IWC: Der Beginn einer Ära

Uhrenmodell IWC Mark IX

Alexander Krupp
von Alexander Krupp
am 26. Mai 2011
Die IWC Mark IX
Die IWC Mark IX

Die sogenannte Mark IX war die erste Fliegeruhr der Uhrenmanufaktur IWC und begründete eine bis heute anhaltende Modelltradition. Wer ein Uhrenmodell wie das abgebildete aus dem Jahr 1942 besitzt, darf sich glücklich schätzen – falls es echt ist.

Bei ihrer Lancierung im Jahr 1936 trug die erste IWC-Pilotenuhr weder den Namen Mark IX, noch war sie für das Militär bestimmt. Die „Spezialuhr für Flieger“, wie sie in Wirklichkeit hieß, war als besonders funktionales Instrument für Flugpioniere gedacht und begründete – nicht nur bei der Uhrenmarke IWC – ein ganzes Uhrengenre.

37,5-Millimeter-Gehäuse galten in den Dreißigern bereits als groß
37,5-Millimeter-Gehäuse galten in den Dreißigern bereits als groß

Dank Leuchtzeigern und arabischer Leuchtziffern ließ sie sich auch im dunklen Cockpit gut ablesen, und eine Drehlünette mit innenliegender Dreiecksmarkierung ermöglichte das Timen von Flugetappen. Zudem förderte die reine Größe die Ablesbarkeit: Mit 37,5 Millimetern Durchmesser war das Modell fast schon ein Hüne unter den Armbanduhren.

Angetrieben wurde die Uhr vom Kaliber 83 – einem 12-linigen rhodinierten Brückenwerk mit Handaufzug, monometallischer Schraubenunruh, Breguet-Spirale, 15 Steinen und spiegelpolierten Schrauben. Das Werk wurde unter Berücksichtigung großer Temperaturunterschiede einreguliert, und die Hemmung war antimagnetisch, um Auswirkungen des Bordfunks auf das Gangverhalten zu verringern.

Das Handaufzugskaliber 83 besitzt rhodinierte Brücken
Das Handaufzugskaliber 83 besitzt rhodinierte Brücken

Eines konnte die Uhr allerdings noch nicht vorweisen: den zur genauen Einstellung auf das Zeitsignal unerlässlichen Sekundenstopp. Dieses wichtige Merkmal bot IWC erst in der ab 1940 für die deutsche Luftwaffe gebauten Großen Fliegeruhr.

Ein neuer Name

Ende der 1940er Jahre folgte schließlich das Uhrenmodell Mark XI für die britische Luftwaffe, die ein Weicheisen-Innengehäuse als besonders effektiven Magnetfeldschutz besaß. Hier kam erstmals die britische Bezeichnung „Mark“ zum Einsatz, die einen Modelltypen oder die Weiterentwicklung eines solchen benennt. Sammler haben die Bezeichnung später auf frühere Uhrenmodelle übertragen, wodurch die Spezialuhr für Flieger den Beinamen Mark IX erhielt.

Potentielle Käufer der "Spezialuhr für Flieger" warten Militärpiloten
Potentielle Käufer der “Spezialuhr für Flieger” warten Militärpiloten

Eine traurige Besonderheit dieser Uhr ist die Tatsache, dass es weit mehr Fälschungen als Originale gibt; bei IWC wurden bisher lediglich 430 echte Exemplare registriert.

Wer Gewissheit sucht, schickt seine Uhr zur Marke und fordert ein Echtheitszertifikat an. Für ein Original kann der Sammler auf Auktionen 20.000 Euro oder mehr bekommen – falls er sich von diesem essenziellen Stück Fliegeruhrengeschichte trennen kann. ak

 

Fotos und Basisinformationen: Auktionshaus Dr. Crott
Bestellen Sie unseren Newsletter

Was gibt's Neues auf Watchtime.net?

Damit Sie stets rund um das Thema mechanische Uhr informiert sind, gibt Ihnen der Watchtime.net-Newsletter mehrmals wöchentlich den Überblick.

Datenschutzbestimmungen habe ich gelesen und akzeptiert.**
Schweizer Geheimtipps Feature-Box 2018

Uhren-Datenbank

In der weltweit größten Datenbank finden Sie aktuell 33798 Modelle von 801 Herstellern.

Datenbank-Suche