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Das Angebot des Uhrenmarktes im Überblick: 88 Skelettuhren zeigt die Marktübersicht aus UHREN-MAGAZIN 2.2019 mit Bild, Daten und Preis.

10 Uhren mit besonders sichtbarer Mechanik

Werkeschau mit Uhren von Audemars Piguet, Oris, Glashütte Original & Co.

Früher einmal waren Ablesbarkeit und Eleganz die wichtigsten Anforderungen an das Zifferblattdesign. Doch dann kamen in den 1970er-Jahren die günstigen Quarzuhren und einige Jahre danach die Renaissance der mechanischen Uhr als Luxusgut. Nun wuchs das Bedürfnis, etwas von der Hauptattraktion der Uhr zu sehen: von ihrer Mechanik. Glasböden setzten sich langsam durch. Doch wenn man die Uhr am Arm trug, konnte man natürlich nicht erkennen, was sich hinter dem Zifferblatt tat. Heute sind mechanische Uhren Prestige-Objekte und alles andere als selbstverständlich. Kein Wunder also, dass die Technik auch von vorn immer öfter sichtbar wird: Die Zahl der Uhren, bei denen das Werk zum Design-Element avanciert, wächst. Wie Skelettuhren entstehen, erfahren Sie hier.

Uhr #1 mit besonders sichtbarer Mechanik: Audemars Piguet Royal Oak Offshore Tourbillon Chronograph

Audemars Piguet: Royal Oak Offshore Tourbillon Chronograph, Referenz 26421ST.OO.A002CA.01 in Edelstahl
Audemars Piguet: Royal Oak Offshore Tourbillon Chronograph

Ein Möglichkeit, die Mechanik auf der Vorderseite der Uhr sichtbar zu machen, ist das Tourbillon als Zifferblattelement. 1801 hatte der große Uhrmacher Abraham Louis Breguet diesen sich drehenden Käfig für die Unruh patentieren lassen, um den einseitigen Einfluss der Erdanziehungskraft auf die Unruh auszugleichen. Der komplizierte Mechanismus wurde in den 150 Jahren nach seiner Erfindung allerdings nur etwa 100-mal gebaut. Und natürlich war er in der Regel auf der Rückseite untergebracht und von vorn nicht sichtbar. Ende 1986 stellte Audemars Piguet dann eine Armbanduhr mit Tourbillon vor, die gleich in mehrfacher Hinsicht beeindruckte: Sie war die flachste Tourbillon-Uhr, wobei sie sogar über einen automatischen Aufzug verfügte. Und man konnte den sich drehenden Tourbillonkäfig in einem runden Zifferblattausschnitt sehen. Nach diesem Meilenstein wurde das Tourbillon auf dem Markt der Mechanikuhren zu einem Selbstläufer – und das sichtbare Tourbillon zu einem Standard. Nur Patek Philippe versteckt die Komplikation aus Traditionsgründen noch auf der Rückseite.

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Vorreiter: Audemars Piguets 1986 vorgestellte extraflache Automatikuhr mit sichtbarem Tourbillon
Vorreiter: 1986 präsentierte Audemars Piguet diese extraflache Automatikuhr mit sichtbarem Tourbillon

2018 stellte Audemars Piguet erneut eine Tourbillon-Uhr vor: den Royal Oak Offshore Tourbillon Chronograph. Beim hauseigenen Handaufzugkalibers 2947 sind neben dem Tourbillon bei neun Uhr auch die Brücken und die beiden Federhäuser bei zwölf und bei sechs Uhr sichtbar. Die Uhr ist in Rotgold und in Edelstahl jeweils 50-mal erhältlich und kostet rund 335.000 beziehungsweise 299.000 Euro.

Uhr #2 mit besonders sichtbarer Mechanik: Cartier Rotonde Skeleton Mysterious Double Tourbillon

Das Rotonde Skeleton Mysterious Double Tourbillon von Cartier wird jetzt in Platin angeboten.
Cartier: Rotonde Skeleton Mysterious Double Tourbillon

Neben der ursprünglichen, gänzlich handgearbeiteten Form der Skelettuhr gibt es auch eine industrialisierte Form. Dabei werden die Werkteile nicht von Hand ausgesägt und bearbeitet, sondern die Form der Aussparungen entsteht schon vorher im Computer und wird von den Fräsmaschinen in der Produktion ausgeführt. Eine besonders schöne Lösung hierfür ist Cartier mit der Rotonde Skeleton Mysterious Double Tourbillon gelungen: Dieses Modell besitzt ein Zifferblatt, bei dem nur noch die typischen römischen Stundenziffern stehen geblieben sind. Sie umgeben ein Doppeltourbillon, das dank einer Befestigung auf außen verzahnten Saphirglasscheiben zu schweben scheint. Das Tourbillon dreht sich einmal pro Minute um die eigene Achse und vollzieht alle fünf Minuten eine Umdrehung im Käfig des Innenkreises. Den Antrieb liefert das Handaufzugskaliber 9465 MC. Kostenpunkt für die Platinuhr: 215.000 Euro.

Uhr #3 mit besonders sichtbarer Mechanik: Oris Big Crown ProPilot X

Oris Big Crown ProPilot X

Oris hat das neue Manufakturkaliber Calibre 115 der neuen Big Crown ProPilot X skelettiert, und zwar äußerst modern und auf sehr technische Art und Weise. schon auf den ersten Blick erkennt man seine Besonderheit: Die offene Struktur des Zifferblatts lässt den Betrachter in die Mechanik eintauchen. Das Werk basiert auf dem zum 110-jährigen Jubiläum im Jahr 2014 vorgestellten Oris Calibre 110, das über eine Gangreserve von 10 Tagen, eine nichtlineare Gangreserveanzeige und eine kleine Sekunde verfügt. Wenn das Uhrwerk voll aufgezogen ist, liefert es eine 10-tägige Gangreserve. Diese Gangreserve  wird von einer Zugfeder garantiert, die in einem einzelnen, überdimensionalen Federgehäuse gewickelt und bei 12 Uhr sichtbar ist. Die verbleibende Gangreserve wird durch eine von Oris entwickelte und patentierte, nichtlineare Gangreserveanzeige bei drei Uhr angezeigt. Die Anzeige wird umso genauer, je mehr sich die Zeit des Aufziehens der Uhr nähert. Oris hat die Form und Struktur von Zifferblatt und Uhrwerk bereits im Design- und Entwicklungsprozess geplant. So wurden die einzelnen Teile bereits skelettiert gefertigt. Das Ergebnis ist eine moderne Anmutung der Uhr. Das liegt zum einen an der Farbe, zum anderen an den Komponenten: Das Grau des Titangehäuses harmoniert mit den verschiedenen Grautönen der Werkteile. Deren Oberfläche wiederum ist matt und sandgestrahlt. In der unter dem eigentlichen Zifferblatt liegenden Ebene werden hellere Werkteile, Räder aus Messing und rot schimmernde Lagersteine sichtbar. Die 44 Millimeter große Titanuhr kann man sich für 6.900 Euro ans Handgelenk legen.

Uhr #4 mit besonders sichtbarer Mechanik: Glashütte Original Panoinverse Limitierte Edition

Glashütte Original: Panoinverse Limitierte Edition
Glashütte Original: Panoinverse Limitierte Edition

Die Panoinverse von Glashütte Original zeigt schon seit über elf Jahren ihr mechanisches Innenleben auf der Zifferblattseite. So zeigt sich die filigrane “Schmetterlingsbrücke”  sowie die kunstvoll von Hand finissierte und gravierte Dreiviertelplatine des Handaufzugskalibers 66-08 unbedeckt und in voller Schönheit. Die Zeitanzeige und die Gangreserveanzeige erfolgt über zwei Hilfszifferblätter in dunklem Blau. Die 42 Millimeter große Platinuhr ist auf 25 Stück limitiert und kostet 45.000 Euro.

Uhr #5 mit besonders sichtbarer Mechanik: HYT H2O Time is Fluid

Rund um die Saphirglaskuppel des limitierten HYT-Modells verläuft das Motto „Time is Fluid“.
Rund um die Saphirglaskuppel des limitierten HYT-Modells verläuft das Motto „Time is Fluid“.

HYT ist für ihre flüssige Anzeige der Stunden bekannt. Besonders eindrucksvoll setzt die Schweizer Marke diesen hydromechanischen Mechanismus bei der H2O Time is Fluid in Szene. Über dem Handaufzugswerk von Renaud & Papi und den beiden Totalisatoren für Minuten und Sekunden wölbt sich ein Saphirglas, sodass der Träger von allen Seiten einen dreidimensionalen Blick auf den das Innere der Uhr hat. Das Gelbgoldgehäuse der HYT H20 hat einen Durchmesser von 51 Millimetern und ist 19,95 Millimeter hoch. Die Goldversion ist auf 20 Exemplare limitiert und kostet 125.000 Schweizer Franken.

Uhr #6 mit besonders sichtbarer Mechanik: Roger Dubuis Excalibur Aventador S

Roger Dubuis: Excalibur Aventador S Roségold
Roger Dubuis: Excalibur Aventador S

Sein hauseigenes Handaufzugskaliber RD103SQ hat Roger Dubuis gleich von vornherein als Skelettwerk konzipiert. Es kommt aktuell im Modell Excalibur Aventador S wirkungsvoll zum Einsatz. Die Inspiration zum Uhrwerk erhielt Roger Dubuis vom Sportwagen Lamborghini Aventador S. So erinnert die Platine, die das Federhaus des Uhrwerks verdeckt, an einen Motor. Geschützt wird das Kaliber von einem 45 Millimeter großen Gehäuse aus Titan. Lediglich 28 Exemplare gibt es von der Skelettuhr mit Roségoldakzenten. Sie kostet 230.000 Euro.

Uhr #7 mit besonders sichtbarer Mechanik: Zenith Defy Inventor

Zenith: Defy Inventor
Zenith: Defy Inventor

Zenith hat das blaue Zifferblatt der Defy Inventor so stark skelettiert, dass man möglichst viel von dem darunter liegenden hellen Oszillator des Manufakturkalibers ZO 9100  sieht. Das Besondere des Oszillators: Er besteht aus einem einzigen Teil und ersetzt die rund 30 Bauteile eines herkömmlichen Regulierorgans. Genauso gut wie das Regulierorgan erkennt man oberhalb von 6 Uhr das mit flexiblen Flügeln versehene Hemmungsrad, das in einem Rubin gelagert ist. Um das Zifferblatt herum verläuft die auffällige Lünette aus Aeronith – ein Aluminium-Composite aus offenporigem Aluminiumschaum versteift mit einem Polymer. Die 44 Millimeter große Titan-Uhr wird mit einem schwarzen Kautschukband mit Oberseite aus blauem Alligartorleder am Arm befestigt. Kostenpunkt: 18.900 Schweizer Franken.

Uhr #8 mit besonders sichtbarer Mechanik: Breguet Classique Tourbillon Extra-Plat Squelette 5395

Breguet: Classique Tourbillon Extra-Plat Squelette 5395 in Roségold
Breguet: Classique Tourbillon Extra-Plat Squelette 5395 in Roségold

Beim automatischen Manufakturkaliber 581 im Modell Classique Tourbillon Extra-Plat Squelette 5395 entfernt Breguet fast 50 Prozent des Materials. Die Schwungmasse ist nun seitlich der Platine angeordnet und die Mechanik wird somit vollständig sichtbar. Der Tourbillonkäfig, der nur 0,29 Gramm wiegt, greift direkt in das Räderwerk ein und verzichtet auf einen unterhalb montierten Trieb. Die Siliziumhemmung nimmt eine speziell gebogene Form an, durch die Platz gewonnen wird.  Das Kunsthandwerk wird zudem mit Gravuren, Guillochierungen und Anglierungen in Szene gesetzt. Das extrem skelettierte Tourbillon-Uhrwerk wird von einem kannelierten 41-Millimeter großen Roségoldgehäuse umschlossen und durch gewölbte Saphirgläser sichtbar. Auch das Zifferblatt besteht aus Saphirglas. Am Alligatorlederband kostet die Uhr 217.400 Euro.

Uhr #9 mit besonders sichtbarer Mechanik: Hublot Classic Fusion Tourbillon Orlinski

Hublot: Classic Fusion Tourbillon Orlinski in schwarzer Keramik
Hublot: Classic Fusion Tourbillon Orlinski in schwarzer Keramik

Die Schweizer Sportuhren-Manufaktur Hublot kooperiert mit dem zeitgenössischen Künstler Richard Orlinksi und übernimmt dessen typische skulpturenhafte Facetten in der Skelertierung des Handaufzugkalibers HUB6021 auf. Die Uhr fasziniert mit ihren schlanken, mattierten Stegen, welche leicht nach innen gerichtet sind. Die Gangreserve, die sich übrigens auf etwa 115 Stunden beläuft, wird über einen Ring bei neun Uhr angezeigt. Das Tourbillon rotiert dagegen bei sechs Uhr einmal pro Minute um sich selbst. Die 45 Millimeter große Keramikuhr ist ab 89.000 Euro erhältlich.

Uhr #10 mit besonders sichtbarer Mechanik: Maurice Lacroix Aikon Automatic Skeleton

Die Skelettierung bei der Aikon Automatic Skeleton von Maurice Lacroix folgt einem ganz neuen Muster, das speziell für diesen Zeitmesser entworfen wurde. Es ist von fünf konzentrischen Kreisen gekennzeichnet, die das gesamte Uhrwerk durchziehen (5.600 Euro).
Maurice Lacroix: Aikon Automatic Skeleton

Mit der Uhrenlinie Aikon belebt Maurice Lacroix ein einst erfolgreiches Design wieder, dessen Hauptmerkmal die auffälligen Lünettenreiter sind. Neben Dreizeigeruhren und Chronographen gibt es in der noch jungen Linie auch eine Skelettuhr namens Aikon Automatic Skeleton. Das Federhaus des hauseigenen Werkes zeigt sich komplett offen. Untergebracht ist das Manufakturkaliber ML234 mit Automatikaufzug in einem 45 Millimeter großen Edelstahlgehäuse. Der gleichzeitig klassische und moderne Zeitmesser kostet 5.600 Euro.

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im Februar 2017.

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Produkt: UHREN-MAGAZIN 2/2019
UHREN-MAGAZIN 2/2019
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