Patek Philippe: Minutenrepetition Ref. 5750P “Advanced Research”

Minutenrepetition mit verbessertem Klang

Im Rahmen seines Forschungs- und Entwicklungsprogramms “Advanced Research” hat sich Patek Philippe des Themas Minutenrepetition angenommen. Ziel war es, den Klang zu verstärken und das Ergebnis zugleich unabhängig vom Material des Uhrengehäuses zu machen. Letzteres ist wichtig, da gerade die für Luxusuhren verwendeten Metalle wie Gold und vor allem Platin den Klang stärker nach außen abschirmen als zum Beispiel Kohlefaser. Das Ergebnis des drei Jahre langen Prozesses schlägt sich nieder in einer auf 15 Exemplare limitierten Uhr: der Referenz 5750P “Advanced Research” Fortissimo.

Patek Philippe: Minutenrepetition Ref. 5750P_001 Advanced Research
Patek Philippe: Minutenrepetition Ref. 5750P_001 Advanced Research

Patek Philippe hat kein völlig neues Uhrwerk entwickelt, sondern das bestehende Manufakturkaliber R 27 PS mit Minutenrepetition und kleiner Sekunde als Basis genommen, dabei aber einige Grundprinzipien der Konstruktion verändert. Im Zentrum steht das “Fortissimo” genannte System zur Klangverstärkung und -verbreitung: Ersteres besteht aus einem Klanghebel aus Stahl, der an den Plattenarm eines Schallplattenspielers erinnert, und einer 0,2 Millimeter dünnen Saphirglasplatte, die mit dem Klanghebel verbunden ist. Wird die Repetition durch den Schieber auf der Gehäuseseite aktiviert, schlagen zwei Hämmer aus Platin gegen die Tonfedern. Deren Schwingungen werden an den Klanghebel und von diesem an die Saphirglasplatte übertragen, wodurch der Klang verstärkt wird.

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Verbesserte Minutenrepetition: Patek-Philippe-Kaliber PP R 27 PS
Verbesserte Minutenrepetition: Patek-Philippe-Kaliber PP R 27 PS

Ebenfalls neuartig ist die Trennung des Soundsystems vom Rest des Uhrwerks. Während die Hämmer noch in Verbindung mit dem Werk stehen – ein Muss, denn von letzterem erhalten sie ja die Information über die Uhrzeit -, sind die Tonfedern wie das gesamte Klangsystem vom Werk getrennt. Die Tonfedern sind seitlich am Fuß des Klanghebels befestigt. Dieser ist wiederum durch einen flexiblen Zapfen an einem Titanring fixiert, der seinerseits an den Gehäuseboden geschraubt ist. Die Klangwellen, die über den Klanghebel zur Saphirglasplatte geleitet werden, werden durch vier seitliche Öffnungen im Titanring nach außen verbreitet und gelangen durch einen feinen Spalt zwischen Gehäuseboden und Gehäusemittelteil aus der Uhr. Ein Staubfilter schützt das Werk, wasserdicht ist die Uhr aber nicht – wie alle Minutenrepetitionen von Patek Philippe.

Seitenansicht: Patek Philippe Ref. 5750P_001
Seitenansicht: Der schmale Gehäusespalt, durch den der Klang nach außen dringt, ist sehr dezent ausgeführt

Während bei einer klassischen Minutenrepetition der Schlag der Hämmer auf die Tonfedern die gesamte Uhr in Schwingung versetzen und der Klang sich über Gehäuse, Deckglas und Boden verbreitet, ist hier das Verstärkersystem durch einen Isolierreif aus Verbundmaterial akustisch vom Uhrwerk abgekoppelt. Daher spielt die Wahl des Gehäusematerials für den Klang keine Rolle. Laut Patek Philippe ist der Klang der neuen Uhr nicht nur deutlich verstärkt, sondern auch räumlich weiter vernehmbar: Noch aus 60 Metern Entfernung soll man den Klang genauso gut vernehmen wie bei einer klassischen Repetitionsuhr aus zehn Metern. Auch die Klangdauer hat zugenommen: Die längste Dauer bei 12.59 Uhr (12 Schläge für die Stunden, drei Doppelschläge für die Viertelstunden und weitere 14 Schläge für die restlichen Minuten) beträgt bei klassischen Minutenrepetitionen 16 bis 18 Sekunden, bei der Neuen sind es etwa drei Sekunden mehr.

Die Rückseite der Patek Philippe Ref. 5750P_001
Die Rückseite der Patek Philippe Ref. 5750P_001

Nicht nur die Hämmer bestehen aus Platin – das soll den Klang im Vergleich zu herkömmlichen Stahlhämmern weicher machen -, sondern auch das Gehäuse, was sich dank des neuen Mechanismus nicht mehr klanghemmend auswirkt. Bei einem Durchmesser von 40 Millimetern baut es 0,57 Millimeter höher als die von Patek Philippe zum Vergleich herangezogene Referenz 5178 mit Kathedralen-Tonfeder. Dass es trotz des wie ein Modul hinten aufgesetzten Soundsystems nicht mehr ist, liegt daran, dass die Brücken und der Mikrorotor (aus Platin statt wie sonst aus Gold) flacher gefertigt sind.

Zifferblattdetail: die kleine Sekunde der Patek Philippe Ref. 5750P_001
Zifferblattdetail: die kleine Sekunde der Patek Philippe Ref. 5750P_001

Neben so viel Technik hat die Ref. 5750P auch optisch einiges zu bieten. Das fünfteilige Zifferblatt ist mit einem durchbrochenen Motiv verziert, das an die Speichenräder von Oldtimern erinnern soll und das sich auch auf dem Mikrorotor wiederfindet. Die keine Sekunde ist in Form einer Drehscheibe im gleichen Design gestaltet; auf die Sekunden weist ein kleiner Index am Rand. Die 15 Uhren, die zum Verkauf angeboten werden, besitzen ein Armband aus orangefarbenem Alligatorleder mit schwarzen Kontrastnähten und eine Faltschließe aus Platin. Der Preis beträgt 590.000 Schweizer Franken. buc

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Produkt: Chronos 05/2018
Chronos 05/2018
Schwerpunkt-Thema Schweiz +++ Test: Breitling Navitimer 8, Rolex GMT-Master II +++ Patek Philippe vs. Audemars Piguet +++ Uhren unter 1000 € +++

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