Wie die IWC Große Fliegeruhr zur Ikone wurde

Alles über die berühmte IWC Big Pilot's Watch

Jens Koch
von Jens Koch
am 12. Juni 2018

Die Geschichte der beliebten Großen Fliegeruhr von IWC geht weiter zurück als die Historie der meisten Armbanduhren: IWC hat sie ab 1940 für die deutsche Luftwaffe gefertigt. Der 55 Millimeter große, vom Taschenuhrkaliber 52 T.S.C. angetriebene Zeitmesser hat mit seinem Beobachtungsuhren-Design das Genre Fliegeruhr bis heute entscheidend geprägt – zusammen mit den baugleichen Modellen der deutschen Hersteller A. Lange & Söhne, Wempe, Laco und Stowa.

IWC Große Fliegeruhr von 1940: Ref. 52T.S.C, Kaliber 52 T.S.C
IWC Große Fliegeruhr von 1940: Ref. 52T.S.C, Kaliber 52 T.S.C

Typisch waren das militärische Dreieck mit den zwei Punkten bei zwölf Uhr, die serifenlosen Ziffern, bei denen die Eins wie ein Strich aussieht, und die rautenförmigen Zeiger. Diese Merkmale finden sich heute bei nahezu allen aktuellen Fliegeruhren von IWC. Sogar die Mark XVIII folgt dem Familiendesign, obwohl ihr Vorbild, die für die Royal Air Force gebaute Fliegeruhr Mark 11 von 1949, andere Ziffern und Zeiger hatte.

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Die Evolution der Großen Fliegeruhr

Allerdings startete der Nachfolger des Urmodels erst 2002:?IWC legte die Große Fliegeruhr mit immerhin 46 Millimeter großem Stahlgehäuse und hauseigenem Sieben-Tage-Kaliber 5011 wieder auf. Schnell wurde sie mit der markanten Größe und dem schlichten Design zu einem maskulinem Statement am Handgelenk. Zusätzlich zum typischen Zifferblatt stellt auch die kegelförmige Krone, die die Bedienung mit Handschuhen erleichtert, ein Wiedererkennungszeichen dar.

IWC Große Fliegeruhr von 2002
IWC Große Fliegeruhr von 2002

Das Gehäusemaß der klassischen Großen Fliegeruhr blieb von 2002 bis heute bei 46 Millimetern, aber in der aktuellen Versiones tickt das verbesserte Manufakturkaliber 51111. Wie die Mark-Modelle gehört die Große Fliegeruhr in die Classic-Kollektion, deren Gehäuseböden die Reliefgravur des Flugzeugklassikers Ju 52 tragen. Die Uhr besitzt ein Armband von der italienischen Schuh- und Lederwarenmanufaktur Santoni. Im Laufe der Zeit baute IWC die Große Fliegeruhr zu einer kleinen Kollektion aus. Dabei schlägt die Manfaktur unterschiedliche Richtungen ein:?Die Modelle sind historischer, moderner, komplizierter oder eleganter als der Klassiker.

Besondere Heritage-Modelle 

Innerhalb der Classic-Kollektion gibt es noch vier Heritage-Modelle, die es in sich haben: Während die Große Fliegeruhr Heritage 48 mit hauseigenem Acht-Tage-Handaufzugskaliber 59215 und Datum im 48-­Millimeter-Gehäuse bereits imposant daherkommt, ­erzielt die Große Fliegeruhr Heritage 55 mit Manufaktur-Handaufzugskaliber 98300 und normaler Gangautonomie von 46 Stunden in ihrer 55-Millimeter-Schale eine noch größere Wirkung.

IWC Große Fliegeruhr Heritage 55
IWC Große Fliegeruhr Heritage 55 (16.300 Euro)

IWC nimmt damit den ursprünglichen Durchmesser von 55 Millimetern wieder auf. Sie kommt mit beigefarbener Leuchtmasse und mattem Gehäuse ihrem Vorbild im Design recht nahe – auch wenn sie eine kleine Sekunde besitzt; das Urmodell verfügte über einen zentralen Sekundenzeiger.

Vor Kurzem stellte IWC?die Große Fliegeruhr Heritage in klassischen 46 Millimetern vor. Sie kleidet sich in Titan oder – in einer auf 1500 Exemplare limitierten Version – in Bronze. Alle besitzen ein Magnetfelder abschirmendes Weicheisen-Innengehäuse, das die berühmte Ahnin nicht vorweisen konnte. Dass die 48-Millimeter-Version durch ein kleines Sichtfenster im Gehäuseboden Blicke auf die Unruh erlaubt, vermindert den Magnetfeldschutz laut IWC kaum.

IWC?Große Fliegeruhr Heritage in Bronze
IWC?Große Fliegeruhr Heritage in Bronze (1.500 Exemplare, 13.800 Euro)

Zusätzlich baut IWC?die Große Fliegeruhr auch als elegante Version in der Kollektion Spitfire. Dann ­besteht das 46 Millimeter große Gehäuse aus Rotgold und das anthrazitfarbene Zifferblatt trägt einen Sonnenschliff. Den Boden ziert die Reliefgravur eines Spitfire-Kampfflugzeugs.

IWC Große Fliegeruhr Spitfire in Gold
IWC Große Fliegeruhr Spitfire in Gold (29.600 Euro)

Zu dieser Linie zählt auch eine Version mit der nützlichen Komplikation eines digitalen Jahreskalenders: Die Große Fliegeruhr Jahreskalender Spitfire misst 46 Millimeter und wird vom Manufakturkaliber 52850 mit sieben Tagen Gangautonomie angetrieben, das man durch den Glasboden betrachten kann.

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Modern interpretiert – die Große Fliegeruhr Top Gun

IWC versteht sich aber auch auf modernes Design: Bei den Top-Gun-Modellen sorgen ein mattschwarzes Keramikgehäuse und ein Band in Textiloptik für einen zeitgemäßen, militärischen Touch, und das unter Beibehaltung der anderen traditionellen Merkmale. Auch hier gibt es eine Große Fliegeruhr in der klassischen Größe von 46 Millimetern. Der Titanboden trägt das Top-Gun-Emblem als Reliefgravur. Das Band sieht zwar aus wie Textil, besteht aber nun aus haltbarerem geprägtem Kalbsleder. Zu dieser Linie gehört auch die komplizierte Große Fliegeruhr Ewiger Kalender Top Gun. Das Automatikkaliber 51614 basiert auf dem 50000er Kaliber. Zusätzlich zu dem korrekt schaltenden Kalender mit Datum, Wochentag und Monat zeigt er die Mondphase mit zwei Monden für die nördliche und südliche Hemisphäre an. Den Boden ziert das Top-Gun-Logo in Farbe.

IWC Große Fliegeruhr Ewiger Kalender Top Gun
IWC Große Fliegeruhr Ewiger Kalender Top Gun (35.800 Euro)

Antoine de Saint-Exupéry – die elegante Große Fliegeruhr 

Auch zu Ehren des französischen Piloten und Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry (braunes Zifferblatt) sowie seines berühmten Werkes „Der kleine Prinz“ (blaues Zifferblatt) gibt es elegante Modelle. Zurzeit gibt es die klassische Große Fliegeruhr im 46-Millimeter-Stahlgehäuse nur als Große Fliegeruhr Edition „Le Petit Prince“ mit blauem, sonnenschliffverziertem Zifferblatt. Die Große Fliegeruhr Jahreskalender Edition „Le Petit Prince“ kennt alle Monate mit 30 und 31 Tagen und muss nur Anfang März korrigiert werden. IWC baut sie in Rotgold sowie Weißgold je 250-mal. Durch den Glasboden sieht man den Rotor in Form eines Planeten mit dem kleinen Prinzen, der einer Zeichnung von Saint Exupéry aus dem Buch nachempfunden ist.

IWC Große Fliegeruhr Edition „Le Petit Prince“
IWC Große Fliegeruhr Edition „Le Petit Prince“ (13.500 Euro)

Den Jahreskalender bietet IWC?auch als Edition „Antoine de Saint Exupéry“ mit braunem Zifferblatt an, ebenfalls auf 250 Exemplare limitiert, aber nur in Rotgold. Der ebenfalls rotgoldene Rotor unter dem Glasboden stellt eine Lockheed P-38 Lightning dar, den letzten Flugzeugtyp, den Saint Exupéry flog.

IWC?Große Fliegeruhr Jahreskalender Edition „Antoine de Saint Exupéry“
IWC?Große Fliegeruhr Jahreskalender Edition „Antoine de Saint Exupéry“ (250 Exemplare, 35.700 Euro)

Noch seltener muss man die Große Fliegeruhr ­Ewiger Kalender Edition „Antoine de Saint Exupéry“ einstellen, denn ihr Mechanismus schaltet auch Ende ­Februar korrekt weiter, und das sogar in Schaltjahren. Die Stahluhr verfügt ebenfalls über einen Glasboden, der Rotgoldrotor zeigt das Initial A. des Piloten und Schriftstellers, das man auch auf dem Zifferblatt sieht. Im Gegensatz zum ewigen Kalender der Top-Gun-Linie verfügt diese Uhr über eine einfache Mondphase. Bei den Jahreskalendern und dem ewigen Kalender dieser Edition setzt IWC noch die eleganten Serifenziffern ein.

Sondereditionen der Großen Fliegeruhr

Im Laufe der Zeit stellte IWC?auch zahlreiche Sonderedition wie die 2012 präsentierte offizielle Uhr der deutschen Fußballnationalmannschaft vor, die Große Fliegeruhr Edition DFB.

IWC Große Fliegeruhr ­Edition DFB (2012)
IWC Große Fliegeruhr ­Edition DFB (2012, ausverkauft)

Des Weiteren gab es eine Version für die Kunstflugstaffel Patrouille Suisse, ebenfalls mit silbernem Zifferblatt, und verschiedene Editionen für Juweliere mit gelben, orangefarbenen oder roten Ziffern. Auch ohne diese Sondereditionen kommen bei der aktuellen Kollektion zwölf verschiedene Modelle zusammen. Mehr als ein Drittel aller IWC-Fliegeruhren sind also Große Fliegeruhren. Interessanterweise nennt IWC selbst das Modell inzwischen auch in Deutschland Big Pilot’s Watch, was wegen der deutschen Tradition etwas seltsam anmutet.

IWC Große Fliegeruhr in der aktuellen Version
IWC Große Fliegeruhr in der aktuellen Version (13.500 Euro)

Zum 150-jährigen Firmenjubiläumg verpasst die Marke der Großen Fliegeruhr ein Großdatum. Damit erhält die Big Pilot’s Watch Big Date Edition “150 Years” ein neues Manufakturkaliber. Das Automatikkaliber 59235 bietet acht Tage Gangautonomie. Die verbleibende Kraftreserve kann der Träger auf der Rückseite durch ein kleines Sichtfenster im Stahlboden ablesen. Die Edelstahluhr misst 46 Millimeter im Durchmesser und ist mit einem weiß oder blau lackiertem Zifferblatt erhältlich.

IWC: Big Pilot's Watch Big Date Edition "150 Years"
IWC: Big Pilot’s Watch Big Date Edition “150 Years” (14.500 Euro)

Die Preise beginnen bei 13.500 Euro für die Stahlversion der Großen Fliegeruhr (auch für die Edition „Le Petit Prince“). Das andere Ende der Skala markieren der Ewige Kalender Top Gun für 35.800 Euro und der Jahreskalender „Le Petit Prince“ in Weißgold für 38.800 Euro. Es bleibt spannend, was IWC?noch für weitere Varianten an den Start bringen wird.

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