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Lesedauer 6 Min.

Warten auf den neuen Bond: Omega legt die Seamaster Diver 300M neu auf

Omega stellt die Seamaster Diver 300M „James Bond“ und „Spectre“ vor. Dazu kommen zwei Platin-Gold-Sets. Alle Details und die ersten Hands-on-Bilder.
Omega Seamaster Diver 300M James Bond und Spectre

Omega Seamaster Diver 300M James Bond und Spectre

© Zen Love

Warten auf 007: Omega Seamaster Diver 300M „James Bond“ & „Spectre“-Edition 2026

Der 5. Oktober gilt seit 2012 offiziell als „Global James Bond Day“ und erinnert an die Weltpremiere von „James Bond 007 jagt Dr. No“ mit Sean Connery am 5. Oktober 1962. Seither wurden wiederholt wichtige Bond-Ereignisse auf dieses Datum gelegt, darunter die Veröffentlichung von Adeles „Skyfall“ und die Premiere der Dokumentation „Everything or Nothing“ im Jahr 2012. Auch 2015 erschien an diesem Tag das Titellied „Writing’s on the Wall“ von Sam Smith. Vor diesem Hintergrund wird der 5. Oktober 2026 als möglicher Termin für die Bekanntgabe des neuen James-Bond-Darstellers gehandelt.

Auch Omega nutzt zumindest den Tag und stellt neue James Bond-Editions vor. Seit 1995 trägt James Bond Omega, und seitdem liefert jeder Film die passende Uhr. Diesmal ist es umgekehrt: Einen neuen Film gibt es noch nicht, einen neuen Darsteller vielleicht. Trotzdem legt Omega zwei neue Bond-Versionen der Seamaster Diver 300M auf, dazu zwei limitierte Sets mit Platin-Gold-Modellen. Eine davon trägt einen Namen, den Sammler bereits kennen: „Spectre“. Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Seit Amazon MGM die kreative Kontrolle über James Bond übernommen hat, wurden Amy Pascal und David Heyman als Produzenten eingesetzt, Denis Villeneuve führt Regie und Steven Knight schreibt das Drehbuch. Wer Bond spielt, ist zumindest offiziell weiterhin offen. Pascal nannte eine Bekanntgabe bis Ende 2026 „a good bet“, und Knight erklärte im BBC-Radio, er schreibe den Film bereits mit dem feststehenden Darsteller im Kopf. In dieser Phase greift Omega auf den eigenen Bond-Katalog zurück. Der Hersteller bedient damit die Sammlerschaft, ohne einem neuen Film vorzugreifen.

Omega Seamaster Diver 300M James Bond und Spectre

Omega Seamaster Diver 300M James Bond Edition 2026

© Zen Love

Zwei Linien, ein Name 

Wer bei „Spectre“ an die Omega aus dem gleichnamigen Film von 2015 denkt, liegt nur beim Namen richtig. Damals war es keine Diver 300M, sondern eine Seamaster 300 und damit eine Neuinterpretation des Taucherklassikers von 1957. Sie hatte ein 41-mm-Stahlgehäuse, einen beidseitig drehbaren Keramik-Lünettenring mit 12-Stunden-Skala aus Liquidmetal und wurde am fünffach gestreiften NATO-Band getragen. Das Serienmodell war auf 7.007 Exemplare limitiert, angetrieben vom Master Co-Axial Kaliber 8400, das Magnetfeldern bis 15.000 Gauß standhält, mit 60 Stunden Gangreserve. 

Die neue Seamaster Diver 300M „Spectre“ stammt dagegen aus der Linie von 1993, also aus der Familie, mit der Pierce Brosnan in „GoldenEye“ die Omega-Ära eröffnete. Sie misst 42 Millimeter, besitzt eine einseitig drehbare Taucherlünette mit 60-Minuten-Skala statt einer Zeitzonenskala, sitzt am Milanaise-Band und arbeitet mit dem Kaliber 8806. Vom Vorgänger übernimmt sie im Kern nur den Filmtitel und das Oktopus-Emblem der Verbrecherorganisation auf dem Gehäuseboden.

Stahl mit Titanlünette, Keramik mit Krake 

Beide Serienmodelle teilen sich ein poliert-satiniertes Edelstahlgehäuse mit 14,23 Millimetern Höhe, 20 Millimetern Bandanstoßbreite und 50 Millimetern von Horn zu Horn. Das ist die Proportion der aktuellen Diver 300M. Mit rund 157 Gramm am Milanaise-Band liegt sie im erwartbaren Bereich für einen Stahltaucher mit Metallband. Interessanter ist die Materialwahl an der Lünette. Die blaue „James Bond“-Version kombiniert das Stahlgehäuse mit einem Lünettenring aus Titan Grad 5. Die „Spectre“ setzt auf schwarze Zirkonoxid-Keramik. In beiden Fällen ist die Tauchskala per Laserablation erhaben herausgearbeitet: Der Laser trägt das umgebende Material ab, Ziffern und Striche bleiben als Relief stehen. Das unterscheidet sich von der bei Omega sonst verbreiteten Lösung mit vertieft eingebrachten, emaillierten oder mit Ceragold gefüllten Skalen und ergibt eine eher werkzeughafte, matte Optik. Die Bond-Linie setzt damit fort, was Omega mit der 007 Edition zu „Keine Zeit zu sterben“ begonnen hatte. Diese bestand aus Titan Grad 2, Lünettenring und Zifferblatt waren aus braunem Aluminium gefertigt.

Aluminium findet sich nun wieder im Zifferblatt der blauen Version, verziert mit lasergravierten Wellen. Das Wellenmotiv ist das Erkennungszeichen der Diver 300M seit 1993 und damit auch das Zifferblatt, mit dem Bond 1995 auf der Leinwand erschien. Bei zwölf Uhr ersetzt ein Index in Wappenform den üblichen Doppelindex.

Die „Spectre“ bekommt ein geschwärztes, gekörntes Blatt ohne Wellenmuster und behält den klassischen Doppelindex.

Omega Seamaster Diver 300M bei Nacht

Omega Seamaster Diver 300M bei Nacht

© Zen Love

Leuchtmasse mit Funktion 

Ein Detail, das über reine Dekoration hinausgeht, ist die Verteilung der Leuchtfarben. Stundenindizes, Stundenzeiger und Sekundenzeiger leuchten blau. Der Minutenzeiger leuchtet dagegen grün, ebenso der Leuchtpunkt der Lünette bei zwölf Uhr. Bei einem Tauchgang bilden genau diese beiden Elemente die Messung der Tauchzeit. Im Dunkeln lässt sich der relevante Zeiger so sofort der Lünettenmarkierung zuordnen. Das ist eine taucherische Logik, die man an einer Filmedition nicht unbedingt erwarten würde. 

Die rhodinierten Stunden- und Minutenzeiger sind facettiert, poliert und als Skelettzeiger ausgeführt, die Stundenindizes diamantpoliert. 

Das Kino findet auf der Rückseite statt 

Die eigentliche Unterscheidung beider Uhren liegt hinter dem Saphirglasboden. Omega integriert das Filmmotiv auf der Rückseite, sichtbar durch den Gehäuseboden: Bei der „James Bond“-Variante ist es das rhodinierte Gun-Barrel-Motiv aus dem Vorspann der Filme, bei der „Spectre“ die geschwärzte Krake und dem zusätzlichen Schriftzug „Spectre“. Darunter arbeitet das Co-Axial Master Chronometer Kaliber 8806 mit 55 Stunden Gangreserve. Das ist das Werk, das Omega schon in der 007 Edition von 2021 verbaut hat. Der Master-Chronometer-Status steht für die Metas-Zertifizierung einschließlich einer Magnetfeldresistenz von 15.000 Gauß. Technisch bringt die neue Edition also nichts Neues, wohl aber ein in der Praxis bewährtes Werk. Omega gewährt fünf Jahre Garantie. Als Referenz 210.30.42.20.03.004 und 210.30.42.20.01.023 kosten die Uhren jeweils 8.300 Euro.

Omega Seamaster Diver 300M Spectre am Handgelenk

Omega Seamaster Diver 300M Spectre am Handgelenk

© Zen Love

Die Sets: 77 Mal in Platin-Gold

Für Sammler stehen zwei limitierte Sets mit je 77 Stück im Mittelpunkt. Jedes Set enthält zwei Uhren. Die erste ist eine Stahlversion, die bis auf eine nummerierte Plakette bei neun Uhr und die Bodengravur „Limited Edition“ dem Serienmodell entspricht. Die zweite hat ein Gehäuse aus Platin-Gold. Omega nennt für die blaue Ausführung rund 158 Gramm Platin und knapp zehn Gramm Gold bei einem Gesamtgewicht von 203,7 Gramm, für die schwarze 158,2 und 8,45 Gramm bei 201,6 Gramm. Die Edelmetallversion trägt einen polierten Keramik-Lünettenring mit Tauchskala aus Platin, Indizes und Zeiger aus 18 Karat Weißgold sowie ein Weißgold-Zifferblatt mit PVD-Farbverlauf. Beim „James Bond“-Modell trägt das Zifferblatt ein Gun-Barrel-Muster, beim „Spectre“-Modell wieder das Oktopus-Muster. Der Rotor ist aus 18 Karat Moonshine Gold gefertigt, beim blauen Modell zusätzlich mit blauem PVD beschichtet. Statt Milanaise gibt es ein Lederband mit Dornschließe aus Platin-Gold. Die Höhe wächst leicht auf 14,29 Millimeter. 

Präsentiert werden die Sets in einer blauen beziehungsweise schwarzen Box mit weiterem Zubehör unter anderem mit einem zusätzlichen Nato-Band. Genau hier liegt der Kern dieser Edition: Die Serienmodelle sind konsequent weiterentwickelte Diver 300M. Die Sets richten sich an Sammler, die Bond vor allem als Sammelthema verstehen. Die Sets sind für 87.100 Euro erhältlich.

Omega hält die Bond-Verbindung mit dieser Edition sichtbar, ohne sie an einen Film zu binden. Ob diese Edition später als Brücke zwischen zwei Bond-Epochen gilt oder als Lückenfüller, hängt davon ab, was Amazon MGM aus der Figur macht und welche Omega der neue Darsteller trägt.

Omega Omega Seamaster 300 James Bond Uhr Swatch Group

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