Neue deutsche Welle: 5 junge Uhrenmarken

Kaufberatung – Uhren von schlicht bis auffällig

Alexander Krupp
von Alexander Krupp
am 22. Februar 2018

Nicht nur in der Schweiz, die für ihre Uhrmacherindustrie bekannt ist, sondern auch in Deutschland entstehen viele neue Uhrenmarken. Hier finden Sie fünf ausgewählte Marken, die jünger als 20 Jahre sind. Auf der neuen deutschen Uhrenwelle surfen Hersteller mit ganz unterschiedlicher Gestaltung, Ausstattung und Werktechnik.

Junge deutsche Uhrenmarken: #1 Der Robuste – Cronus

Die von Juri Schob neu gegründete deutsche Uhrenmarke Cronus orientierte sich beim Design des Modells Prototyp 2 an einer russischen Einsatztaucheruhr aus den 1960er Jahren.

Cronus: Prototyp 2
Cronus: Prototyp 2

Wegen ­ihres zum Patent angemeldeten Kronenmechanismus ist die robuste Sportuhr nicht nur für den Alltag, sondern auch für Einsätze im und auf dem Wasser geeignet: Ein kleiner Schieber am verschraubten Kronenschutz drückt die Aufzugskrone gegen das Gehäuse und schützt das Eta-Automatikkaliber 2824 bis 30 Bar vor eindringender Nässe. Erst wenn man den Schieber – gegen einen deutlichen Widerstand – bewegt, lässt sich die Krone bedienen. Das 45 Millimeter große, ­betont kantige Edelstahlgehäuse der Prototyp 2 ist perlgestrahlt und lässt somit keine störenden ­Reflexe zu. Es ist an einem in Deutschland handgefertigten Lederband befestigt. Das robuste Erstlingswerk von Cronus kostet 2.400 Euro.

Junge deutsche Uhrenmarken: #2 Der Traditionelle – Bruno Söhnle

Im Jahr 2000, zu seinem 60. Geburtstag, schenkte sich der schwäbische Unternehmer Bruno Söhnle seine gleichnamige Uhrenmarke, und zwar am geschichtsträchtigen Uhrenstandort Glashütte in Sachsen. 2012 ließ er seine Produktionsstätte, das ehemalige Assmann-Haus, renovieren. Im Frühjahr 2017 erweiterte Bruno Söhnle die Modellreihe Stuttgart. Die Besonderheit: In den vier Versionen der Stuttgart Handaufzug kommen erstmalig die sognannten Atelierkaliber zum Einsatz. Jedes Mitglied der Familie Söhnle steht für die Weiterentwicklung des Unternehmens ein und bürgt als Pate für das jeweilige Uhrwerk. Der Name der Modellreihe Stuttgart ist auch ein Bekenntnis zum Qualitätslabel „Made in Germany“, wobei die Richtlinien für das Signet „Glashütte/SA“ wesentlich anspruchsvoller sind.

Bruno Söhnle Stuttgart Handaufzug
Bruno Söhnle: Stuttgart Handaufzug

Die Stuttgart Handaufzug wird angetrieben vom Kaliber 283, einem nach Glashütter Art verzierten Taschenuhrkaliber Unitas 6498 vom Schweizer Werkelieferanten Eta. Das Handaufzugswerk tickt in einem 42 Millimeter großen Edelstahlgehäuse mit Mineralglasboden, das wahlweise ein graues, schwarzes, beige- oder silberfarbenes Zifferblatt rahmt. Die schlichte, elegante Armbanduhr kostet mit Kalbslederband 2.200 Euro; das ebenfalls erhältliche fünfreihige Metallgliederband verlangt nach 100 Euro mehr.

Junge deutsche Uhrenmarken: #3 Der Auffällige – Hæmmer

Die Hæmmer Germany GmbH sitzt in Kamen bei Dortmund und wurde im Jahr 2008 von Geschäftsführer Holger Bohne und Jeroen Opdam gegründet. Sie wollen nicht zu den Uhrenmarken für die breite Masse gehören, und so zeichnen sich ihre Uhren gleichzeitig durch überdimensionale Ausmaße und ein klassisch-elegantes Design aus. Dazu gehören eine auf der linken Gehäuseseite sitzende Krone, die den Tragekomfort erhöhen soll, sowie eine Lasergravur des Logos an der rechte Gehäuseflanke. Alle Hæmmer-Modelle sind auf 999 Exemplare limitiert und sind mit Edelstahlapplikationen am Armband ausgestattet. Die Gehäusedurchmesser liegen bei 45 Millimetern für Damenmodelle und 50 Millimetern für Herrenuhren. Für Vortrieb sorgen ausschließlich modifizierte Miyota-Kaliber des japanischen Herstellers Citizen. Die verschraubte Krone und der verschraubte Gehäuseboden sorgen für eine Druckfestigkeit bis zehn Bar.

Hæmmer Germany: Noblica Ambassador
Hæmmer Germany: Noblica Ambassador

Die Noblica Ambassador von Hæmmer Germany kombiniert roségoldfarbene Zeiger, Indexe und Gehäusemittelteil mit einem schwarzen Zifferblatt und Kalbslederband. Die Lünette des 50 Millimeter großen Edelstahlgehäuses ist schwarz beschichtet. Die Dreizeigeruhr mit Datum und kleiner Sekunde wird vom Automatikkaliber Miyota 8218 angetrieben und kostet 399 Euro.

Junge deutsche Uhrenmarken: #4 Der Technische – UTS

1999 hat der Ingenieur für Maschinenbau und Fertigungstechnik Nicolaus Spinner seine eigene Sportuhrenmarke UTS (Uhren-Technik Spinner) gegründet. In den Gehäusen gibt es keine Standardbauteile: Alle Komponenten sind selbst berechnet und werden in Deutschland aus dem Vollen gefräst. Aufgrund der handwerklichen statt industriellen Fertigung und umfangreicher Belastungstests kann UTS in Holzkirchen südlich von München nur wenige Hundert Uhren pro Jahr fertigen.

UTS: Adventure Automatic
UTS: Adventure Automatic

Beim Basismodell von UTS, der Adventure Automatic, denkt man wie bei allen Zeitmessern der Marke fast zwangsläufig: Ein starkes Stück! Mit 46 Millimetern Durchmesser und 15,5 Millimetern Höhe ist sie ein echter Brocken – männlich-markant, nicht raffiniert designt, aber dennoch mit so manchem spannenden (Gehäuse-)Detail ausgestattet. Als Erstes fällt der optionale Kronenschutz auf, der zum Preis von 100 Euro optional erhältlich ist. Wie alle anderen Gehäusebauteile ist der Kronenschutz aus massivem Stahl gefräst und mit Inbusschrauben befestigt – eine Spezialität von Nicolaus Spinner, der als Ingenieur am liebsten die technisch hochwertigsten Lösungen wählt. Die gleichen Schrauben halten die Bandanstöße und die Lünette, leider aber nicht die ansonsten sehr schön gemachte Dornschließe. Alles an der Adventure Automatic vom Gehäuse über das große Eta-Valgranges-Kaliber A07.111 bis hin zum breiten Kautschukband ist solide und robust; Letzteres fällt allerdings etwas zu dünn aus, um ein ausreichendes Gegengewicht zu dem bulligen Uhrengehäuse zu bilden. Eng getragen, liegt die Uhr jedoch recht angenehm am Arm und stört weder im Alltag noch am Berg. Nur wenn man den Ärmel über die Uhr ziehen oder in die Hosentasche greifen will, wird es eng. Kurz gesagt: Die Adventure Automatic eignet sich nicht für den Opern- oder Galaabend – aber für fast alles andere. Besonders für sportliche Herausforderungen, mit denen Stöße, Schweißbildung und der Kontakt mit Staub oder Wasser einhergehen. Der Preis inklusive Kronenschutz beträgt 3.600 Euro.

Junge deutsche Uhrenmarken: #5 Der Geschichtsbewusste – Tourby Watches:

Tourby Watches: Pilot BBB3c Automatic 200 m
Tourby Watches: Pilot BBB3c Automatic 200 m

Die Taschenuhr seines Großvaters weckte in Erdal Yildiz die Leidenschaft für mechanische Zeitmesser. Im Jahr 2007 verwirklichte sich der Uhrenliebhaber seinen Traum und gründete die Marke Tourby Watches. Heute entstehen im westfälischen Hagen klassische Uhrenmodelle, die im eigenen Onlineshop zu attraktiven Preisen angeboten werden. Die Kollektion beinhaltet neben Flieger- und Taucheruhren auch historisch anmutende Modelle. Diese sind unter anderem von alten Taschenuhren oder türkischen Uhren mit alt-osmanischen Zahlen inspiriert. Zudem fertigt Yildiz individuelle Zeitmesser nach den Wünschen seiner Kunden, wobei die USA den größten Markt ausmachen. Sämtliche Komponenten wurden von Beginn an von Zulieferern aus der Schweiz und Deutschland nach Vorstellungen des Inhabers hergestellt. In den Werkstätten in Hagen und Bochum arbeitet Yildiz zusammen mit zwei Uhrmachern, einem Graveur, einem Feinmechaniker und einem Goldschmied an der Finissierung und Montage seiner Uhren. Auch sämtliche Servicearbeiten werden dort durchgeführt.

Tourby Watches: Diver Lawless 42
Tourby Watches: Diver Lawless 42

Im Inneren der Zeitmesser ticken neben Eta- und Sellita-Werken auch alte amerikanische Taschenuhrwerke. Seit 2013 verbaut Tourby Watches in den meisten Uhren eine modifizierte Version des bekannten Eta-Taschenuhrenkalibers Unitas 6498. In Zusammenarbeit mit einem kleinen Schweizer Uhrenatelier wird aus dem Unitas-Werk das Kaliber 74.3. In der Werkstatt werden einige Komponenten produziert und das Werk zusammengebaut. Das neue Kaliber besitzt eine guillochierte Glashütter Dreiviertelplatine, Glashütter Sonnenschliff auf den Aufzugsrädern, Goldchatons, Schwanenhals-Feinregulierung und Perlage auf Grundplatine und Ankerradbrücke. Einige der Veredelungen und Dekorationen nimmt Tourby Watches selbst vor.

Fortlaufend aktualisierter Artikel, ursprünglich online gestellt im März 2011.

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