Taucheruhren in der Praxis

Sinn oder Unsinn?

Jens Köppe
von Jens Köppe
am 4. April 2013

Als Tauchausbilder und Taucheruhrenliebhaber werde ich bei Einführungen zu Tauchcomputern immer wieder gefragt, ob eine Taucheruhr denn eigentlich noch Sinn macht. Nicht zuletzt deshalb, weil ich selbst eine trage.

Es mag banal klingen, aber der naheliegende Grund ist auch der wichtigste: Man kann unter Wasser die Zeit ablesen. Die primäre Aufgabe eines Tauchcomputers ist es, den Tauchgang vom Zeitpunkt des Abstiegs bis zur Wiederkehr an die Oberfläche zu berechnen. Weniger wichtig ist hingegen die Anzeige der aktuellen Zeit.

Contributor Jens Köppe bei der Einführung der Tauchschüler
Contributor Jens Köppe bei der Einführung der Tauchschüler

Uhrzeitanzeige nur über Umwege

Bei gängigen Tauchcomputern wird während des Tauchgangs die aktuelle Uhrzeit nicht permanent eingeblendet. Mit diversen Tauchcomputern im Uhrenformat, wie zum Beispiel dem Suunto Zoop, der Suunto D6i, der Oceanic Atom 3 oder dem Mares Matrix kann man über einen Tastendruck die Uhrzeit für ein paar Sekunden einblenden. Danach wechselt das Instrument wieder in den Tauchmodus. Wer also die Uhrzeit dauerhaft angezeigt haben will, kommt um eine separate Uhr nicht herum.

Wozu eine Uhr beim Tauchen?

Eine Uhr eignet sich bestens, um schnell und einfach eine Entfernung zu messen. Hierfür stellt man die Drehlünette der Uhr auf die aktuelle Minute und liest dann die Zeit bis zum Umkehrpunkt ab. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Flossenschläge gleichmäßig erfolgen und die Distanz ohne Unterbrechung geschwommen wird.

Ich selbst trage beim Tauchen unter anderem meine Sinn U1
Ich selbst trage beim Tauchen unter anderem meine Sinn U1

Worauf es sonst noch ankommt

Da eine Uhr beim Tauchen großen Druckunterschieden ausgesetzt ist, rate ich zu Modellen mit einer Wasserdichtheit zwischen 30 und 100 Bar.

Eine Taucheruhr hat im Gebrauch mit verschiedenen Belastungen zu kämpfen. Dies beginnt schon mit dem Sprung ins Wasser. Dabei kann es passieren, dass das Glas direkt auf die Wasseroberfläche trifft, was einen enormen Druck auf das Gehäuse ausübt. Zusätzliche Stöße durch Kontakt mit der Umgebung oder der Ausrüstung setzen der Uhr weiter zu. Je mehr Sicherheitsreserven eine Uhr hat, desto länger hält sie dicht. Allerdings ist schon manch teure Uhr, die der Hersteller als Taucheruhr bezeichnet, bereits bei Tests im flachen Wasser „abgesoffen“.

Mein Fazit

Eine Taucheruhr ist eine sinnvolle Ergänzung zum Tauchcomputer. Ob Analog oder Digital ist letztlich eine persönliche Entscheidung oder die des Portemonnaies. Damit das gute Stück aber auch auf längere Zeit seinen Dienst tut, sollte sie bestenfalls den Taucheruhrennormen ISO 6425 oder der DIN 8306 entsprechen. Beim Tauchsport gilt: Tauchtauglichkeit schlägt Design.

 

Text: Contributor Jens Köppe

Nivrel: Héritage Chronographe Minutes

Nivrel präsentiert mit dem Héritage Chronographe Minutes die Neuauflage eines älteren Modells - das mit 38 Millimetern Gehäusedurchmesser einige Jahre lang nicht der Mode entsprach. Nun geht der Trend wieder zu mittelgroßen Uhren, und so kommt das Edelstahlmodell zu neuer Ehre. Sein Automatikwerk auf Basis von Eta 2892-A2 bringt neben der … » weiterlesen

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