Meistersinger: Circularis [Preisupdate]

Mit neuem Handaufzugskaliber MSH 01 von Synergies Horlogères

Gisbert L. Brunner
von Gisbert L. Brunner
am 27. Mai 2015

Wie viele Zeiger braucht eine Uhr? Wenn es nach Manfred Brassler geht, der 1999, also vor 15 Jahren, die Uhrenmarke Meistersinger ins Leben gerufen hat, genau einen. Und zwar den für die Stunden. Genauso, wie es bei den ersten Räderuhren ab dem 13. Jahrhundert der Fall war, oder bei der Montre Souscription, der vorausbezahlten Serienuhr, welche Abraham Louis Breguet 1798 zur gleichmäßigeren Auslastung seiner Ateliers aus der Taufe gehoben hatte. Ob sich die Circularis mit diesem Konzept im Alltag bewährt? Sie lesen es im Test des UHREN-MAGAZINS.

Nach der Maxime einer Rückkehr zu den Ursprüngen präsentierte Meistersinger 2001 die Nr. 01, zu deren unverwechselbaren Gestaltungsmerkmalen unter anderem die klare Fünf-Minuten-Indexierung, die Stundenziffern mit vorangestellter Null und der signifikante Nadelzeiger gehörten. Die Zuerkennung des red dot design award 2004 des internationalen Forums für Design in Hannover war fast schon eine logische Folge. Im Erstlingswerk tickte das Handaufzugskaliber Eta 2801-2. In der Nummer 02 mit Glasboden fand sich das Eta/Unitas 6498 und die Nr. 03 brachte erstmals ein Automatikwerk in Gestalt des Eta 2824-A2. Zuverlässige, aber nicht sonderlich exklusive Großserien-Uhrwerke wie diese gestatteten Manfred Brassler die Realisierung seiner Einzeiger-Philosophie zu den intendierten moderaten Publikumspreisen.

Meistersinger: Circularis, Sonnenschliff Saphirblau
Meistersinger: Circularis, Sonnenschliff Saphirblau

Meistersinger: Circularis, Sonnenschliff Silberweiß
Meistersinger: Circularis, Sonnenschliff Silberweiß

An eigene Fertigungskapazitäten dachte Manfred Brassler von Anbeginn nicht. Immerhin gibt es in der Schweiz zahlreiche Private-Label-Produzenten. In diesem Sinne verknüpft ihn mit Jörg Bader und der Bieler Synergies Horlogères eine lange Partnerschaft, welche 2013 als erste Mechanik-Exklusivität den Paleograph mit dem Handaufzugskaliber MSYN13 auf der Basis des Eta/Unitas 6498-1 brachte. Den Chronographenmechanismus verdankt das Uhrwerk dem heute 30-jährigen Johannes Jahnke, Technischer Direktor und Partner bei Synergies Horlogères und ein Mann mit sächsischen Wurzeln.

Zum Zeitpunkt der Vorstellung dieses Stoppers befand sich das jetzt vorgestellte Handaufzugskaliber MSH 01 selbstverständlich schon längst in der Pipeline. Seine Entwicklung resultiert aus der zunehmend restriktiven Lieferpolitik des Swatch-Group-Mitglieds Eta und der Angst, eines Tages ohne Uhrwerke dazustehen.

Natürlich hatte Johannes Jahnke bei der Entwicklung des Newcomers klare Zielperspektiven, welche auch in einer absoluten Unabhängigkeit von Komponenten aus dem Kreis der Swatch-Group-Firmen bestehen. Ergo stammt auch das Assortiment nicht von Nivarox. Nachdem die Synergies Horlogères selbst keine Bauteile produzieren, arbeitet das Unternehmen mit insgesamt neun erfahrenen Zulieferern zusammen, darunter die Rolex-Tochter Precitrame zur Herstellung der Platinen, Brücken und Kloben oder die Concepto SA in La Chaux-de-Fonds, welche das Assortiment, also das komplette Schwing- und Hemmungssystem einschließlich der Unruhspirale beisteuert. Die Montage und Reglage des Ganzen geschieht schließlich bei Synergies Horlogères. Beispielsweise werden die Lagersteine noch auf konventionelle Weise ohne Automaten eingepresst.

Meistersinger: Circularis, Elfenbein
Meistersinger: Circularis, Elfenbein

Die Regulierung erfolgt in fünf Lagen zwischen null und plus acht Sekunden. Beim Blick auf den neuen Mikrokosmos stechen gleich mehrere konstruktive Besonderheiten ins Auge. Da ist einmal die kunstvoll geformte einteilige Räderwerksbrücke auf der Rückseite. Dann der kreisförmige Streifenschliff, der zur Namensgebung Circularis führte. Unübersehbar sind ferner auch die beiden seriell geschalteten Federhäuser, welche Energie für sehr beruhigende 120 Stunden Gangautonomie speichern. Die Bevorzugung der Reihen- gegenüber der Parallelschaltung macht definitiv Sinn. Sollte in einem der Speicher die Zugfeder klemmen, läuft das Uhrwerk mit dem Pendant trotzdem (vielleicht mit reduzierter Unruh-Amplitude) weiter. Außerdem ist der Platz eines der Federhäuser bei reduzierter Gangautonomie irgendwann anderweitig nutzbar.

Hier geht es weiter mit dem Artikel zur Meistersinger Circularis

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