Zenith: Exklusives Interview mit Chronos

Zurück zum Erfolg der Uhrenmarke

Katharina Studer
von Katharina Studer
am 31. Oktober 2011

Jean-Frédéric Dufour, seit Juni 2009 CEO des Uhrenherstellers Zenith, hat der Uhrenmarke nach den Jahren des Hypes um den ehemaligen Präsidenten Thierry Nataf wieder klassische Designs und moderate Preise verschrieben.

Die Christophe Colomb in der komplizierteren Version mit Anzeige von Gangreserve und Äquation (177.000 Euro in Roségold)
Die Christophe Colomb in der komplizierteren Version mit Anzeige von Gangreserve und Äquation (177.000 Euro in Roségold)

Der Erfolg der Uhrenmarke kehrt zurück, aber: Wie ist das eigentlich möglich?

Als der schillernde Zenith-Chef Thierry Nataf im Frühjahr 2009 seinen Hut nehmen musste, hatte die Uhrenmarke ernste Probleme: Die Uhren galten als überteuert, das Design als übertrieben. Viele dachten, Zenith hätte sich seine eigene Zukunft verbaut. Keine leichte Aufgabe für Natafs Nachfolger Jean-Frédéric Dufour, der zuvor für Chopard, die Swatch Group und Ulysse Nardin arbeitete. Ein Dreivierteljahr nach Dufours Amtsantritt, auf der Baselworld 2010, rieben sich die Messebesucher verwundert die Augen: Die neuen Uhren, vor allem aber deren erstaunlich moderate Preise bedeuteten eine Umkehr vom Nataf-Kurs um 180 Grad. Ein notwendiges, aber auch riskantes Unterfangen. Doch tatsächlich ist Zenith in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Chronos fragte nach den Gründen.

Jean-Frédéric Dufour, seit Juni 2009 CEO von Zenith
Jean-Frédéric Dufour, seit Juni 2009 CEO von Zenith

Sie führen Zenith als CEO seit Juni 2009. Was war Ihre erste Amtshandlung?

Als ich anfing, war die Firma in einer schwierigen Lage. Nachdem ich mir einen ersten Überblick verschafft hatte, sah ich vier Punkte, an denen es zu arbeiten galt. Der erste und wichtigste betraf die Kollektion. Diese hatte sich bis zu einem gewissen Grad von den Wurzeln Zeniths entfernt.
Meine erste Aufgabe war es also, an unseren Werten zu arbeiten, an unseren Stärken und Schwächen. Es ging darum, zu begreifen:

  • Woher kommt Zenith?
  • Was waren die Gründe für unseren Erfolg in der Vergangenheit?
  • Was macht die Marke letztlich aus?
  • Und wie muss eine Zenith-Uhr beschaffen sein, um Erfolg zu haben?

Ich entschied, die Kollektion innerhalb von zwei Jahren völlig neu zu strukturieren. Und wenn Sie sich unseren neuen Katalog anschauen, der Ende Juli herauskam, dann sehen Sie ausschließlich neue Referenzen. Im ersten Jahr haben wir bereits rund die Hälfte ausgetauscht. Die Bestseller haben wir zunächst unangetastet gelassen, aber im zweiten Jahr haben wir dann auch diese überarbeitet.
Jetzt ist die Kollektion gut strukturiert, und das macht sich auch in den Zahlen bemerkbar: Wir haben beim Abverkauf an die Endkunden eine Steigerung von über 50 Prozent. Wenn ich mir diese Zahlen anschaue, fühle ich mich in meiner Entscheidung bestätigt.
Der zweite wichtige Bereich nach dem Produkt war das Marketing. Unter Thierry Nataf hieß das Gesamtkonzept Thierry Nataf – er selbst war der wichtigste Markenbotschafter. Für mich steht dagegen die Uhr im Mittelpunkt. Somit mussten wir das Image der Marke komplett verändern.
Der dritte Punkt betraf die Organisation. Es ging darum, Prozesse zu verbessern, profitabler zu arbeiten – ohne dabei die angestammten Werte der Uhrmacherei zu verletzen. Wir haben die gesamte Manufaktur umstrukturiert.

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