Seiko: Astron GPS Solar

Weltzeit, leicht gemacht

Gisbert L. Brunner
von Gisbert L. Brunner
am 26. Dezember 2012
Das Basismodell der Seiko Astron GPS in Edelstahl
Das Basismodell der Seiko Astron GPS in Edelstahl

1978 war die Geburtsstunde des Global Positioning System (GPS). Es geht auf das US-Verteidigungsministerium zurück, das ein wetterunabhängiges Navigationssystem für seine Streitkräfte brauchte. Zu diesem Zweck gelangte bis 1985 die erste Generation von 24 Satelliten ins All. Ihre Dienste stehen mit gewissen Einschränkungen zur freien Verfügung. Mithilfe der GPS-Zeit lassen sich Zeitzonenwerte berechnen, von denen es gegenwärtig 39 gibt – inklusive halb- und viertelstündiger Zeitzonen sowie solcher, die dieselbe Uhrzeit, aber ein anderes Datum aufweisen. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, alle diese Zonen zu kennen, und genau hier hilft die Astron GPS Solar von Seiko, die im Frühjahr vorgestellt wurde und nun den Weg in den Handel fand. Der Name Astron hat schon Tradition, denn er erinnert an Seikos erste Quarzarmbanduhr von 1969. Der Newcomer trägt in seinem elektronischen Speicher alle Zeitzonen mit sich, und zwar sekundengenau. Möglich macht es besagtes GPS. In Armbanduhren bereitet dieses normalerweise Probleme, da das Empfangen der Satellitensignale rund 10.000-mal mehr Energie beansprucht als die Zeitanzeige eines herkömmlichen Analogquarzwerks mit drei Zeigern. Sechs Jahre lang hat Seiko an einer Lösung dieses Problems gearbeitet.

Aus Titan: die Seiko Astron GPS Solar
Aus Titan: die Seiko Astron GPS Solar

Heraus kamen ein innovatives GPS-Modul mit andersartiger, rund ums Werk reichender Antenne sowie ein intelligent programmierter Chip. Die Techniker haben die Erde in eine Million Planquadrate unterteilt, und GPS ermittelt aus dem jeweiligen Standort die passende Zonenzeit. Deren Indikation erfolgt konventionell mit Hilfe von Zeigern. Die Atomuhren im All gewährleisten Ultrapräzision, sodass der elektronische Tausendsassa in 100.000 Jahren nur eine Sekunde falsch geht. Zum Leistungsspektrum gehört auch ein ewiger Kalender, dessen Anzeigegenauigkeit bis Ende Februar 2100 reicht.

Kraft durch Licht

Die Versorgung der Lithium-Ionen-Batterie mit frischer elektrischer Energie obliegt einer Solarzelle, die Seiko dezent ins Zifferblatt integriert hat. Trickreich vollzieht sich die Steuerung der Uhrzeit: Die Techniker verwenden einen kleinen Lichtsensor, der die Elektronik bei hinreichender Helligkeit täglich einmal mit einem der überirdisch kreisenden Taktgeber verbindet, um sich die atomgenaue GPS-Zeit einzuverleiben. Ein kleiner Multifunktionszeiger bei der Zehn lässt unter anderem wissen, ob die Uhr gerade vier oder mehr Satelliten zum Errechnen der aktuellen Position und zur Indikation der dort geltenden Lokalzeit empfängt.

Von der Seiko Astron GPS Solar mit schwarzer Titankarbidbeschichtung gibt es nur 2.500 Stück
Von der Seiko Astron GPS Solar mit schwarzer Titankarbidbeschichtung gibt es nur 2.500 Stück

Damit Globetrotter ja nicht zur falschen Zeit bei den Lieben anrufen, bewahrt ein Zeigerpaar bei der Sechs eisern die Heimatzeit. Selbstverständlich lassen sich die verschiedenen Funktionen einschließlich des Umschaltens von Winter auf Sommerzeit mit Hilfe von Drückern und dem genannten Multifunktionszeiger links am Zifferblatt auch manuell beeinflussen. Dies ist unter anderem nötig, um die Elektronik überhaupt auf eine neue Zeitzone aufmerksam zu machen: Nach Ankunft am Zielort muss der Träger erst einmal unter freiem Himmel – am besten beim Aussteigen aus dem Flugzeug – den Drücker bei der Zwei sechs Sekunden lang betätigen, damit sich die Zeiger innerhalb der folgenden 30 Sekunden auf die neue Zeitzone einstellen können. Ohne diesen Handgriff bliebe die Uhrzeit bis zur nächsten automatischen Synchronisation – die gegebenenfalls erst Stunden nach der Landung stattfindet – falsch. Für 1.950 Euro offeriert Seiko die 47 Millimeter große Astron GPS Solar in Stahl mit Silikonband. 2.500 Euro kostet die Titanversion mit Gliederarmband, und die Spitze der Kollektion markiert eine auf 2.500 Exemplare limitierte, 3.300 Euro teure Titanuhr mit schwarzer Titankarbidbeschichtung und Armband aus demselben Material. Jedes der drei Modelle besitzt dank Saphirglas und Keramiklünette eine kratzfeste Front, sodass die beeindruckende Weltzeitfunktion auf einem gleichbleibend jugendhaften Uhrengesicht angezeigt wird. glb

 

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