Das Zifferblatt als Lichtquelle: Fortis zeigt den neuen Novonaut N-42 Halo
Fortis stellt drei neue Versionen seines Chronographen Novonaut vor. Die N-42 Halo Editions in Schwarz (Ref. F2040021), Blau (F2040022) und Grün (F2040023) sind die ersten Fortis-Uhren mit einem Basiszifferblatt, das vollständig aus Lumicast X1 besteht. Technisch ebenso interessant ist das neue Kaliber Werk 17 TR.
Das Wichtigste in Kürze
- Zifferblattbasis komplett aus Leuchtmasse (Lumicast X1)
- Neues Werk 17 TR mit freischwingender Unruh und variabler Trägheitsregulierung
- Gangreserve von 60 auf 70 Stunden erhöht
- 42 mm Edelstahlgehäuse, 200 m wasserdicht
- Preis: 5.950 Euro
Panda bei Tag, Negativ bei Nacht
Leuchtmasse sitzt normalerweise dort, wo sie gebraucht wird: auf Indizes, Zeigern und gelegentlich auf Ziffern. Lumicast bezeichnet dagegen Bauteile, die massiv aus Superluminova geformt sind. Fortis fertigt daraus die komplette Basis des Zifferblatts. Die Leuchtmasse wird also nicht aufgetragen, das Zifferblatt selbst besteht aus ihr. Fortis nennt den Novonaut Halo deshalb die hellste Uhr der Firmengeschichte. Bei Tageslicht ergibt das eine helle Fläche mit abgesetzten Totalisatoren und Ziffern. In der schwarzen Version sind die Zähler schwarz, in den beiden anderen blau beziehungsweise grün. Die Farbe wiederholt sich auf der Keramiklünette, den Tag- und Datumsscheiben sowie dem Armband.
Im Dunkeln leuchtet fast die gesamte Fläche in Blau, und die Anzeigelogik kehrt sich um. Weil die Totalisatoren nicht aus Leuchtmasse bestehen, erscheinen sie nachts als dunkle Scheiben vor der hellen Fläche. Stunden- und Minutenzeiger sind metallisch ausgeführt und mit Superluminova X1 belegt, der Sekundenzeiger trägt einen Leuchtpunkt im Bull’s-Eye-Stil. Die Zählerzeiger führt Fortis dagegen nur in Weiß aus. Die Chronographenzähler sind bei Dunkelheit deshalb schlechter ablesbar. Die Hauptzeiger haben dafür genug Kontur, um sich vor dem leuchtenden Hintergrund zu behaupten.
Fortis Novonaut N-42 Halo in Grün
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Gehäuseseite des Fortis Novonaut N-42 Halo.
WatchTimeWerk 17 TR: Feinregulierung ohne Rücker
Die bedeutendste Neuerung sitzt im Werk. Bei einem herkömmlichen Rücker umschließen zwei Stifte die äußere Windung der Spiralfeder. Verschiebt man den Rückerzeiger, ändert sich die wirksame Länge der Spirale und damit der Gang. Das System ist einfach zu bedienen, hat aber bekannte Schwächen: Ein Stoß kann den Rücker verstellen, und die Rückerstifte beeinflussen das Schwingverhalten der Spirale. Beim Werk 17 TR bleibt die Spirale frei schwingend und in ihrer Länge unverändert. Reguliert wird über Masseschrauben am Unruhreif, die das Trägheitsmoment der Unruh verändern. Das Prinzip ist in der Haute Horlogerie etabliert, in einem Toolwatch-Chronographen dieser Kategorie aber selten. Genau so positioniert Fortis das Kaliber auch selbst. Der Vorteil liegt in der Langzeitstabilität: Ohne verstellbaren Rücker gibt es kein Bauteil, das sich im Alltag unbemerkt verschieben kann. Der Nachteil betrifft den Service. Eine frei schwingende Unruh lässt sich nicht mit einem Handgriff am Rückerzeiger nachstellen, das Verstellen der Masseschrauben erfordert mehr Aufwand und Fingerspitzengefühl.
Auch die Unruh ist anders gelagert. Statt eines einseitig befestigten Klobens hält sie eine Brücke, die an zwei Punkten verschraubt ist. Fortis begründet das mit höherer Widerstandsfähigkeit gegen Vibrationen und äußere Einwirkungen. Unverändert bleibt die Schaltradsteuerung des Chronographen, die Start, Stopp und Nullstellung koordiniert. Neben der Chronographenfunktion bietet das Automatikwerk eine Tag-Datums-Anzeige. Es schwingt mit 4 Hertz, also 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Die Gangreserve steigt um zehn auf 70 Stunden und überbrückt damit ein Wochenende sicher. Durch den Saphirglasboden ist das Werk sichtbar.
Stratosphäre, Rakete, Mond
Mit der Raumfahrt verbindet Fortis eine lange Geschichte: Die Marke baut seit über 30 Jahren Uhren für den Einsatz im All. Das Basiswerk 17 hat Fortis gemeinsam mit der Swedish Space Corporation getestet. Mehrere Uhrwerke wurden an einer Gondel befestigt, die ein Stratosphärenballon bis an den Rand der Erdatmosphäre trug. 2022 folgte der Start einer suborbitalen Rakete. Damit wollte Fortis zeigen, dass die Werke Beschleunigung, Vibration und mechanische Belastung eines Raketenstarts überstehen. Auf diesen Erkenntnissen baut das Werk 17 TR auf.
Das Werk 17 TR ist durch den Saphirglasboden sichtbar: Schaltradchronograph mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und 70 Stunden Gangreserve.
WatchTime
Die Chronographenzähler sind in der Farbe von Lünette, Tag- und Datumsscheiben und Armband gehalten, hier am Beispiel der Blue Edition.
WatchTimeGehäuse: kompakter Durchmesser, deutliche Höhe
Das Gehäuse aus recyceltem Edelstahl misst 42 Millimeter im Durchmesser und 51 Millimeter von Horn zu Horn. Die Bauhöhe beträgt 15 Millimeter. Für einen automatischen Schaltradchronographen mit Tag-Datum und Saphirglas auf beiden Seiten ist das nicht ungewöhnlich, am Handgelenk aber spürbar. Der Uhrenkopf wiegt 115 Gramm. Fortis gibt eine Wasserdichtigkeit von 200 Metern an. Die Krone ist verschraubt und mit einem Dreifach-Dichtungssystem ausgestattet, das Glas ist beidseitig entspiegelt. Die Sirius-Lünette dreht in beide Richtungen. Sie besteht aus polierter Keramik und ist mit Superluminova X1 belegt. Die beidseitige Drehbarkeit zeigt: Das ist keine Taucherlünette, sondern ein Messinstrument für Zeitintervalle, das sich ohne Umweg über die Nullstellung einstellen lässt.
Das Hybridband verbindet FKM-Kautschuk mit Textil und schließt mit einer Dornschließe aus Edelstahl. Befestigt ist es über ein Schraubstiftsystem. Da Fortis einen Schraubenzieher mit Wechselklinge mitliefert, kann der Besitzer das Band selbst tauschen.
Drei Farben, ein Aufbau: Alle Versionen haben ein 42-mm-Gehäuse aus recyceltem Edelstahl, eine Keramiklünette und ein Hybridband.
WatchTimeMehr als ein Leuchteffekt
Optisch ist das Leuchtzifferblatt die auffälligste Neuerung der Halo Edition. Für Kenner ist das Werk 17 TR der wichtigere Schritt: Fortis überträgt eine Regulierungsmethode aus dem oberen Segment auf ein Toolwatch-Werk und begründet sie funktional mit Stoßfestigkeit und Langzeitstabilität. Das Werk bleibt nicht den Halo-Modellen vorbehalten, sondern kommt auch in den Legacy-Varianten des Novonaut zum Einsatz.
Jede der drei Versionen kostet 5.950 Euro.
Technische Daten
Fortis Novonaut N-42 Halo Edition
Referenzen: F2040021 (Black), F2040022 (Blue), F2040023 (Green)
Gehäuse: recycelter Edelstahl, 42 mm Durchmesser, 15 mm Höhe, 51 mm Horn zu Horn, 115 g (Uhrenkopf)
Saphirglas beidseitig entspiegelt, Saphirglasboden
verschraubte Krone mit Dreifach-Dichtungssystem, FKM-Dichtungen
wasserdicht bis 200 m
Lünette: beidseitig drehbare Sirius-Lünette aus polierter Keramik mit Superluminova X1
Zifferblatt: Basis aus Lumicast X1, Totalisatoren und Ziffern farblich abgesetzt, blau nachleuchtend
Werk: Fortis Werk 17 TR, Automatik-Manufakturkaliber, Schaltradchronograph, Tag-Datum, variable Trägheitsregulierung, 28.800 A/h (4 Hz), 70 h Gangreserve
Armband: Hybridband aus FKM-Kautschuk und Textil, Dornschließe aus Edelstahl
Preis: 5.950 Euro