Urwerk UR-1001 Amadeus: Von der Sekunde bis zum Jahrtausend
Urwerks UR-1001 Amadeus ist ein Zeitmesser, der sich kaum in eine klassische Kategorie einordnen lässt. Als Einzelstück vereint die außergewöhnliche Taschenuhr hochkomplexe Mechanik mit einem üppigen, kunstvoll von Hand gravierten Gehäuse. Dabei beschränkt sie sich nicht einfach auf die Anzeige von Stunden und Minuten im Hier und Jetzt – vielmehr reicht ihr avantgardistisches Konzept über Monate und Jahre bis hin zu einem Jahrtausend. In typischer Manier der unabhängigen Schweizer Manufaktur um Meisteruhrmacher Felix Baumgartner und Chefdesigner Martin Frei setzt die UR-1001 Amadeus auf verblüffende Mechanik. Satelliten- und retrograde Anzeigen sowie rotierende Karussells bringen kontinuierliche Bewegung auf das Zifferblatt und inszenieren die Anzeigen als dynamisches Schauspiel.
Urwerk UR-1001 Amadeus
UrwerkUrwerk UR-1001 Amadeus: Die Vorderseite
Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass die UR-1001 Amadeus eine seltene uhrmacherische Tour de Force ist. Die Vorderseite lädt dazu ein, die komplexe, futuristisch anmutende Konstruktion im Detail zu erkunden und lässt das Auge über das Zifferblatt wandern. Im Mittelpunkt steht die für Urwerk charakteristische Satellitenanzeige. Bei 6 Uhr schwebt der Stundensatellit ohne die sonst übliche obere Brücke und gibt den Blick auf die darunterliegende Mechanik frei. Die Minuten werden über eine retrograde Anzeige, also mit rückspringendem Zeiger, auf einem bogenförmigen Segment darunter dargestellt.
Bei 12 Uhr übernimmt ein ähnlich aufgebauter Mechanismus mit rotierenden Orbitalarmen die kalendarische Anzeige von Monat und Datum. Der Mechanismus berücksichtigt dabei automatisch die unterschiedliche Länge der Monate mit 28, 30 oder 31 Tagen. Bei näherer Betrachtung zeigt sich zudem, dass auch die Sekundenanzeige harmonisch in das Arrangement integriert ist.
Bei 9 Uhr fügt sich eine handgemalte Tag-Nacht-Anzeige in das technisch komplexe und dabei klar unterscheidbare Arrangement ein. Eine mit schwarzer Superluminova beschichtete Fläche steht für die Nacht, während weißes Ruthenium den Tag symbolisiert. Dazwischen markieren fein ausgeführte Streifen die Übergangsphasen von Morgendämmerung und Abenddämmerung.
Schlussendlich informiert bei 1 Uhr eine weitere Anzeige über die verbleibende Gangreserve. Das automatische Manufakturkaliber UR-10.01 bietet eine Gangautonomie von 39 Stunden. Nähert sie sich dem Ende, weist ein roter Bereich auf den niedrigen Energiezustand hin.
Urwerk UR-1001 Amadeus
UrwerkUrwerk UR-1001 Amadeus: Die Rückseite
Dreht man die UR-1001 Amadeus um, entdeckt man ein sogenannten „Oil Change“-Indikator, der über einen Zeitraum von fünf Jahren an den obligatorischen Service erinnert. Daneben erfasst eine weitere Anzeige einen Zeitraum von 100 Jahren in Fünfjahresschritten – ähnlich einem mechanischen Kilometerzähler. Ist ein Jahrhundert vollendet, überträgt die Mechanik einen Impuls an die lineare 1.000-Jahres-Anzeige. So setzt die UR-1001 Amadeus die flüchtige Bewegung der Sekunden in Beziehung zu den nahezu unvorstellbaren Dimensionen eines Jahrtausends.
Urwerk UR-1001 Amadeus
Urwerk500 Stunden Handgravur
Das Gehäuse bildet den kunstvollen Gegenpol zur futuristischen Mechanik der Urwerk UR-1001 Amadeus. Mit seinen Abmessungen von 106 x 62 x 23 Millimetern besteht es aus Titan und wurde vollständig vom Münchner Graveur Florian Güllert von Hand gestaltet. Die üppige, florale Ornamentik erinnert dabei an barocke Verzierungen und greift damit zugleich den Geist des Namensgebers Wolfgang Amadeus Mozart, den Felix Baumgartner als Avantgardisten und genialen Freigeist beschreibt.
Die Bearbeitung des Titans stellte Güllert dabei vor eine besondere Herausforderung. Das leichte und zugleich harte Material ist deutlich anspruchsvoller von Hand zu gravieren als weichere Metalle. Insgesamt rund 500 Stunden, einschließlich der Entwurfsphase, investierte Güllert in das Unikat. Allein die Umsetzung dauerte etwa drei Monate.
Zunächst wurde das geplante Motiv per Laser grob in die Titanoberfläche eingebracht. Anschließend begann die eigentliche Handarbeit: Mit einem pneumatischen Gravierstichel arbeitete der Künstler das Muster Schritt für Schritt aus dem Metall heraus. Unterschiedliche Strichstärken, strukturierte Hintergründe, ausgesparte Flächen und wechselnde Oberflächen verleihen der Gravur ihre charakteristische Tiefe. Das Ergebnis wirkt beinahe wie ein organisch gewachsenes Ornament, das sich über das Gehäuse ausbreitet – eine opulente, von der Barockkunst inspirierte Gestaltung, an der Mozart seine Freude gehabt hätte.