Patek Philippe: Leserreise Schweiz 2015

Teilnehmer zeigen sich begeistert

Thomas Wanka
von Thomas Wanka
am 25. Juni 2015

Den passenden Abschluss der diesjährigen UHREN-MAGAZIN-Leserreise bildete der Besuch der Patek-Philippe-Manufaktur im Genfer Vorort Plan-les-Ouates und der Besuch des Patek Philippe Museums in Genf selbst. Der Abschied aus dem Vallée-de-Joux fiel nach zwei interessanten Tagen bei den Uhrmachern schwer, und noch am frühen Morgen schwärmten die Teilnehmer vom abendlichen Käsefondue in einem abgelegenen Chalet oberhalb des Hochtales.

Johannes Aicher: “Ich kann nur empfehlen, einmal bei der Leserreise mitzumachen. Es ist sehr eindrucksvoll, zu sehen, welchen Aufwand die Manufakturen betreiben, um schöne Uhren herzustellen. Zum Beispiel Audemars Piguet: Wie lange es dauert, bis ein Zifferblatt der Royal Oak fertig gestellt ist, hat mich beeindruckt.”

Die gewählte Route nach Genf führte über den beschwerlichen Weg über den knapp 1.500 Meter hohen Marchairuz und das frühe Aufstehen wurde mit einem phantastischen Panorama belohnt. Majestätisch erhob sich der schneebedeckte Montblanc in seltener Klarheit über dem Genfer See und von diesem Anblick ganz beeindruckt verging die Fahrt zur Manufaktur von Patek Philippe reibungslos und pünktlich. Nach dem obligatorischen Gruppenbild begaben wir uns in die nebenan befindliche Kleinteilebearbeitung und konnten uns von dem hohen handwerklichen Einsatz und der Detailliebe selbst überzeugen.

Oliver Corleis:
Oliver Corleis: “Die Leserreise konnte meine Begeisterung zu mechanischen Uhren vertiefen. Vor allem die Familien geführten Manufakturen begeisterten mich mit ihrer Liebe zum Detail.”

In erfrischender Offenheit schilderten uns die Mitarbeiter die bis zu 180 notwendigen Arbeitsschritte, bis ein Trieb oder ein Rad den Ansprüchen von Patek Philippe genügt. Das beginnt mit dem Pressen und Brechen der Flanken, dem Polieren der Laufflächen und dem Abschrägen der Triebe, bis hin zum Abrunden der Achsen, das so gründlich erfolgt, dass es sich bei der gewährten Betrachtung unter dem Mikroskop nahezu spiegelt. Als besonderer Höhepunkt schloss sich der Austausch mit den Uhrmachern im Kundendienst an. Alle Uhren, welche älter als 40 Jahre sind, gelangen hier her. Denn bis zu diesem Zeitpunkt wurde teilweise noch nicht gestanzt und die Bauteile sind nicht einfach austauschbar. Hier sitzen die Uhrmacher wie vor hundert Jahren an den Drehbänken und fertigen die benötigten Ersatzteile wieder an. Und das nach Gehör und mit viel Gefühl. Eindrucksvoll beobachteten und hörten wir, wie unser Uhrmacher Monsieur Pernet ein Trieb nach Gehör um ein hundertstel Millimeter abdrehte. Begeistert erläuterte er uns sein Handwerk.

Paul Becker
Paul Becker: “Mich haben zwei Sachen auf der Leserreise besonders beeindruckt: Zum einen, welche Aufmerksamkeit die Marken uns entgegen gebracht haben und zum anderen, so tolle Komplikationen wie jene der Duomètre-Linie von Jaeger-LeCoultre einmal in die Hand nehmen zu können.”

Von unserer Faszination angesteckt, eröffnete er uns ein Geheimnis: In seiner mittlerweile seit 21 Jahren währenden Tätigkeit in dieser Abteilung war es sein schwärzester Tag, als nach 20 Jahren ein von ihm gefertigtes Bauteil wieder bei ihm auf dem Tisch lag, weil es repariert werden musste. Das wäre ihm bisher aber nur einmal passiert, ergänzte er seine Anekdote nicht ganz ohne Koketterie. Nach einem kurzen Mittagessen ging es in das Patek-Philippe-Museum, wo uns Frau Guilda zwei Stunden durch die drei Etagen des größten Uhrenmuseums der Welt führte. Die Privatsammlung der Familie Stern, Eigentümer von Patek Philippe, geht weit über die Firmengeschichte hinaus und zeigt eindrucksvoll anhand unbezahlbarer Schaustücke die Geschichte der europäischen Uhrmacherei. Beim schon etwas bewegenden Abschied nach drei Tagen gaben uns dann einige Teilnehmer noch ein Resümee ihrer Eindrücke.

Thorsten Wiehe
Thorsten Wiehe: “Auf der Leserreise habe ich erst so richtig erfahren dürfen, was eine mechanische Uhr eigentlich ist. Die Uhrmacher haben freundlich und offen unsere Fragen beantwortet – das hat mich überrascht. Ich kann jedem die Leserreise nur empfehlen – ich selbst plane, nächstes Jahr wieder dabei zu sein.”
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