Produkt: Sonderheft UHREN-MAGAZIN Spezial Kompendium 2022
Sonderheft UHREN-MAGAZIN Spezial Kompendium 2022
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5 Fakten über Stowa

Von Zifferblättern ohne Logo bis hin zur DIN-zertifizierten Fliegeruhr

Neben Glashütte in Sachsen und Schramberg im Schwarzwald ist auch Pforzheim ein angestammter Standort deutscher Uhrenmarken. Mechanikfans und -einsteiger mit einer Vorliebe für ein ausgewogenes, klares Design werden bei der Marke Stowa in Engelsbrand, zehn Kilometer von Pforzheim entfernt, fündig.

Stowa: Flieger Verus 40
Für Mechanikeinsteiger: die Flieger Verus 40 von Stowa. In der 40-Millimeter-Edelstahluhr tickt das Automatikkaliber Eta 2824.

Hier entstehen rund 5.000 Uhren im Jahr. Stowa-Uhren zeichnen sich aus durch ein sachliches Design, das oftmals auch historisch geprägt ist. So gibt es hauptsächlich schlichte Dreizeigeruhren, zum Teil ergänzt um eine kleine Sekunde oder um eine Chronographen-Funktion. Dank des Direktvertriebs über den eigenen Online-Shop oder der Möglichkeit, direkt vor Ort in Engelsbrand die Uhren zu betrachten und zu kaufen, sind die Zeitmesser allesamt erschwinglich.

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Das Firmengebäude von Stowa in Engelsbrand
Das Firmengebäude von Stowa in Engelsbrand (Bild: © Bernhard Friese, Pforzheim)

Stowa wurde 1927 von Walter Storz in Hornberg im Schwarzwald gegründet, acht Jahre später siedelte die Firma nach Pforzheim um. Seit der Gründung durch Walter Storz produziert die Firma ununterbrochen mechanische Uhren, die einfach und klar gestaltet sind und zu einem attraktiven Preis angeboten werden. 1996 kaufte Jörg Schauer alle Markenrechte direkt von Werner Storz, der den Betrieb nach dem Tod seines Vaters 1974 übernommen hatte.

Stowa: Antea 390 Dynadot
Dynamische Stundenpunkte: Die Stowa Antea 390 Dynadot entstand aus der Zusammenarbeit mit dem berühmten Designer Hartmut Esslinger

Auch wenn viele Stowa-Uhren für Retrodesign stehen, hat Jörg Schauer sich auch immer wieder um eine moderne Formsprache bemüht, etwa in der Zusammenarbeit mit dem früheren Apple-Designer Hartmut Esslinger: Mit ihm sind Uhren wie die Rana, die Flieger DIN (unten) oder die 2020 herausgebrachte Antea Dynadot entstanden.

Zum 1. Juli 2021 wurde Stowa von der Tempus Arte Gruppe des Münchner Unternehmers Prof. Ulrich L. Rohde übernommen. Zu Tempus Arte gehören auch die Marken Lang & Heyne,  Leinfelder sowie die Uhren-Werke-Dresden; zudem ist die Gruppe an der auf Individualisierungen spezialisierten Blaken GmbH beteiligt.

Fakt #1 über Stowa: Der Macher Jörg Schauer

Der gelernte Goldschmied Jörg Schauer, Jahrgang 1968, begann 1990 damit, Uhrengehäuse für Sammler zu bauen, die über lose Werke und Zifferblätter verfügten.

Jörg Schauer, seit 1996 Inhaber der Marke Stowa
Jörg Schauer, seit 1996 Inhaber der Marke Stowa (Bild: Martin Wolf Wagner)

Das kam damals häufiger vor, da in den 1980er Jahren viele Besitzer die Goldgehäuse ihrer scheinbar veralteten Mechanikuhren hatten einschmelzen lassen. In den nächsten Jahren fertigte Schauer so über 400 Einzelstücke und begann schließlich mit einer Serienfertigung von Uhren unter seiner eigenen Marke Schauer. Parallel dazu kaufte er 1996 die Markenrechte an Stowa und stellte 1997 auf der Basler Messe die ersten Stowa-Uhren der Neuzeit vor.

Fakt #2 über Stowa: Die historische B-Uhr

Genauso wie A. Lange & Söhne, Laco, Wempe und IWC fertigte auch Stowa im Zweiten Weltkrieg Beobachtungs-Armbanduhren, auch B-Uhren genannt. Das deutsche Luftwaffe hatte zwei verschiedene Zifferblattdesigns vorgegeben: Baumuster A mit einer am Zifferblattrand verlaufenden Minuterie mit arabischen Zahlen von 1 bis 11 sowie einem Dreieck als Markierung für die 12 sowie Baumuster B mit einer außen liegenden Minutenindizes von 5 bis 55, einem nach oben weisenden Pfeil bei der 12 und einem Innenkreis mit den arabischen Stundenziffern von 1 bis 12.

Stowa: Historische Flieger-Beobachtungsuhr Baumuster A aus dem Zweiten Weltkrieg
Stowa: Historische Flieger-Beobachtungsuhr Baumuster A aus dem Zweiten Weltkrieg

Festgelegt waren auch die Gehäusegröße von 55 Millimetern und das schwarze Zifferblatt. Somit unterschieden sich die Uhren innerhalb derselben Baumustergruppe nur durch die unterschiedliche geformte (aber immer übergroße) Krone sowie durch die eingesetzten Werke. Stowa verwendete ein 20-steiniges Unitas-Kaliber mit geschlitzter Guillaume-Unruh, Breguet-Spirale, Schwanenhals-Feinregulierung, Unruhstopp und Genfer Streifen auf Brücken und Kloben. Durch ihre gute Ablesbarkeit wurden diese alten B-Uhren zum Vorbild vieler heutiger Stowa-Fliegeruhren.

Fakt #3 über Stowa: Zifferblätter ohne Markenlogo

In Erinnerung an die historischen Fliegeruhren der Marke aus den 1940er-Jahren stellt Stowa auch heute noch Fliegeruhren ohne Markenlogo auf dem Zifferblatt her. Jörg Schauer entschied sich dafür, um die Modelle noch authentischer erscheinen zu lassen. Mittlerweile gehören die Fliegeruhren ohne Logo zu den Bestellern bei Stowa und werden auch ohne dieses Feature auf dem Zifferblatt sofort als Stowa-Uhr erkannt.

Stowa: Flieger Klassik 40 ohne Logo
Stowa: Flieger Klassik 40 ohne Logo

Chronos hat die Flieger Klassik 40 ohne Logo getestet. Hier geht es zu unserem ausführlichen Hands-on.

Fakt #4 über Stowa: Firmeneigenes Museum in Engelsbrand

Mit dem Neubau des eigenen Produktionsgebäudes in den Jahren 2008 und 2009 entstand auch ein firmeneigenes Museum. Von den Anfängen der Marke im Jahr 1927 bis zur Gegenwart zeichnen über 300 Exponate die Firmengeschichte nach. Auch auf der Internetseite werden einige historische Modelle vorgestellt. Das Museum in Engelsbrand steht nach Voranmeldung jedem zur Besichtigung offen.

Das Stowa-Museum mit den Kostbarkeiten der Marke aus den 90 Jahren seit 1927
Das Stowa-Museum mit den Kostbarkeiten der Marke aus den 90 Jahren seit 1927

Fakt #5 über Stowa: Flieger- und Taucheruhren

2016 trat die DIN-Norm 8330 Zeitmesstechnik – Fliegeruhren in Kraft. Sie bescheinigt, einer nach dieser Norm geprüften und zertifizierten Fliegeruhr, die in Fluggeräten vorgeschriebenen Zeitmesseinrichtungen im Ernstfall für den Piloten in vollem Umfang zu ersetzen. Mit der Flieger DIN Professional stellte Stowa eine der ersten Uhren vor, die nach dieser Fliegeruhrennorm geprüft und zertifiziert wurden.

Stowa: Flieger Professional DIN
Stowa: Flieger Professional DIN

Die Mindestausstattungsmerkmale, die die Norm festlegt, sind eine Zwölf-Stunden- und eine 60-Minuten-Anzeige sowie ein zentraler Sekundenzeiger mit Stoppvorrichtung zum sekundengenauen Einstellen der Uhr. Ebenso wird eine beidseitig drehbare Lünette mit eindeutiger Markierung verlangt. Bei den Prüfungen werden unter anderem die Ablesbarkeit der Uhr bei Tag und Nacht, die Ganggenauigkeit und Gangreserve, die Auswirkungen von Magnetfeldern auf die Uhr, die Stoß- und Schlagsicherheit sowie die Wasserdichtheit überprüft. Jörg Schauer entwickelte die Uhr zusammen mit dem ehemaligen Apple-Designer Hartmut Esslinger.

Nicht nur Fliegen, auch Tauchen

Stowa: Prodiver Mauritius
Stowa: Prodiver Mauritius

Die 42 Millimeter große Prodiver gehört seit 2006 zum Portfolio von Stowa. Die professionelle Taucheruhr gibt es in verschiedenen Farben von dezentem Schwarz über Grau und Blau bis Hellorange, Limettengrün, Weiß oder mit Bronze. Die Uhr überzeugt durch ein bis 1000 Meter wasserdichtes und dabei leichtes Titangehäuse, ein Heliumventil, das Sättigungstauchgänge ermöglicht, und ein Kautschukband mit Tauchverlängerung in der Faltschließe. Den Antrieb übernimmt das automatische Großserienkaliber Eta 2824-2. Die Preise für die Prodiver beginnen ab 1.320 Euro und sind damit sehr attraktiv

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im August 2016.

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Produkt: UHREN-MAGAZIN 4/2020
UHREN-MAGAZIN 4/2020
Alternative zu Edelstahl: Titanuhren in großer Design- und Preisvielfalt +++ Übersicht Sportuhren: Zeitmesser zum Fliegen, Schwimmen, Wandern und Segeln +++ Jörg Schauer: 30 Jahre Schauer - Vom Mann zur Marke

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Best Watch in 1’001-1’999 category

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  2. Ich habe immer mindestens eine Stowa in meiner kleinen Sammlung. Es sind reale, gute und schöne Uhren, die man auch nicht überzahlt.

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  3. Schade dass Stowa nicht größere Uhren baut so wie die original Fliegeruhr von früher.Würde mehr darstellen und besser auffallen am Handgelenk, besseres Erkennungszeichen.

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  4. Hej, liebe Watchtime-Redaktion;

    Ein sehr lesenswerter Artikel! Danke dafür!

    Ich besitze eine kleine Sammlung von Marine- und Fliegeruhren der Marke STOWA, mit und ohne Logo; vor allem das Design der Uhren mit seinen Hauptmerkmalen Klarheit, Sachlichkeit und Funktionalität fasziniert mich ungemein. 🙂 Dazu habe ich eine Frage an euch als Spezialisten:
    Entsprechen die genannten Uhren ob ihres geradlinigen Designs (s. o.) nicht auch direkt den typischen Bauhaus-Gestaltungsprinzipien, selbst, wenn explizit nicht darauf hingewiesen wird? Ich entsinne mich, daß es auch beim Bauhaus um eine sachliche, funktionale und genormte Gestaltung ging, deren Ziel es war, ästhetisch umgesetzte und in Serie produzierte Gebrauchsgegenstände in gleichbleibender Qualität und zu erschwinglichen Preisen zu produzieren.

    STOWA’s Marine- und Fliegeruhren – Kinder des Bauhausprinzips?
    Herzlichen Dank für die Antwort im voraus!

    Viele Grüße
    Stiobhan MacHein 🙂

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  5. Danke, sehr lesenswert.
    Ich hätte mich noch über einen Punkt 6 ‘Antea’ gefreut. Neben A. Lange baute auch Stowa 1937 eine “Bauhaus Uhr”.
    Beide nutzten ein Zifferblatt aus Pforzheim von Weber & Baral.
    Nach dem Zerfall der DDR kam die neue Firma Nomos nach Glashütte, von A. Lange im frühen 20. Jahrhundert aus Glashütte weggeklagt, da dort nicht produziert wurde, nur verpackt und versandt.
    Die neue Nomos verstand geschickt, das alte Design neu aufzugreifen und wurde sehr erfolgreich. Das sie mehrfach Stowa verklagte ärgerte mich schon, hatte Stowa doch historisch das fast identische Design.
    Meine Entscheidung fiel auf die Stowa Antea, dem “originalen Original.”
    Mit dieser hocheleganten Uhr mit den gebläuten Zeigern bin ich äußerst zufrieden.
    Grüße, nunmehr von Teneriffa

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