UHREN-MAGAZIN: Leserreise Schweiz 2014

Jaeger-LeCoultre: Manufaktur und Master Class

Thomas Wanka
von Thomas Wanka
am 25. Juni 2014
Uhrmacher Jaquet Rochat erlätert den UHREN-MAGAZIN-Leser die nächsten Arbeitsschritte in der Master Class.
Uhrmacher Jaques-André Rochat erläutert den UHREN-MAGAZIN-Lesern die nächsten Arbeitsschritte in der Master Class.

Gerade sind wir im Salon Antoine LeCoultre eingetroffen. Der Nachmittag in der Manufaktur Jaeger-LeCoultre ist der sogenannten Master Class gewidmet. Keine Fingerübung, sondern eine anspruchsvolle uhrmacherische Aufgabenstellung verlangt Uhrmacher Jacques-André Rochat von uns. Es gilt, das Handaufzugwerk JLC 822 nicht nur zu zerlegen, sondern auch wieder erfolgreich zusammen zu bauen. Insgesamt zwölf historisch anmutende Uhrmachertische stehen uns dafür zur Verfügung. Geduldig wird die Aufgabe erläutert und anschließend an jedem Arbeitsplatz der Ablauf beobachtet und den UHREN-MAGAZIN-Lesern gegebenenfalls hilfreich zur Seite gestanden. Die Stimmung ist wie in einer Schulklasse, wenn der Lehrer plötzlich eine Klassenarbeit austeilt. Das Gelächter entspringt einer künstlichen Heiterkeit, den meisten ist der heimliche Ehrgeiz dennoch anzumerken. Den Vormittag über hatten wir beim Besuch der Manufaktur Gelegenheit, der gedachten Entstehung einer Uhr zu folgen. In der Designabteilung werden die Ideen für neue Uhren geboren. Über den verglasten Gang hinweg sitzt die Konstruktionsabteilung, welche diese Ideen in die Praxis umsetzen muss. Zurzeit arbeitet man hier übrigens an der Kollektion von 2017. Über den Prototypenbau führt uns der Weg zu den Werkstätten, in welchen Standardkaliber zusammengebaut werden, bis hin zum Atelier, in welchem eine Uhr von zwei Uhrmachern gefertigt wird. Nicht mehr von einem alleine, wie noch vor kurzem: Immer ein jüngerer Kollege soll vom erfahreneren lernen. Das Sphérotourbillon, die Gyrotourbillons und die Komplikationen aus der Duomètre-Linie sorgen für andachtsvolle Stille, welch sich noch verstärkt, als auch eine Minutenrepetition zum Erklingen gebracht wird. Diese Komplikationen dürfen wir im nächsten Schritt aus nächster Nähe begutachten. Manfred Waldeck, eigens von Jaeger-LeCoultre Deutschland aus mitgereist, erläutert uns, mit welch aufwändigem Verfahren es den Konstrukteuren gelungen ist, durch die angelaserte Tonfeder das Saphirglas als Resonanzkörper zum Schwingen zu bringen. Beeindruckt folgten UHREN-MAGAZIN-Leser in die Kleinteilefertigung und die Dekorationsabteilungen. Selten zu sehen ist die Montage der Paletten in den Anker und deren Verkleben mittels Schellack. Jaeger-LeCoultre ist nach eigenen Angaben die einzige Manufaktur, welche diesen Arbeitsgang im eigenen Hause beherrscht. Nach dem Besuch der Atmos-Fertigung und der legendären Glaswand mit Kalibern über zwei Etagen im Firmenmuseum ging es zu einem stärkenden Mittagessen am Lac de Joux. Ein fangfrischer Hecht wurde vor unseren Augen zubereitet. Entsprechend ausgeglichen ging es wieder zurück in die Manufaktur. Und nun wird gerade versucht, das mittlerweile zerlegte Werk wieder zum Leben zu erwecken. Das unsichere Gekicher ist längst konzentrierter Stille gewichen und der erfolgreiche Zusammenbau wird mit Sicherheit noch fröhlich gefeiert, bevor die diesjährige UHREN-MAGAZIN-Leserreise in die Schweiz zu Ende geht. Einige Teilnehmer werden wir vom 22. bis 23. September wiedersehen, wenn uns die UHREN-MAGAZIN-Leserreise nach Glashütte führt. tw

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