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Wempe: Chronometerwerke

Wempe chronometerwerke
© PR
Die Uhrenmarke Uhrenmarke Wempe bringt in ihrer Kollektion Chronometerwerke erstmals runde Uhren. Angetrieben von einem neuen Werk, ersetzen sie die tonneauförmigen Vorgängermodelle. Wempe hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem wichtigen Anbieter von Uhren mit eigenem Label entwickelt. Als die Hamburger 2003 ihr 125-jähriges Bestehen feierten, konnten sie die meisten ihrer Lieferanten, von Nomos bis Patek Philippe, dazu bewegen, eine spezielle Jubiläumsuhr zu fertigen, die nur von Wempe angeboten wurde – streng limitiert natürlich und zum Teil sogar mit „Wempe“-Schriftzug auf dem Zifferblatt. 2006 ging Wempe einen entscheidenden Schritt weiter und brachte ganz und gar eine eigene Kollektion auf den Markt. Der Schritt war logisch: Wempe brauchte zusätzlich zu den Luxusmarken auch preisgünstige Modelle, um die Kundenbasis zu vergrößern und eine attraktive „Einstiegspreislage“ anbieten zu können. Gleichzeitig war man mit damals 26 Filialen in fünf Ländern (plus einem Shop auf der MS Europa) groß genug für einen solchen Schritt. Während die Linie Zeitmeister, mit Schweizer Werken und attraktiven Preisen, zu einem Riesenerfolg wurde, stand die höherwertige Kollektion Chronometerwerke, mit chronometergeprüften Manufakturwerken von Nomos, eher im Schatten der Publikumsgunst. Das mag auch an der eigenwilligen Tonneauform von Gehäusen und Werken gelegen haben.
Wempe Armbandchronometer limitiert
Wempes neues Armbandchronometer mit Limitierung © PR
Jetzt hat Wempe sich darauf besonnen, dass klassische Schiffschronometer (wie sie das Haus seit Jahrzehnten baut) eben rund sind. Ihre typische Zifferblattgestaltung besteht aus einer großen, gut ablesbaren „kleinen Sekunde“ bei der Sechs und einer kreisförmigen Gangreserveanzeige bei der Zwölf. Hinzu kommen meist eine Schienenminuterie rund ums Zifferblatt sowie römische Ziffern für die Stunden.
Wempe Armbandchronometer ohne Limitierung Gelbgold
Die Gangreserve beträgt 42 Stunden und bei zwölf Uhr angezeigt © PR
Genau so sieht auch die neue Uhr aus. Zwar sind die Positionen „Auf “ und „Ab“ im Vergleich zu den meisten Marinechronometern vertauscht, aber das tut der Funktion keinen Abbruch. Jedenfalls erfüllt die Uhr ihren ersten Hauptzweck: Sie ist gut ablesbar. Zeigerlängen und Proportionen stimmen, das Gehäuse hat mit 43 Millimetern Durchmesser eine zeitgemäße Größe. Der zweite Hauptzweck besteht in der Präzision, immerhin handelt es sich um ein Chronometer. Wie gut es um die Ganggenauigkeit bestellt ist, bescheinigt der offizielle Gangtest, den jede Uhr in der amtlichen Prüfstelle in der Glashütter Sternwarte bestehen muss. Auch wenn Wempe diese einzige Chronometerprüfstelle in Deutschland mit aufgebaut und finanziert hat, erfolgen alle Messungen und Beurkundungen durch das Thüringische Landesamt für Mess- und Eichwesen; Wempe darf sich selbstverständlich nicht selbst zertifizieren.
Sternwarte Glashütte
In der 2005 wiedereröffneten Sternwarte in Glashütte beschäftigt Wempe mittlerweile 55 Mitarbeiter. Hier finden auch die deutschen Chronometerprüfungen statt © PR
Das Uhrwerk, das diesen Anforderungen genügen muss, hat Wempe zusammen mit dem zur Festina-Gruppe gehörenden Schweizer Hersteller MHVJ (Manufacture Horlogère du Vallée de Joux) entwickelt. Er liefert auch Anker, Ankerrad und Unruh des Kalibers CW3. Die Teile werden mittels einer „StruTec“ genannten Lasertechnik skelettiert und sind somit leichter, ohne an Stabilität einzubüßen – damit soll das Trägheitsmoment verringert werden. Die Spiralfeder stammt vom deutschen Hersteller Carl Haas, einer Schwesterfirma von Junghans. Der Schwanenhals, den man von vielen hochwertigen Glashütter Uhren kennt, dient beim CW3 nicht der Feinregulierung, sondern dem sogenannten Abfall. Vereinfacht ausgedrückt, soll damit eine möglichst gute Gangsymmetrie erreicht werden. Die Unruh kommt ohne Rücker aus, sondern wird über vier kleine Schräubchen reguliert. Auch wenn die Konstruktion aus der Schweiz stammt, folgt das Werkdesign in jeder Hinsicht den Glashütter Traditionen: Auffälligstes Merkmal ist die Dreiviertelplatine, die (leider) den größten Teil des Werkes verdeckt, aber dank verschraubter Goldchatons und dem mit Sonnenschliff verzierten Sperrrad eine Augenweide für sich darstellt – genauso wie die handgravierte Unruhbrücke. Die Dreiviertelplatine und die Brücken werden in Glashütte von einer Spezialfräserei gefertigt, veredelt und zur Wempe-Produktionsstätte in der Glashütter Sternwarte geschickt. Dort erfolgen Montage, Regulierung und Zusammenbau von Werken und Uhren sowie – wie erwähnt in offizieller Regie – die Chronometerprüfungen.
Wempe Armbandchronometer ohne Limitierung braunes Band
© PR
Kurioserweise hatten die ersten Uhren bei der Präsentation im Oktober noch keinen richtigen Namen. Jedenfalls gibt es zwei verschiedene Varianten. Eine limitierte Serie von 20 Gelbgold- und 60 Edelstahlmodellen (14.250 beziehungsweise 6.260 Euro) ist Hellmut Wempe gewidmet, der 2012 seinen 80. Geburtstag feierte. Diese 80 Uhren tragen die Unterschrift des Firmenchefs auf dem Boden und verfügen zudem über eine Schraubenunruh. Das Zifferblatt ist mit Indexen versehen. Darüber hinaus gibt es unlimitierte Modelle ohne Signatur, mit glattem Unruhreif und wahlweise römischen oder arabischen Ziffern. Sie kosten in Gelbgold 13.950 Euro und in Edelstahl 5.950 Euro. buc
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