5 Qualitätssiegel für Uhren: Das METAS-Zertifikat bei Omega

Zertifizierter Magnetfeldtest für Uhren - von Omega entwickelt

Martina Richter
von Martina Richter
am 6. April 2018

Was verspricht das METAS-Zertifikat? Warum gibt es dieses Zeritifikat und welchen Mehrwert bietet es dem Uhrenkäufer?

Seit 2015 lässt Omega vom unabhängigen Eidgenössischen Institut für Metrologie (METAS) Uhrwerke und Uhren in einem aufwendigen Verfahren testen und offiziell als “Master Chronometer” zertifizieren. Bis zum Jahr 2020 sollen nahezu alle Zeitmesser als solche beurkundet werden. Die METAS-Prüfung, die auch anderen Uhrenherstellern offen steht, setzt somit einen neuen Qualitätsstandard.

Bei der von Omega eingeführten Qualitätsstufe „Master Chronometer“ handelt es sich um mechanische Uhrwerke, die

  1. mit der Omega-typischen Co-Axial-Hemmung bestückt sind,
  2. bereits ein COSC-Chronometerzeugnis besitzen und
  3. durch die verwendeten Materialien bis mindestens 15.000 Gauss amagnetisch sind.
Das Eidgenössischen Institut für Metrologie (METAS) fungiert als Kontroll-Instanz im Hause Omega.
Das Eidgenössischen Institut für Metrologie (METAS) fungiert als Kontroll-Instanz im Hause Omega.

Uhren mit erhöhtem Magnetfeldschutz auf den Markt zu bringen, ist nicht nur mal so eine Laune von Omega, sondern seit fast zwei Jahrzehnten konsequent verfolgte Markenstrategie. Die Anfänge der Entwicklung gehen bis in das Jahr 1999 zurück, als Omega mit der Co-Axial-Hemmung eine Alternative zur Schweizer Ankerhemmung präsentierte. 2007 wurde sie das erste Mal in die Kaliber 8500 und 8501 eingebaut. Der nächste Schritt zum antimagnetischen Uhrwerk erfolgte ein Jahr später mit der Si14-Silizium- Unruh-Spiralfeder. Da das Material antimagnetisch ist, wird die Leistung der Unruhspirale nicht beeinträchtigt, wenn sie in die Nähe von magnetischen Gegenständen gerät. 2013 präsentierte Omega dann die “Seamaster Aqua Terra > 15.000 Gauss”, die Magnetfeldern von mehr als 1,5 Tesla trotzt. Die innovative Technologie im Co-Axial-Kaliber 8508 wurde zusammen mit Ingenieuren von Eta, ASULAB und Nivarox FAR entwickelt und bot ganz neue Ansätze zur Lösung der Magnetfeldproblematik in Uhrwerken überhaupt. In nur einem Jahr ist es Omega gelungen, die antimagnetische Technologie zu industrialisieren und sie in zahlreiche Uhrwerke und Zeitmesser unterschiedlicher Größe und Ausführung zu bringen.

Die METAS-Prüfung markiert eine höhere Chronometer-Qualität

Seit 2015 werden nun diese Master Co-Axial Chronometer und weitere Werke sowie die dazugehörigen Uhren in einem aufwendigen Verfahren zusätzlich METAS-zertifiziert. Dabei handelt es sich nicht um Stichproben oder Baumusterprüfungen, sondern jedes einzelne Werk und jede einzelne Uhr wird getestet und beurkundet.
Zu diesem Zweck hat Omega in ein neues Gebäude und eigene Prüfstrecken investiert. In der Endausbaustufe können mehrere tausend Uhren gleichzeitig geprüft und zertifiziert werden. Omega führt die Tests in Eigenregie durch. Die METAS residiert jedoch als oberster Wächter im selben Gebäude, richtet die Geräte ein, zertifiziert und kontrolliert die Prozesse, macht Stichproben und hat Zugriff auf sämtliche Daten. So steht diese Zertifizierung auch allen anderen Uhrenherstellern offen.

Omega: Globemaster
Die Omega Globemaster ist die erste Uhr mit METAS-Zertifikat

Ein achtstufiger METAS-Test beinhaltet etwa 280 Teilschritte in zehn Tagen. Doch bevor es losgeht, haben die Uhrwerke bereits die 15-tägige Prüfung der COSC absolviert und gelten als Chronometer. Die METAS-Zertifizierung geht weit über diese Chronometerprüfung hinaus. Sie beginnt nach Vollaufzug des Uhrwerks mit der ersten Magnetisierung: zweimal 30 Sekunden in einer Flach- und einer horizontalen Lage. Das Uhrwerk darf dabei nicht stehen bleiben.

Omega: METAS-Prüfung
Eine METAS-Prüfung beinhaltet über 280 Arbeitsschritte, die voll automatisiert ablaufen

Strengere Gangwerte trotz mehrfacher Magnetisierung

Die Funktion des Uhrwerks wird mit einem Mikrofon akustisch kontrolliert. Gleiches gilt für den zweiten Test, wenn nach der Montage von Zifferblatt, Zeigern und Gehäuse die ganze Uhr dem Dauermagnetfeld ausgesetzt wird. Auch in einem simulierten Tragetest bei Vollaufzug und nach 24 Stunden sowie bei unterschiedlichen Temperaturen wird die Uhr immer wieder magnetisiert. Im Ergebnis darf sie nicht mehr als fünf Sekunden im mittleren täglichen Gang und höchstens acht Sekunden zwischen den Lagen abweichen. Zudem darf sie nicht im Minus laufen. Die Aufzeichnungen erfolgen mithilfe einer Kamera, als Referenz dient eine Atomuhr. Zudem werden die Gangwerte bei ablaufender Gangreserve und die Gangdauer selbst gecheckt. Druckprüfungen unter Wasser erfolgen bis zu 150 Bar, je nachdem wie das Gehäuse ausgelegt ist.

Omega: METAS-Prüfung
Während der METAS-Prüfung werden die Gangwerte der uhr mit einer Kamera aufgezeichnet

Hightech nicht ohne den Background der Swatch Group

Mit den METAS-Prüfungen begibt sich Omega nicht nur auf ein ganz neues Qualitätsniveau der Uhren und Werke, sondern schlägt auch ein neues Kapitel der Firmengeschichte auf, hinter dem sich ein ganzes Netzwerk von Entwicklungen und Technologien verbirgt. Omega heißt heute hundert Prozent Swiss Made und hundert Prozent Co-Axial-Hemmung. Sämtliche Komponenten stammen aus der Swatch Group, ohne deren Knowhow und Synergien die Entwicklungen bei Omega nicht möglich gewesen wären und schon gar nicht in der Kürze der Zeit. Heute werden an chipgesteuerten, flexiblen Montagestrecken, wo jedes Teil immer zur rechten Zeit am rechten Ort ist, die Uhrwerke penibel zusammengesetzt. Zum vollautomatischen Ölen und Schrauben gesellen sich manuelle Schritte wie die Montage der Hemmung in staubfreien Reinräumen sowie ein Techno-Space aus Silizium-Unruhspiralen und Nivagauss- Ankerrädern – der Stand der Technik, ohne den die METAS-zertifizierte Master-Chronometer-Präzision überhaupt nicht möglich wäre.

Omega: Montage der Uhrwerke
Die Montage der Uhrwerke erfolgt in Reinräumen und nur noch zum Teil von Uhrmacherhand

Die acht Stufen der METAS-Prüfung

  1. Funktion des COSC-zertifizierten Uhrwerks im Magnetfeld von 15.000 Gauß.
  2. Funktion der Uhr während einer Magnetfeldbelastung von 15.000 Gauß.
  3. Tägliche Abweichung von der Chronmometer-Präzision nach Magnetfeldbelastung.
  4. Durchschnittliche chronometrische Präzision. Vier Tage Gangtest in sechs Lagen.
  5. Abweichung von der Chronometer- Präzision in sechs Lagen innerhalb von vier Tagen.
  6. Überprüfung der Gangreserve.
  7. Abweichung von der Chronometer-Präzision bei 100 und 33 Prozent der Gangreserve.
  8. Wasserdichtheit: Der Druck wird auf die angegebene Wasserdichtheit erhöht.

Omega-Kaliber mit METAS-Zertifikat seit 2015

Nachfolgend finden Sie eine Auflistung der Master-Chronometer-Uhrwerke mit METAS-Zertifikat, die Omega in den Jahren 2015, 2016, 2017 und 2018 vorgestellt hat.

2015:

Omega-Kaliber: 8900 mit Datumsanzeige
Omega-Kaliber: 8902 mit Jahreskalender

Kaliber 8900/8901 – mit Datum
Kaliber 8902/8903  mit Jahreskalender
Kaliber 8912/8913  Dreizeiger ohne Datum

2016:

Omega-Kaliber: 8705 für Damenmodelle, mit Datumsanzeige
Omega-Kaliber: 8800 mit Datumsanzeige
Omega-Kaliber: 8906 mit GMT-Funktion und Datumsanzeige
Omega-Kaliber: 8922 mit Jahreskalender
Omega-Kaliber: 9900 mit Chronographenfunktion
Omega-Kaliber: 9904 mit Chronographenfunktion

Kaliber 8704/8705  Damen mit Datum
Kaliber 8800/8801  mit Datum
Kaliber 8906  GMT mit Datum
Kaliber 8922/8923  Jahreskalender
Kaliber 9900/9901  Chronograph
Kaliber 9904/9905  Chronograph mit Datumsanzeige, mit oder ohne Mondphasenanzeige

2017:

Omega-Kaliber: 8700 für Damenmodelle, Dreizeiger mit Datumsanzeige
Omega-Kaliber: 8806, Dreizeigeruhr
Omega-Kaliber: 8939 mit Weltzeit-Funktion

Kaliber 8700  Damen, Dreizeiger mit Datum
Kaliber 8806  Dreizeiger
Kaliber 8939  Weltzeit

2018:

Omega-Kaliber: 8804 mit kleiner Sekunde
Omega-Kaliber: 8807 für Damenmodelle, Dreizeigeruhr

Kaliber 8804  kleine Sekunde
Kaliber 8807  Damen, Dreizeiger

Welche Qualitätssiegel für Uhren gibt es noch?

Neben dem METAS-Zertifikat gibt es noch die Genfer Punze, auch Genfer Siegel genannt,die Chronometer-Prüfung, das Patek-Philippe-Siegel und die Qualité Fleurier.

Sie möchten mehr über Omega und die Entwicklungen und Aktivitäten auf dem Gebiet des Magnetfeldschutzes wissen? Dann lesen im kostenlosen eDossier “Magnetfeldschutz bei Omega” alles darüber!

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