Produkt: Download Einzeltest: Rolex Datejust II
Download Einzeltest: Rolex Datejust II
Der Einzeltest Rolex Datejust II zeigt Vorzüge sowie Nachteile des Rolex-Modells auf.

Niki Lauda und die Geschichte hinter seinem tragischen Unfall

Eine goldene Rolex Datejust für den Niki Laudas Lebensretter

Heute verstarb die österreichische Formel-1-Legende Niki Lauda im Alter von 70 Jahren. Berühmtheit erlangte der Rennsportler und Unternehmer nicht nur durch seine drei Weltmeistertitel, sondern vor allem auch durch seinen schweren Unfall auf dem Nürburgring am 1. August 1976. Damals wurde Lauda von seinem italienischen Formel-1-Konkurrenten Arturo Merzario aus dem brennenden Wagen gerettet. Zum Dank erhielt Merzario von Lauda eine goldene Rolex. Chronos hat Merzario vor einiger Zeit getroffen und sich die Geschichte aus dessen ganz persönlichem Blickwinkel erzählen lassen. Es ist eine Geschichte von Mut und Entschlossenheit, aber auch von einer großen Enttäuschung.

Der Rennfahrer Arturo Merzario rettete Niki Lauda 1976 das Leben und bekam als Dank eine goldene Rolex
Der Rennfahrer Arturo Merzario rettete Niki Lauda 1976 das Leben und bekam als Dank eine goldene Rolex (Bild: Maurice Volmeyer)

Abgesehen von seinen gefärbten Haaren und seinem runzligen Gesicht sieht Arturo Merzario immer noch so aus wie in seiner großen Zeit: Er steckt in einem hellblauen Rennanzug – die Farbe typisch für die Sechziger und Siebziger – und trägt auf dem Kopf einen weißen Cowboyhut. Genau wie die Hüte, die er immer für den Sponsor Marlboro trug. Das heißt freilich nicht, dass Arturo Merzario in der Vergangenheit lebt. Ob Tourenwagen, GTs oder historische Rennwagen: Der Italiener fährt nach wie vor. Und er liebt es. Wir treffen den 75-jährigen ehemaligen Formel-1-Piloten bei einem Klassik-Event, bei dem er ein paar Schaurunden mit einem Ferrari 156 „Haifischmaul“ dreht, dem mythenumwobenen Modell, das die Formel 1 im Jahr 1961 dominierte. „Eine Ehre für mich, weil mein guter Freund Phil Hill in diesem Auto Formel-1-Weltmeister wurde“, lächelt Merzario. „Damit bin ich wieder bei meinen Anfängen, denn ich startete meine Karriere in dieser Art Autos. Ich mag dieses Simple. Für meinen Geschmack ist die Formel 1 bereits in den Siebzigern zu technisch geworden.“

Anzeige
Anzeige

Wenn wir ihn nach der aktuellen Formel 1 fragen, schüttelt er den Kopf. „Aus Ingenieursicht ist die Technologie fantastisch. Aber für die Fahrer … Ich bin froh, dass ich in den Siebzigern gefahren bin.“ Während seiner langen Karriere hat Merzario viele große Rennen gewonnen, inklusive der Targa Florio und dem 1000-km-Rennen von Spa-Francorchamps. Doch bei 85 Formel-1-Grand-Prix zwischen 1972 und 1979 kam er nie aufs Treppchen, obwohl er in seinen ersten beiden Jahren bei Ferrari war. Die Scuderia war zu jener Zeit nicht in ihrer besten Verfassung, und Merzario war eines der Opfer einer großen Reorganisation. In den Jahren nach Ferrari fuhr er für Williams, March und Wolf Racing; mit den Resultaten ging es weiter bergab. 1978 und 1979 gründete er seinen eigenen Rennstall, Team Merzario, und fuhr unter anderem den Nachbau eines March und einen leicht veränderten Kauhsen, der noch stärker unterlegen war. Oft schaffte er nicht einmal die Qualifikation, und wenn doch, kam er nicht ins Ziel. Seine letzte Formel-1-Phase wird seinem Können nicht gerecht. Und doch gewann er die Herzen vieler Fans mit seiner extrovertierten Art und seiner auffälligen Erscheinung.

Unsterblich machte ihn jedoch ein einziger, heroischer Augenblick: Am 1. August 1976 holte Merzario Niki Lauda am Nürburgring aus dem Wrack seines brennenden Rennwagens und rettete dessen Leben.

Die Rolex, die Niki Lauda seinem Retter schenkte
Die Rolex, die Niki Lauda seinem Retter schenkte (Bild: Maurice Volmeyer)

Belohnung für die Rettung von Niki Lauda: eine goldene Rolex Datejust

Ein paar Monate danach gab Lauda seinem Retter eine Rolex: eine goldene Rolex Datejust. Schöne Geste, würde man meinen, doch Merzario hat nicht nur gute Erinnerungen daran. Trotzdem bringt er die Uhr zu unserer Fotosession mit. „Mamma!“, ruft er seiner Frau zu, die ein paar Meter entfernt steht. Sie fischt die Rolex aus ihrer Handtasche und reicht sie uns. Ein besonderer Moment: Diese Uhr erinnert an einen der heldenhaften Momente in der Geschichte des Motorsports. Und sie hat seit Jahrzehnten kein Tageslicht gesehen. Denn sie erzählt die Geschichte einer tiefgreifenden Enttäuschung.

Niki Laudas Unfall auf dem Nürburgring

Es ist Sommer 1976. Am 1. August startet der Große Preis von Deutschland am Nürburgring mit seiner berüchtigten Nordschleife, der „grünen Hölle“. Es sind die gefährlichsten Jahre der Formel 1, eine Ära, in der der Tod immer mitfährt. Piers Courage und Jochen Rindt, Jo Siffert und Roger Williamson, François Cevert, Peter Revson und viele mehr haben allein in der ersten Hälfte der Siebziger bei Formel-1-Rennen, Trainings und Testfahrten ihr Leben gelassen. Jetzt steht der amtierende Weltmeister Niki Lauda neben dem anderen Titelaspiranten, James Hunt, in der ersten Startreihe. Lauda hat von den ersten neun Rennen fünf gewonnen und Hunt nur zwei, damit hat der Österreicher einen komfortablen Punktevorsprung. Aber er ist nervös. In den Tagen vor dem Rennen hat der Ferrari-Pilot immer wieder betont, dass er den Nürburgring nicht mehr Formel-1-tauglich findet. Noch dazu hat es kurz vor dem Start begonnen zu nieseln. Alle fahren mit Regenreifen, aber nachdem kein richtiger Regen kommt, wechseln alle Fahrer nach der ersten Runde auf Slicks. In der ganzen Konfusion verliert Lauda mehrere Plätze und versucht, sofort nach der Box wieder Boden gutzumachen.

Im Streckenabschnitt Bergwerk passiert es. Lauda verliert die Kontrolle über seinen Ferrari 312 T2. Der prallt mit 220 km/h gegen eine Böschung und wird zurück auf die Strecke geschleudert. Guy Edwards kann ihm noch ausweichen, aber Brett Lunger und Harald Ertl rammen das brennende Wrack. Die drei Fahrer springen aus ihren Wagen, stehen aber unter Schock und wissen nicht, was sie tun sollen. In der Zwischenzeit hat auch Arturo Merzario angehalten. Ohne zu zögern, wirft er sich in die Flammen und schafft es, Lauda zu befreien.

Die Rettung von Niki Lauda

Nun muss man wissen, dass Merzario und Lauda nicht gerade Freunde waren. Die meisten Fahrer hatten wenig Sympathien für den egozentrischen Österreicher. Doch für die Rettung spielte das keine Rolle. „Du tust, was du tun musst“, sagt Merzario. „Niki schrie vor Schmerz und Angst. Sein Körper war so angespannt, dass ich die Sicherheitsgurte nicht gleich lösen konnte. Die Hitze war so extrem, dass ich ein paar Mal einen Schritt zurück gehen musste. Beim dritten Versuch war er bewusstlos, und es gelang mir, das Gurtschloss zu öffnen.“ Er hält einen Moment inne, taucht tiefer in seine Erinnerung ein. „Ich wiege nur 60 Kilo. Es ist ein Wunder, dass ich es schaffte, Niki aus dem Cockpit und weg vom Auto zu ziehen. Ich dachte, er sei tot, dann sah ich, dass er seine Zunge verschluckt hatte. Beim Militär hatte ich gelernt, wie man sie wieder herauszieht, und das tat ich. Zum Glück trug ich immer noch meine Rennhandschuhe, die geben einem einen besseren Grip, als man ihn mit bloßen Händen hat.“

Rennfahrer Arturo Merzario mit der Rolex Datejust in Gold von Niki Lauda
Rennfahrer Arturo Merzario mit der Rolex Datejust in Gold von Niki Lauda (Bild: Maurice Volmeyer)

Danach gab ich ihm eine Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung, bis der Arzt kam.“ Merzario: „Während des Unfalls hatte es Niki den Helm abgerissen, wodurch er schwere Kopfverbrennungen bekam. Als er wach wurde und fragte, wie sein Gesicht aussieht, wusste ich, er schafft es.“ Da er giftige Gase eingeatmet hatte, musste Lauda fast eine Woche lang um sein Leben kämpfen. Doch er kam durch und stieg nur 41 Tage später wieder in seinen Ferrari, zum Großen Preis von Italien in Monza. Bei dieser Gelegenheit sah Lauda zum ersten Mal seinen Retter wieder. Man würde denken, dass er Merzario unendlich dankbar war, aber das schien nicht der Fall zu sein. „Er lief einfach an mir vorbei und sagte nicht einmal danke“, erinnert sich der Italiener. Noch heute ist er verletzt, wenn er davon berichtet.

Dankeschön für seinen Retter: eine gebrauchte Rolex-Uhr

Eine Woche später versuchte Lauda, seinen Fauxpas wiedergutzumachen, als Merzario am Salzburgring an einem Sportscar-Rennen teilnahm. „Dort stand er auf einmal vor mir, um mir die Rolex zu geben“, sagt Merzario, der sich in seinem Stolz so verletzt fühlte, dass er sie nicht annehmen wollte. Und schon gar nicht auf die Weise, wie sie ihm gegeben wurde. „Niki nahm die Uhr achtlos von seinem Handgelenk. Es war eindeutig so, dass er sie nicht extra für mich gekauft hatte.“ Verschiedene Stimmen berichten, dass Lauda die goldene Uhr ein paar Wochen zuvor für seine Pole Position in Monaco gewonnen hatte. Laut Merzario wiederum hatte Lauda die Uhr von seiner damaligen Freundin Mariella von Reininghaus als Geschenk für den WM-Titel 1975 erhalten. Wie auch immer, die Rolex scheint für Lauda keinen großen Wert gehabt zu haben. Schließlich überzeugte Merzarios Teamchef Carlo Chiti seinen Fahrer, das Geschenk zu behalten. „Danach sprachen Niki und ich 30 Jahre lang kaum miteinander“, so Merzario.

(Bild: Maurice Volmeyer)

Bernie Ecclestone war es, der die beiden wieder zusammenbrachte, während des Grand Prix 2012 am erneuerten Nürburgring. „Bernie hatte mich geködert mit der Frage, ob ich das Safety Car fahren wollte. Aber was er wirklich im Kopf hatte, war ein Pressetermin an der alten Nordschleife, an der Stelle des Crashs“, erzählt Merzario. „Die Leute fragten mich nach dem Unfall. Alle vermuteten, dieser sei durch eine gebrochene Aufhängung oder einen anderen technischen Defekt zustande gekommen. Niemand wollte glauben, dass der große Lauda einen Fehler gemacht hatte. Aber so war es. Bis Adenau (Streckenabschnitt Adenauer Forst, Red.) war die Strecke komplett trocken, danach gab es hier und dort ein paar nasse Stellen. Die leichte Linkskurve vor dem Abschnitt Bergwerk konnte man mit Vollgas nehmen, musste sich dafür aber nah an den inneren Curbs halten. Und genau da gab es einige Pfützen. Aus einiger Entfernung sah ich, dass Lauda da durchfuhr und danach seinen Wagen verlor.“

Seit diesem Presseevent sprechen Lauda und Merzario wieder miteinander. Sie waren nach wie vor keine guten Freunde, aber die Zeit hat sie milde gestimmt. Ab und zu trafen sie sich irgendwo auf dem Globus in einem Fahrerlager, posierten für Fotografen, lachten und plauderten kurz miteinander. So oder so, beide sind über die spektakuläre Rettungsaktion miteinander verbunden, geschehen in einer Ära, in der alles anders war als heute. Trotz alledem hat Arturo Merzario die Rolex nie angezogen. „Kein einziges Mal!“, bekräftigt er und zieht dabei eine gekränkte Miene. Wie sich herausstellt, ist das ein Stückweit eine Pose: Als wir unser Fotoshooting beenden, schaut er nervös um sich. „Wo ist meine Rolex?!“ Anscheinend bedeutet ihm das Geschenk mehr, als er zugeben will. Ich gebe ihm die Uhr wieder, und erneut ruft er: „Mamma!“ Die goldene Datejust verschwindet in der Handtasche. Zurück in die sichere Dunkelheit.

Text: Sandor van Es

[8401]

Produkt: Download: Design der Fliegeruhren von Breitling und IWC
Download: Design der Fliegeruhren von Breitling und IWC
Breitling und IWC stellen beide Fliegeruhren her, ihr Design könnte jedoch nicht unterschiedlicher sein.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren