Produkt: Sonderheft UHREN-MAGAZIN Preisführer 2019/2020 Digital
Sonderheft UHREN-MAGAZIN Preisführer 2019/2020 Digital
Sonderheft UHREN-MAGAZIN Preisführer 2019/2020 Digital

10 Uhren mit besonders sichtbarer Mechanik

Werkeschau mit Uhren von Audemars Piguet, Oris, Roger Dubuis & Co.

Früher einmal waren Ablesbarkeit und Eleganz die wichtigsten Anforderungen an das Zifferblattdesign. Doch dann kamen in den 1970er-Jahren die günstigen Quarzuhren und einige Jahre danach die Renaissance der mechanischen Uhr als Luxusgut. Nun wuchs das Bedürfnis, etwas von der Hauptattraktion der Uhr zu sehen: von ihrer Mechanik. Glasböden setzten sich langsam durch. Doch wenn man die Uhr am Arm trug, konnte man natürlich nicht erkennen, was sich hinter dem Zifferblatt tat. Heute sind mechanische Uhren Prestige-Objekte und alles andere als selbstverständlich. Kein Wunder also, dass die Technik auch von vorn immer öfter sichtbar wird: Die Zahl der Uhren, bei denen das Werk zum Design-Element avanciert, wächst. Wie Skelettuhren entstehen, erfahren Sie hier.

Uhr #1 mit besonders sichtbarer Mechanik: Audemars Piguet Royal Oak Offshore Tourbillon Chronograph

Audemars Piguet: Royal Oak Offshore Tourbillon Chronograph, Referenz 26421ST.OO.A002CA.01 in Edelstahl
Audemars Piguet: Royal Oak Offshore Tourbillon Chronograph

Ein Möglichkeit, die Mechanik auf der Vorderseite der Uhr sichtbar zu machen, ist das Tourbillon als Zifferblattelement. 1801 hatte der große Uhrmacher Abraham Louis Breguet diesen sich drehenden Käfig für die Unruh patentieren lassen, um den einseitigen Einfluss der Erdanziehungskraft auf die Unruh auszugleichen. Der komplizierte Mechanismus wurde in den 150 Jahren nach seiner Erfindung allerdings nur etwa 100-mal gebaut. Und natürlich war er in der Regel auf der Rückseite untergebracht und von vorn nicht sichtbar. Ende 1986 stellte Audemars Piguet dann eine Armbanduhr mit Tourbillon vor, die gleich in mehrfacher Hinsicht beeindruckte: Sie war die flachste Tourbillon-Uhr, wobei sie sogar über einen automatischen Aufzug verfügte. Und man konnte den sich drehenden Tourbillonkäfig in einem runden Zifferblattausschnitt sehen. Nach diesem Meilenstein wurde das Tourbillon auf dem Markt der Mechanikuhren zu einem Selbstläufer – und das sichtbare Tourbillon zu einem Standard. Nur Patek Philippe versteckt die Komplikation aus Traditionsgründen noch auf der Rückseite.

Anzeige

Vorreiter: Audemars Piguets 1986 vorgestellte extraflache Automatikuhr mit sichtbarem Tourbillon
Vorreiter: 1986 präsentierte Audemars Piguet diese extraflache Automatikuhr mit sichtbarem Tourbillon

2018 stellte Audemars Piguet erneut eine Tourbillon-Uhr vor: den Royal Oak Offshore Tourbillon Chronograph. Beim hauseigenen Handaufzugkalibers 2947 sind neben dem Tourbillon bei neun Uhr auch die Brücken und die beiden Federhäuser bei zwölf und bei sechs Uhr sichtbar. Die Uhr ist in Rotgold und in Edelstahl jeweils 50-mal erhältlich und kostet rund 335.000 beziehungsweise 299.000 Euro.

Uhr #2 mit besonders sichtbarer Mechanik: Bulgari Octo Finissimo Tourbillon Chronograph Skeleton

Bulgari: Octo Finissimo Tourbillon Chronograph Skeleton Automatic
Bulgari: Octo Finissimo Tourbillon Chronograph Skeleton Automatic

Mit der ultraflachen Octo Finissimo Tourbillon Chronograph Skeleton Automatic stellt Bulgari den derzeit flachsten selbstaufziehenden Chronograph mit Tourbillon vor. Das skelettierte, nur 3,5 Millimeter hohe Manufakturwerk, das in der Bulgari-Manufaktur in Le Sentier entwickelt und gefertigt wurde, ist fast vollständig von außen sichtbar und wird nur durch die beiden Hilfszifferblätter für die kleine Sekunde und den 30-Minuten-Zähler teilweise verdeckt. Das Tourbillon befindet sich bei sechs Uhr. Das 42 Millimeter große Gehäuse der Octo Finissimo Tourbillon Chronograph Skeleton Automatic besteht aus sandgestrahltem Grade-5-Titan und ist bis 30 Meter wasserdicht. Das skelettierte Automatikkaliber BVL 388 bietet eine Gangreserve von 52 Stunden. Die neue Weltrekorduhr ist auf 50 Exemplare limitiert und kostet 155.000 Euro.

Uhr #3 mit besonders sichtbarer Mechanik: Oris Big Crown ProPilot X

Oris Big Crown ProPilot X

Oris hat das neue Manufakturkaliber Calibre 115 der neuen Big Crown ProPilot X skelettiert, und zwar äußerst modern und auf sehr technische Art und Weise. schon auf den ersten Blick erkennt man seine Besonderheit: Die offene Struktur des Zifferblatts lässt den Betrachter in die Mechanik eintauchen. Das Werk basiert auf dem zum 110-jährigen Jubiläum im Jahr 2014 vorgestellten Oris Calibre 110, das über eine Gangreserve von 10 Tagen, eine nichtlineare Gangreserveanzeige und eine kleine Sekunde verfügt. Wenn das Uhrwerk voll aufgezogen ist, liefert es eine 10-tägige Gangreserve. Diese Gangreserve  wird von einer Zugfeder garantiert, die in einem einzelnen, überdimensionalen Federgehäuse gewickelt und bei 12 Uhr sichtbar ist. Die verbleibende Gangreserve wird durch eine von Oris entwickelte und patentierte, nichtlineare Gangreserveanzeige bei drei Uhr angezeigt. Die Anzeige wird umso genauer, je mehr sich die Zeit des Aufziehens der Uhr nähert. Oris hat die Form und Struktur von Zifferblatt und Uhrwerk bereits im Design- und Entwicklungsprozess geplant. So wurden die einzelnen Teile bereits skelettiert gefertigt. Das Ergebnis ist eine moderne Anmutung der Uhr. Das liegt zum einen an der Farbe, zum anderen an den Komponenten: Das Grau des Titangehäuses harmoniert mit den verschiedenen Grautönen der Werkteile. Deren Oberfläche wiederum ist matt und sandgestrahlt. In der unter dem eigentlichen Zifferblatt liegenden Ebene werden hellere Werkteile, Räder aus Messing und rot schimmernde Lagersteine sichtbar. Die 44 Millimeter große Titanuhr kann man sich für 6.900 Euro ans Handgelenk legen.

Uhr #4 mit besonders sichtbarer Mechanik: Jean Marcel Tantum Handaufzug Skelett

Jean Marcel: Tantum Handaufzug Skelett in Blau am Milanaiseband
Jean Marcel: Tantum Handaufzug Skelett in Blau am Milanaiseband

Eine Skelettuhr zum attraktiven Preis von 1.495 Euro findet man bei Jean Marcel. Die große Zifferblattöffnung in der Mitte der Tantum Handaufzug Skelett gibt den Blick auf das mechanische Uhrwerk Eta 2801 frei. Das Handaufzugskaliber sitzt in einem 42 Millimeter großen Gehäuse aus Edelstahl, das nur 7,5 Millimeter hoch ist.

Uhr #5 mit besonders sichtbarer Mechanik: HYT H2O Time is Fluid

Rund um die Saphirglaskuppel des limitierten HYT-Modells verläuft das Motto „Time is Fluid“.
Rund um die Saphirglaskuppel des limitierten HYT-Modells verläuft das Motto „Time is Fluid“.

HYT ist für ihre flüssige Anzeige der Stunden bekannt. Besonders eindrucksvoll setzt die Schweizer Marke diesen hydromechanischen Mechanismus bei der H2O Time is Fluid in Szene. Über dem Handaufzugswerk von Renaud & Papi und den beiden Totalisatoren für Minuten und Sekunden wölbt sich ein Saphirglas, sodass der Träger von allen Seiten einen dreidimensionalen Blick auf den das Innere der Uhr hat. Das Gelbgoldgehäuse der HYT H20 hat einen Durchmesser von 51 Millimetern und ist 19,95 Millimeter hoch. Die Goldversion ist auf 20 Exemplare limitiert und kostet 125.000 Schweizer Franken.

Uhr #6 mit besonders sichtbarer Mechanik: Roger Dubuis Excalibur Twofold

Roger Dubuis: Excalibur Twofold
Roger Dubui Excalibur Twofold: das Manufakturkaliber RD 01 SQ mit Doppeltourbillon und 50 Stunden Gangreserve

Sein hauseigenes Handaufzugskaliber RD 01 SQ  hat Roger Dubuis gleich von vornherein als Skelettwerk konzipiert. Es kommt im Modell Excalibur Twofold wirkungsvoll zum Einsatz. Aber diese strahlend weiße Uhr hat noch mehr zu bieten. Da wäre zunächst das ausgefallene Gehäusematerial: ein MCF genannter Mineralverbundstoff, der zu 99,95 Prozent aus Siliziumdioxid besteht. Das Material ist ähnlich kratzfest wie Kohlefaser, aber 13 Prozent leichter. So sehr das weiße Gehäuse bei Licht zur Geltung kommt, so sehr leuchtet die Uhr im Dunkeln – und zwar bis zum Band. Dafür sorgt eine besondere Leuchtmasse namens LumiSuperBiwiNova. Auch Werkteile wie die sternförmige Brücke und die Umrandung des Doppeltourbillons sowie Stundenindexe und Markenschriftzug leuchten in der Nacht. Das Excalibur Twofold wird in einer limitierten Auflage von nur acht Exemplaren gebaut und kostet 276.500 Euro.

Uhr #7 mit besonders sichtbarer Mechanik: Zenith Defy Inventor

Zenith: Defy Inventor
Zenith: Defy Inventor

Zenith hat das blaue Zifferblatt der Defy Inventor so stark skelettiert, dass man möglichst viel von dem darunter liegenden hellen Oszillator des Manufakturkalibers ZO 9100  sieht. Das Besondere des Oszillators: Er besteht aus einem einzigen Teil und ersetzt die rund 30 Bauteile eines herkömmlichen Regulierorgans. Genauso gut wie das Regulierorgan erkennt man oberhalb von 6 Uhr das mit flexiblen Flügeln versehene Hemmungsrad, das in einem Rubin gelagert ist. Um das Zifferblatt herum verläuft die auffällige Lünette aus Aeronith – ein Aluminium-Composite aus offenporigem Aluminiumschaum versteift mit einem Polymer. Die 44 Millimeter große Titan-Uhr wird mit einem schwarzen Kautschukband mit Oberseite aus blauem Alligartorleder am Arm befestigt. Kostenpunkt: 17.200 Euro

Uhr #8 mit besonders sichtbarer Mechanik: Breguet Classique Tourbillon Extra-Plat Squelette 5395

Breguet: Classique Tourbillon Extra-Plat Squelette 5395 in Roségold
Breguet: Classique Tourbillon Extra-Plat Squelette 5395 in Roségold

Beim automatischen Manufakturkaliber 581 im Modell Classique Tourbillon Extra-Plat Squelette 5395 entfernt Breguet fast 50 Prozent des Materials. Die Schwungmasse ist nun seitlich der Platine angeordnet und die Mechanik wird somit vollständig sichtbar. Der Tourbillonkäfig, der nur 0,29 Gramm wiegt, greift direkt in das Räderwerk ein und verzichtet auf einen unterhalb montierten Trieb. Die Siliziumhemmung nimmt eine speziell gebogene Form an, durch die Platz gewonnen wird.  Das Kunsthandwerk wird zudem mit Gravuren, Guillochierungen und Anglierungen in Szene gesetzt. Das extrem skelettierte Tourbillon-Uhrwerk wird von einem kannelierten 41-Millimeter großen Roségoldgehäuse umschlossen und durch gewölbte Saphirgläser sichtbar. Auch das Zifferblatt besteht aus Saphirglas. Am Alligatorlederband kostet die Uhr 211.910 Euro.

Uhr #9 mit besonders sichtbarer Mechanik: Hublot Classic Fusion Tourbillon Orlinski

Hublot: Classic Fusion Tourbillon Orlinski in schwarzer Keramik
Hublot: Classic Fusion Tourbillon Orlinski in schwarzer Keramik

Die Schweizer Sportuhren-Manufaktur Hublot kooperiert mit dem zeitgenössischen Künstler Richard Orlinksi und übernimmt dessen typische skulpturenhafte Facetten in der Skelertierung des Handaufzugkalibers HUB6021 auf. Die Uhr fasziniert mit ihren schlanken, mattierten Stegen, welche leicht nach innen gerichtet sind. Die Gangreserve, die sich übrigens auf etwa 115 Stunden beläuft, wird über einen Ring bei neun Uhr angezeigt. Das Tourbillon rotiert dagegen bei sechs Uhr einmal pro Minute um sich selbst. Die 45 Millimeter große Keramikuhr ist ab 85.000 Schweizer Franken erhältlich.

Uhr #10 mit besonders sichtbarer Mechanik: Girard-Perregaux Laureato Absolute Light

Girard Perregaux: Laureato Absolute Light
Girard Perregaux: Laureato Absolute Light

Girard-Perregaux macht die Mechanik der Laureato Absolute Light nicht nur durch die Skelettierung des Uhrwerks sichtbar. Zusätzlich gibt das 44 Millimeter große Gehäuse aus Titan und Saphirglas von allen Seiten den Blick auf das Manufakturkaliber GP01800 mit Automatikaufzug frei. Wer sich eines der 88 Exemplare des Modells mit Kautschukband ans Handgelenk legen will, muss 84.800 Euro bereithalten.

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im Februar 2017.

[6211]

Produkt: Download Marktübersicht: Skelettuhren
Download Marktübersicht: Skelettuhren
Das Angebot des Uhrenmarktes im Überblick: 88 Skelettuhren zeigt die Marktübersicht aus UHREN-MAGAZIN 2.2019 mit Bild, Daten und Preis.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren