein genialer Erfinder war; zum anderen, weil die Breguet-Uhren von heute eine wiedererkennbare Ästhetik haben. Für unsere einzelnen Produktlinien haben wir sehr klare Designcodes. Von Kollektion zu Kollektion variieren wir die Stilelemente der klassischen Uhrmacherkunst. Die Breguet-Zeiger sind dabei fast eine Verpflichtung! Natürlich haben wir unter unseren Käufern viele Kenner, aber es gibt auch jüngere Kunden. Denen gefallen die Uhren unter anderem wegen ihrer ausgewogenen Gestaltung und weil sie eine Geschichte erzählen – das ist ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren; Uhren sind ein sehr emotionales Produkt.

Breguet: A.L. Breguets berühmte Subskriptionsuhr
Breguet: A.L. Breguets berühmte Subskriptionsuhr

Die menschliche Hand

Es gibt bei unseren Produkten viele Arbeitsschritte, die per Hand gemacht werden. Ich denke, die Handwerkskunst wird immer wichtiger, weil die Leute ihre Herkunft wiederfinden wollen. Man spricht von der Rückkehr zur Natur, von der Einfachheit der Dinge. All diese Dinge, die die Leute heute anziehen, gibt es bei uns seit jeher. Wir haben immer handwerklich gearbeitet. Wenn Sie ein Breguet-Gehäuse aus der Maschine nehmen, sind immer noch viele manuelle Arbeitsschritte nötig. Die menschliche Hand wirkt bei unseren Produkten mit. mbe

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Enttäuschende Plattitüden eines offensichtlich nur nach persönlichen Erfolg/Ruhm/Anerkennung heischenden Erfolgsmenschen……

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