Micro Monday: Lima – GMT Transit Grey
Indonesisches Design zwischen Geometrie und Material
Lima ist eine unabhängige indonesische Uhrenmarke, die die Gestaltung konsequent in den Mittelpunkt rückt. Gegründet wurde sie 2014 von Herman Tantriady, dessen beruflicher Hintergrund weniger in der klassischen Uhrmacherei als im Grafik-, Multimedia- und Kommunikationsdesign liegt. Nach ersten Jahren als Webdesigner in Singapur kehrte Tantriady 2002 nach Indonesien zurück und gründete 2005 mit Pomato Asia seine eigene Designagentur. Aus der Herausforderung, eine eigene Uhrenmarke zu entwickeln, entstand schließlich Lima. Die Herkunft prägt die gestalterische Handschrift bis heute. Statt sich an traditionellen Uhrentypologien zu orientieren, arbeitet das Unternehmen mit klaren Linien und geometrischen Grundformen. Eine ebenso wichtige Rolle spielt die Auswahl der Materialien: Neben Metall experimentiert die Marke auch mit für die Uhrenwelt ungewöhnlicheren Werkstoffen wie Holz oder Beton. Ziel sind Entwürfe, die trotz ihrer eigenständigen Gestaltung möglichst unabhängig von kurzlebigen Trends funktionieren. Dabei versteht Tantriady Lima nicht als vollständig abgeschlossenes persönliches Designprojekt. Immer wieder arbeitet er deshalb auch mit Gestaltern aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen.
Lima – GMT Transit Grey
Lima#GMT Transit Grey
Für Lima beginnt mit der GMT Transit ein neues Kapitel. Die designorientierte Uhrenmarke präsentiert erstmals eine Kollektion mit GMT-Funktion und verbindet die zusätzliche Zeitzonenanzeige mit jener reduzierten Formensprache, die für das Unternehmen eine zentrale Rolle spielt. Bemerkenswert sind dabei zunächst die Proportionen. Das Gehäuse aus 316L-Edelstahl misst lediglich 37,5 Millimeter im Durchmesser und 45,6 Millimeter von Bandanstoß zu Bandanstoß. Die Bandanstoßbreite beträgt klassische 20 Millimeter. Damit fällt besagte Referenz für eine moderne automatische GMT-Uhr vergleichsweise kompakt aus. Besonders interessant ist die Höhe: Sie beträgt 10 Millimeter für das eigentliche Gehäuse und 12 Millimeter einschließlich des darüberliegenden Glases.
Geschwungene Konstruktion statt klassischer Gehäuseform
Die eigentliche gestalterische Besonderheit befindet sich allerdings zwischen Lünette und Gehäusemittelteil. Lima verzichtet auf eine weitgehend flache Konstruktion und setzt stattdessen auf eine sanft geschwungene Mittelpartie, auf der die Lünette aufliegt. Dadurch entsteht eine kontinuierliche Linie, die den Korpus fließender erscheinen lässt. Die Lünette selbst ist feststehend. Damit unterscheidet sich die GMT Transit funktional von Reiseuhren mit drehbarem 24-Stunden-RIng, über den sich gegebenenfalls noch eine weitere Zeitzone ablesen lässt.
Lima – GMT Transit Grey
LimaSeiko NH34
Im Inneren arbeitet das automatische Seiko NH34. Das weit verbreitete Kaliber hat sich in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen technischen Grundlage für vergleichsweise erschwingliche mechanische GMT-Uhren entwickelt. Beim Glas entscheidet sich Lima für ein doppelt gewölbtes K1-Glas. Die Wölbung trägt zur fließenden Silhouette bei und dürfte insbesondere aus seitlichen Perspektiven einen wichtigen Anteil am Erscheinungsbild haben. Auf Leuchtmasse wird vollständig verzichtet, was zwangsläufig Einschränkungen bei der Ablesbarkeit im Dunkeln bedeutet.
Grau in Grau mit italienischem Alcantara
Die hier vorgestellte Variante trägt den Namen GMT Transit Grey und wird mit einem grauen Band aus italienischem Alcantara kombiniert. Das Material ist vor allem aus dem Automobil- und Interieurbereich bekannt und besitzt eine samtartige Oberfläche. Zusammen mit dem kompakten Edelstahlgehäuse und der festen Lünette entsteht dadurch weniger der Eindruck einer robusten Expeditionsuhr als vielmehr einer alltagstauglichen Design-GMT.
Lima – GMT Transit Grey
LimaLimas erste GMT kostet 350 US-Dollar
Die Lima GMT Transit Grey wird für umgerechnet rund 310 Euro angeboten. Zum Preis kommen bei internationalen Bestellungen gegebenenfalls Einfuhrabgaben hinzu. Gerade angesichts des Preises ist die GMT Transit interessant positioniert. 316L-Edelstahl, ein automatisches GMT-Kaliber und eine eigenständige Gehäusekonstruktion treffen auf Einsparungen bei anderen Ausstattungsmerkmalen: K1- statt Saphirglas, fünf Bar Wasserdichtigkeit und der vollständige Verzicht auf Leuchtmasse.
Fazit
Mit der GMT Transit Grey versucht Lima nicht, für rund 310 Euro die umfangreichste Ausstattung ihrer Klasse anzubieten. Stattdessen setzt die Marke dort an, wo ihre eigentliche Stärke liegt: beim Design. Das 37,5 Millimeter große Gehäuse ist angenehm kompakt proportioniert, die sanft geschwungene Mittelpartie verleiht ihm eine eigenständige Silhouette und das graue Alcantara-Band führt die reduzierte Gestaltung konsequent fort. Dazu kommt mit dem Seiko NH34 eine bewährte und preislich passende Grundlage für die erste GMT-Funktion der Marke. Natürlich müssen dafür Kompromisse akzeptiert werden. Fünf Bar Wasserdichtigkeit sind überschaubar, Saphirglas fehlt und der vollständige Verzicht auf Leuchtmasse dürfte nicht jedem gefallen. Auch technisch bietet das NH34 keine Traveller-GMT-Funktion. Dennoch macht diese klare Priorisierung die GMT Transit interessant. Lima versucht nicht, einen weiteren möglichst martialischen GMT-Diver zu bauen, sondern interpretiert die zweite Zeitzone als Bestandteil einer kompakten Designuhr.
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