Was Sie über die Bulgari Octo Roma wissen sollten

Die neue Uhrenlinie von Bulgari mit weiterentwickeltem Octo-Gehäuse

Roger Rüegger
von Roger Rüegger
am 31. Dezember 2017

Für die Octo Roma hat Bulgari sein legendäres achteckiges Gehäuse neu interpretiert. Bis dahin war es ein langer Weg mit vielen uhrmacherischen Meilensteinen: 2012 führte die Manufaktur die Zweizeigerversion der Octo ein. Diese Uhr namens Octo Solotempo wurde nicht nur für ihr einzigartiges komplexes Gehäusedesign mit 110 Facetten gelobt, sondern legte auch den Grundstein für eine der erfolgreichsten Kollektionen der italienischen Marke mit Schweizer Uhrenfertigung. Apropos Grundstein: Laut Bulgari ist das achteckige Gehäuse von architektonischen Details in der Basilica di Massenzio inspiriert, dem größten Gebäude des Forum Romanum in Rom. Doch selbstverständlich ist für die Evolution der Octo auch der ursprüngliche Entwurf von 2004 essenziell, den das Bulgari-Design-Team für seine zuvor gekaufte und heute voll integrierte Untermarke Gérald Genta entwickelt hatte.

Bulgari: Octo Roma in Roségold
Bulgari: Octo Roma in Roségold (18.300 Euro)

Nach dem Launch der Octo Solotempo (was so viel wie „nur die Zeit“ heißt) im Jahr 2012 führte Bulgari zunächst ein individuell gestaltetes Metallarmband ein und ergänzte die Kollektion dann zügig um diverse ultraflache Versionen mit dem Beinamen Finissimo („superfein“) und Chronographen mit Namen Velocissimo („pfeilschnell“).

Letztere waren mit dem Schnellschwinger-Chronographenkaliber El Primero von Zenith ausgerüstet, Bulgaris Schwestermarke innerhalb des LVMH-Luxusgüterkonzerns. 2016 kamen schließlich die „extrem schwarzen“ Ultranero-Versionen mit beschichteten Gehäusen hinzu.

Wie sich die Bulgari Octo entwickelt hat

In den vergangenen fünf Jahren hat Bulgari nicht nur die achteckige Form nahtlos in seine Designsprache überführt, sondern auch sein Ansehen als High-End-Uhrenhersteller durch die Entwicklung einiger hochkomplizierter Zeitmesser gesteigert. Das Octo Finissimo Tourbillon von 2014 beispielsweise war mit dem dünnsten klassisch konstruierten Tourbillonkaliber ausgestattet; seine Bauhöhe betrug nur 1,95 Millimeter. 2016 stellte Bulgari mit der Octo Finissimo Minute Repeater den Rekord für die flachste Minutenrepetition auf: Das Kaliber BVL 362 misst nur 3,12 Millimeter, das Titangehäuse lediglich 6,85 Millimeter in der Höhe. Und auf der Baselworld 2017 präsentierte die Marke schließlich die Octo Finissimo Automatic – die flachste Automatikuhr (5,15 Millimeter) mit dem flachsten Automatikwerk (2,23 Millimeter).

Manufakturwerk mit Automatikaufzug: das Kaliber BVL 191
Manufakturwerk mit Automatikaufzug: das Kaliber BVL 191

Verglichen mit den sechsstelligen Preisen von Tourbillon und Minutenrepetition ist die 2017 erschienene Octo Roma absolut erschwinglich: Die Preise starten bei 5.800 Euro für die Stahlversionen mit Alligatorlederband. Sie hält keinen Flachheitsrekord, stellt aber die erste grundlegende Weiterentwicklung des achteckigen Gehäuses dar. Wie der Name Octo ausdrückt, ist sie immer noch achteckig, aber etwas weniger markant – und weniger kantig. Deshalb tritt die runde Lünette, die schon früher zur Octo gehörte, hier mehr in den Vordergrund und lässt die Uhr eher organisch als geometrisch aussehen. Sie wirkt dezenter, obwohl Lünette, Krone und Bodenglas immer noch die einzigen runden Komponenten sind. Gehäuse, Zifferblatt und Deckglas sind nach wie vor achteckig, wobei die Gehäusefacetten von 110 auf 58 reduziert wurden.

Die Bulgari Octo Roma ist die Dezentere

Die Octo Roma stellt die Evolution eines bestehenden Designs dar, ohne das Vorbild in den Schatten zu stellen. Die zwei Octo-Formen sind verschieden genug, um die Linienerweiterung zu rechtfertigen. Es ist unmöglich zu sagen, welche Octo die bessere ist. Markenchef Jean-Christophe Babin erklärt: „Nach einem Jahr Hin und Her haben wir entschieden, die neue Uhr zu bringen, weil ihr Potenzial groß ist. Das Ziel war, den Kundenstamm um solche Uhrenliebhaber zu erweitern, die etwas Dezenteres suchen als die bestehende Octo.“

In einer Hinsicht ist die Octo Roma jedenfalls besser: Sie bietet mehr Flexibilität beim Bandwechsel. Bulgari verwendet nämlich bei der neuen Uhr Standardarmbänder mit herkömmlichen Federstegen statt Spezialanfertigungen für die individuell geformten Bandanstöße der Octo. Es gibt immer noch keine Leuchtmasse auf Zifferblatt und Zeigern, was sicherlich einige Uhrenfreunde vom Kauf abhält. Allerdings ist man geneigt zuzugeben, dass bei einem Designobjekt wie der Octo Roma die Form über die Funktion gehen darf.

Dezenter Verschluss: die Sicherheitsfaltschließe des Edelstahlarmbands
Dezenter Verschluss: die Sicherheitsfaltschließe des Edelstahlarmbands

Die Octo Roma gibt es mit schwarzem, silberfarbenem oder braunem Zifferblatt sowie mit Gehäusen aus Edelstahl, Roségold oder einer Kombination aus beidem. Besonders gelungen: Die Datumsscheiben aller Modelle sind in der Farbe des Zifferblatts gehalten. Für die Stahlversionen bietet Bulgari neben dem Alligatorlederband mit Dornschließe auch ein Edelstahlband mit Faltschließe an. Es besitzt einen dezenten Verschluss mit Sicherheitsdrückern sowie individuell gestaltete Glieder, die außen satiniert und innen poliert werden. Das Stahlband erzeugt einen sportlicheren, lässigeren Look und liegt durch seine schmalen Glieder und die hochwertige Verarbeitung besonders angenehm am Arm.

Mit dieser Octo liefert Bulgari viel Uhr fürs Geld

Die 41 Millimeter großen Gehäuse sind bis 50 Meter wasserdicht und besitzen vierfach verschraubte Saphirglasböden sowie unverschraubte Kronen mit schwarzen Keramikeinsätzen. Im Innern tickt das Manufaktur-Automatikkaliber BVL 191, das trotz seines Beinamens „Solotempo“ neben der Zeit auch das Datum anzeigt. Das Werk wurde 2013 eingeführt und kam bereits in einigen Uhren zum Einsatz – mit und ohne Module sowie bisweilen sogar mit Chronometerzertifikat. Das Werk mit seinen dezenten Verzierungen gilt als das Arbeitstier unter den Bulgari-Kalibern. Ein beidseitig aufziehender Zentralrotor liefert die Energie für 42 Stunden Gangdauer.

Bulgari hat es also geschafft, seiner Octo eine neue Seite abzugewinnen, ohne das unverwechselbare achteckige Design aufzugeben. Die neue Uhr zeigt viel Liebe fürs Detail, ein hochwertiges, komplexes Gehäuse, eine hohe Gesamtqualität und ein eigenes Werk – und das alles zu überschaubaren Preisen. Uhrenkenner wissen, dass bei dem Versuch, einen Klassiker weiterzuentwickeln, nicht alle Wege nach Rom führen. Der neue Weg, den Bulgari mit der Octo Roma beschreitet, tut es aber definitiv. rr

Weitere Informationen zu Historie, Kollektion, Manufaktur und Design von Bulgari finden Sie im Chronos Special Bulgari.

Hier können Sie das 50-seitige Sonderheft für 7,90 Euro versandkostenfrei bestellen.

Und hier finden Sie die Ausgabe für 5,90 Euro als Download.

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