Wie entstehen Zifferblätter?

Die Herstellung des Uhrengesichts

Melissa Gößling
von Melissa Gößling
am 5. Januar 2015

Das Zifferblatt ist der Teil einer jeden Uhr, den man als Erstes wahrnimmt – und doch auch wieder nicht. Denn seine kunsthandwerkliche Ausarbeitung erfährt nur selten angemessene Beachtung. Dabei ist seine Anfertigung ein aufwändiger Prozess, und es lohnt sich nicht nur beim Uhrenkauf, den Aufwand einschätzen zu können. Das UHREN-MAGAZIN Extra Wissen 2015 informiert über die spannenden Details der Zifferblatt-Herstellung.

Setzen der Indexe: Jede Applik hat Zwei Füßchen, die von Hand in die Bohrungen im Zifferblatt eingeführt werden müssen
Setzen der Indexe: Jede Applik hat zwei Füßchen, die von Hand in die Bohrungen im Zifferblatt eingeführt werden müssen
[Foto: René Gaens]

Das Zifferblatt ist der Teil des Zeitanzeigers, der einen im Schaufenster eines Juweliers zuerst ansieht. Und dennoch wenden sich Artikel und technische Angaben häufig vor allem dem Inneren einer Uhr zu. Dabei verliert sich die Bedeutung des Zifferblatts schnell. Es wird als selbstverständlich hingenommen, was eigentlich ein Trugschluss ist. Denn das Zifferblatt hat eine wirklich wichtige Bedeutung. So ist es nicht nur das Gesicht der Uhr, sondern zeigt in Ziffern, Indexen, Hilfszifferblättern und anderen Bearbeitungen, was der Träger von seiner Uhr so alles erwarten kann.

Was eine Uhr kann, zeigt ihr Zifferblatt

Das Zifferblatt leistet also mehr als nur die Zeitanzeige. Es präsentiert die Uhr im Gesamten. Diese herausragende Funktion unterstreicht Glashütte Original mit einer besonders sorgfältigen und teils sehr aufwändigen Zifferblattherstellung. Die heute firmeneigene Zifferblattmanufaktur wurde 1922 in Pforzheim von Kurt Müller gegründet und 2000 von der Swatch Group übernommen. Seit 2012 firmiert das Unternehmen als Niederlassung von Glashütte Original und trägt die Marke auch im Firmennamen. So bleibt die mittlerweile 90 Jahre alte Fertigungstradition nicht nur erhalten, sondern wird auch stets weiterentwickelt.

Rohlinge und fertige Zifferblätter nebeneinander geben einen Eindruck von dem Aufwand, der im Gesicht einer Uhr steckt
Rohlinge und fertige Zifferblätter nebeneinander geben einen Eindruck von dem Aufwand, der im Gesicht einer Uhr steckt
[Foto: 2013 Getty Images]

Zu diesem Zweck siedelte die Manufaktur innerhalb Pforzheims um. In dem neuen Gebäude in der Stuttgarter Straße ist es nun möglich, den hohen Ansprüchen der Haute Horlogerie entsprechend Zifferblätter herzustellen. Dabei hat man gleich so geplant und gebaut, dass die Firma noch weiterwachsen kann. Lediglich das Erdgeschoss wird derzeit für die Produktion genutzt. Hier arbeiten 54 Mitarbeiter an den zahlreichen Zifferblättern Glashütte Originals. Der Großteil der Arbeitsschritte erfolgt von Hand. Dies ermöglicht die Sorgfalt und Präzision, die bei der Herstellung zwingend notwendig ist. Denn schon kleinste Ungenauigkeiten führen dazu, dass das Zifferblatt nicht mehr auf das Werk oder gar in das Gehäuse passt. Daher spielt auch die Qualitätskontrolle eine wichtige Rolle im Herstellungsprozess.

Diamantierte Indexe: Ein Diamantschleifer fräst die Indexe in das Zifferblatt hinein
Diamantierte Indexe: Ein Diamantschleifer fräst die Indexe in das Zifferblatt hinein
[Foto: René Gaens]

Alles beginnt jedoch zunächst mit den Zifferblattrohlingen. Je nachdem, welche Farbe das Blatt am Ende haben soll, wird das entsprechende Material ausgewählt: Neusilber, Bronze oder Messing. In besonderen Fällen gibt es auch Streifen aus Silber oder Gold. Glashütte Original hat zum Beispiel in der Sixties-Kollektion farbig galvanisierte Zifferblätter mit sogenannten diamantierten Indexen. Diese offenbaren, welches Material verwendet wird. Denn nach der Galvanisierung werden die Indexe mit einem Diamanten hineingefräst, an dieser Stelle die Farbe also wieder abgetragen, und das ursprüngliche Material des Blattes sichtbar gemacht.

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