Die 10 besten Einsatzuhren

Robuste Toolwatches fürs Handgelenk

Jens Koch
von Jens Koch
am 19. Juni 2018

Der Begriff Einsatzuhr oder “Toolwatch” kommt ursprünglich von Uhren, die als Werkzeug einer bestimmten Aufgabe dienen. Beispielsweise eine Taucheruhr, die mit Drehlünette und hoher Druckfestigkeit ganz für den Einsatz im Wasser ausgelegt ist. Eine Armbanduhr also, bei der die Funktion im Vordergrund steht – und das sieht man normalerweise. Mit den Einsatzuhren muss man nicht unbedingt einen Nagel in die Wand schlagen können, aber sie sollten robust, ganggenau, leicht ablesbar und im Idealfall nicht zu teuer sein – falls sie doch mal einen Kratzer abbekommen.

Die besten Einsatzuhren #1: Sinn Spezialuhren 212 KSK

Sinn Spezialuhren: 212 KSK
Sinn Spezialuhren: 212 KSK

Das Modell 212 KSK konstruierte Sinn Spezialuhren für das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr. Das 47 Millimeter große Gehäuse besteht aus salzwasserbeständigem U-Boot-Stahl und ist unterdrucksicher sowie bis 1.000 Meter Wassertiefe druckfest. Die Drehlünette wurde zudem gehärtet sowie schwarz hartstoffbeschichtet und ist daher extrem kratzfest. Zusätzlich schützt die Sinn-Trockenhaltetechnik das Automatikkaliber Eta 2893 vor Feuchtigkeit und verhindert das Beschlagen des Saphirglases. Die Uhr zeigt eine zweite Zeitzone mit 24-Stunden-Zeiger an. So lässt sich im Zusammenspiel mit der Lünette die Himmelsrichtung anhand des Sonnenstandes bestimmen und eine Marschrichtung einhalten. Preis: ab 2.480 Euro.

Die besten Einsatzuhren #2: Tudor Pelagos LHD

Tudor Taucheruhr: Pelagos LHD
Tudor: Pelagos LHD

Das “LHD” im Modellnamen der Taucheruhr Pelagos von Tudor steht für „left hand drive“, was wie bei Autos bedeutet, dass sich das zentrale Bedienelement auf der anderen Seite befindet. Das hilft Linkshändern, die die Uhr rechts tragen. Man kann die Uhr aber auch weiterhin links tragen, dann ist die Krone besonders gut vor Schlägen geschützt. Das hauseigene Automatikwerk MT5612 besitzt ein Chronometerzertifikat und läuft daher sehr genau. Das 42 Millimeter große Titangehäuse ist extrem salzwasserbeständig und hält dem Druck bis in 500 Metern Wassertiefe stand. Ein Heliumventil rundet die professionelle Ausstattung ab. Preis: 4.110 Euro.

Die besten Einsatzuhren #3: Hamilton Khaki Field Mechanical 38 mm

Hamilton: Khaki Field Mechanical
Hamilton: Khaki Field Mechanical 38 mm

Wer auf Einsatzuhren im Retrostil steht, sollte sich die Khaki Field Mechanical 38 mm von Hamilton ansehen. Das Modell wurde speziell für  die US-Soldaten entwickelt. Neben dem typischen Zifferblatt mit Retro-Leuchtmasse ohne Datum trägt vor allem das olivfarbene NATO-Armband zum Vintage-Militär-Look bei. m Vergleich zur bisherigen Khaki Field Auto 38 mm fehlen die rote Spitze des Sekundenzeigers sowie das Datumsfenster bei drei Uhr. Den Antrieb gibt das Eta-Automatikkaliber 2801-2, das mit seinem Handaufzug ebenfalls an die Uhren aus der Mitte des 20. Jahrhunderts erinnert. Es wird von einem 38 Millimeter großen Edelstahlgehäuse geschützt. Die Khaki Field Mechanical 38 mm lediglich 420 Euro.

Die besten Einsatzuhren #4: Seiko Prospex Automatik Diver’s SRP777K1

Seiko Prospex Automatik Diver’s
Seiko: Prospex Automatik Diver’s

Die wegen der Gehäuseform “Turtle” genannte Prospex Diver’s von Seiko gibt es seit den 1970er-Jahren. Mit unverwüstlichem Urethanband, Druckfestigkeit bis 200 Meter und einseitig drehbarer Lünettte eignet sich die SRP777K1 uneingeschränkt fürs Tauchen. Für den unschlagbar günstigen Preis von 399 Euro gibt es sogar ein automatisches Manufakturwerk, das Kaliber 4R36, das in einem 44 Millimeter großem Edelstahlgehäuse Platz findet. Das von Seiko verwendete Hardlexglas ist zwar nicht ganz so kratzfest wie Saphir, aber immerhin härter als normales Mineralglas.

Die besten Einsatzuhren #5: Damasko DSub1

Damasko Taucheruhr: DSub1
Damasko: DSub1

Ebenfalls bestens für den Einsatz unter Wasser geeignet, ist die Taucheruhr DSub1 des deutschen Uhrenherstellers Damasko. Damasko gehört zu den wenigen Uhrenmarken, die extra gehärtete Gehäuse für ihre Uhren verwenden. Bei diesem Modell kommt besonders korrosionsbeständiger U-Boot-Stahl für zum Einsatz. Im 42 Millimeter großen Gehäuse arbeitet das Automatikwerk Eta 2824, das bis zu 300 Meter Wassertiefe trocken bleibt. Als waschechte Einsatzuhr ist sie dank der großen, mit Leuchtmasse beschichteten Zeiger und Indexe sehr gut ablesbar. Auch die Krone drückt bei Taucheinsätzen nicht in den Handrücken. Trotz der zahlreichen Features ist die Uhr mit 1.650 Euro preislich nicht abgehoben.

Die besten Einsatzuhren #6: Mühle-Glashütte S.A.R. Rescue-Timer Bronze

Mühle-Glashütte: S.A.R. Rescue-Timer Bronze
Mühle-Glashütte: S.A.R. Rescue-Timer Bronze

Vor 15 Jahre entwickelte Mühle-Glashütte zusammen mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) den robusten S.A.R. Rescue-Timer, der bis heute den Seenotrettern bei ihren Einsätzen zuverlässig die Zeit ausgibt. Nun erscheint eine auf 150 Exemplare Sonderedition. Der S.A.R. Rescue-Timer Bronze besitzt im Unterschied zum regulären Modell ein 42 Millimeter großes Gehäuse aus Aluminiumbronze statt Edelstahl – diese Bronze wird auch für Schiffsschrauben verwendet. An der Robustheit der Sportuhr hat Mühle-Glashütte aber nichts geändert. Der S.A.R. Rescue-Timer Bronze bleibt bis 100 Bar wasserdicht, besitzt ein vier Millimeter dickes und entspiegeltes Saphirglas sowie eine schützende Kautschuklünette. Im Inneren setzt die deutsche Marke weiterhin auf das Automatikkaliber SW 200-1 der Sellita. Es wurde mit der hauseigenen, patentierten Spechthalsregulierung, besonderen Veredelungen und einem eigenen Rotor aufgerüstet. Das Sondermodell kostet 2.200 Euro.

Die besten Einsatzuhren #7: Rolex Explorer II

Rolex: Explorer II
Rolex: Explorer II

Die 1971 vorgestellte Explorer II von Rolex ist eine Einsatzuhr für Abenteurer, Forscher und Expeditionsteilnehmer. Mit der zweiten Zeitzone und dem kontinuierlich gepflegten Design ist sie zu einer Ikone geworden. Sie steht immer noch für die Toolwatch, auch wenn ihr Preis von 7.350 Euro inzwischen dafür sorgt, dass man sich über jeden Kratzer ärgert. Der 904L-Edelstahl, den Rolex für das 42 Millimeter große Gehäuse verwendet, hält Salzwasser noch besser stand als der sonst übliche 316L-Stahl. Und das Rolex-Manufakturkaliber 3187 mit Automatikaufzug gilt als robustestes und wartungsärmstes Automatikwerk überhaupt. Die sprichwörtliche Genauigkeit belegt Rolex nicht nur mit einem Chronometerzertifikat, sondern auch mit der internen Vorgabe, die Uhr zwischen -2 und +2 Sekunden zu regulieren. Damit wird sie zu einem sogenannten “Chronometer der Superlative”.

Die besten Einsatzuhren #8: Oris GMT Rega Limited Edition

Oris GMT Rega Limited Edition
Oris GMT Rega Limited Edition

Die GMT Rega Limited Edition ist die zweite Uhr, die Oris in Zusammenarbeit mit der Schweizer Rettungsflugwacht Rega entwickelte. Sie trägt das Symbol der Luftretter auf dem Zifferblatt und verfügt über eine zweite Zeitzone im 24-Stunden-Format. Die Funktion wünschten sich vor allem die Piloten der Ambulanzjets, die verletzte Schweizer von überall in der Welt zur medizinischen Versorgung in die Alpenrepublik zurückfliegen. Von der Big Crown ProPilot GMT unterscheidet sich die Neuheit auch durch das grau PVD-beschichtete 45-Millimeter-Edelstahlgehäuse, den Boden mit Rega-Logo sowie das graue Textilband, das innen mit rotem Leder gefüttert ist. Als Motor dient das Automatikkaliber Sellita SW 220. Oris baut 2.000 Exemplare zum Preis von 2.550 Euro.

Die besten Einsatzuhren #9: TAG Heuer Aquaracer 300M Calibre 5

TAG Heuer: Aquaracer 300M Calibre 5
TAG Heuer: Aquaracer 300M Calibre 5

Der Taucheruhrenklassiker Aquaracer von TAG Heuer bekommt durch das schwarze Titangehäuse (43 Millimeter Durchmesser), das sandfarbene Textilarmband und die ebenfalls sandfarbenen Elemente auf dem Zifferblatt sowie die graue Leuchtmasse einen angesagten Military-Look. Aber auch funktional hat die Uhr einiges zu bieten: Die schwarze Titancarbidbeschichtung hält Kratzern effektiv stand, mit verschraubter Krone und 300 Metern Druckfestigkeit kann Wasser dem Automatikwerk Sellita SW 200 nicht viel anhaben. Das entspiegelte Saphirglas sorgt für eine gute Ablesbarkeit. Kostenpunkt: 2.500 Euro

Die besten Einsatzuhren #10: Breitling Avenger Blackbird

Breitling: Avenger Blackbird
Breitling: Avenger Blackbird

Die militärisch inspirierte Avenger Blackbird von Breitling besitzt ein markantes 48-Millimeter-Gehäuse aus DLC-beschichtetem Titan, das verräterische Lichtreflexe vermeiden soll. Mit einseitig drehbarer Lünette, verschraubter Krone und einer Wasserdichtheit bis 300 Meter würde sie sich sogar zum Tauchen eignen. Neben dem Gehäuse sind auch das Zifferblatt und das Textilband in Schwarz gehalten. Und sogar die Leuchtmasse auf Zeigern und Indexen hält sich tagsüber in Beige zurück. Das Kaliber Breitling 17 basiert auf dem Eta 2824 und verfügt über ein Chronometerzertifikat, das die Genauigkeit bestätigt. Preis: 4.650 Euro

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8s Kommentare zu “Die 10 besten Einsatzuhren”
  1. Es ist sicher interessant und legitim, dass es diese Uhren gibt. Nur Einsatzuhren im Sinne von “mit einer solchen Uhr einen Einsatz machen” sind das ausnahmslos nicht. Diese Uhren sind ausdrücklich für Leute, die gerade _keine_ Einsätze machen.

  2. Karl-Heinz Wierz

    Was soll dann also die irreführende Bezeichnung Einsatzuhr ?!? Die Hersteller tun somit als ob. Also schnell wieder vergessen und zur Tagesordnung über gehen.

  3. “…aber sie sollten… leicht ablesbar und im Idealfall nicht zu teuer sein – falls sie doch mal einen Kratzer abbekommen.”
    Spätestens die Glashütte würde ich nicht als leicht ablesbar bezeichnen.
    Was aber das “nicht zu teuer” angeht, sind die vorgestellten Uhren am Thema vorbei. Welcher Angehörige einer polizeilichen Spezialeinheit kann sich mal eben für 7000€ eine “Einsatzuhr” kaufen? Von 10 vorgestellten Uhren haben 8 einen vierstelligen Kaufpreis. Die mögen alles sein, aber keine Einsatzuhren.

    Lieber Herr Koch, Einsatzuhren sollen GÜNSTIG sein.
    In der Schule würde man sagen: am Thema vorbei, setzen, sechs.

  4. Einsatzuhren? Kaufen Sie sich eine Casio G-Shock 6900er oder 5600er Serie und alles wird gut… Für den harten Büro- oder Freizeiteinsatz sind die o.g. Uhren aber durchaus eine Empfehlung.

  5. Moodt Johann

    Haben Sie schon einmal etwas von LUMINOX gehört? Wird von sehr vielen Einsatz-kräften auf der Welt getragen, z.B. SEALS, Militärpolizei,ect. Das sind Einsatzuhren.

  6. Kapitänleutnat zur See Dr. Ian De Manestro

    “Einsatzuhr” – tolles Marketinggeblubber! Kein offiziell nachvollziehbarer und schriftlich belegter Nachweis über streng einzuhaltende und bestandene DIN-Normen (außer bei SINN), bauartspezifische Besonderheiten oder sonstige, außergewöhnliche Eigenschaften gegenüber Casio und CO. Tatsächlich müssen sich alle diese Hersteller vor allem an der G-Shock (insbesondere der Serie “Masters of G-Shock”) messen lassen; das Preis-Leistungsverhältnis dieser Archetypen einer wirklich (!) robusten Uhr ist unschlagbar und ihre Robustheit und technische Ausstattung deklassiert sogar Firmen wie SINN, Victorinox usw.! Ich bin kein spezieller Casio-Fan, doch lege ich als passionierter Uhrensammler und -kenner höchsten Wert auf die Authentizität einer Marke! Oder wie einst mein Kollege vom BND anmerkte: Einsatzuhr? Soldat zerbröselt – Uhr tickt! 😉

  7. Neulich waren es Uhren für Motorradfahrer, die mehr kosten als eine Harley, jetzt EInsatzuhren, die sich kein Feuerwehrmann oder Angehöriger von HilfsORG im Normalfall leisten kann, ausser den Sesself.-….. die ganz oben sitzen und nichts mehr mit Einsätzen zu tun haben. Leute, wenn ihr schon Uhren vorstellt, wie wäre es denn, dass diese auch für die “Zielgruppe” bezahlbar sind ???

  8. Naja Leute, fangt mal nicht an zu weinen. Es gibt nun mal die Klasse der Einsatzuhren, Einsatzzeitmesser (wie Sinn es nennt) oder Outdoor-Uhren (Archimede). Da muss man doch nicht so einen Aufstand hier proben. Sinn und Damasko sind für mich gute Beispiele dafür. Wer lieber eine G-Shock kaufet, kann und soll das tun.

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