Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Uhrwerke sind linientreu

Das Maß der Linie für den Durchmesser eines Uhrwerks führten die Schweizer Taschenuhr-Hersteller ein
Das Maß der Linie für den Durchmesser eines Uhrwerks führten die Schweizer Taschenuhr-Hersteller ein
© PR
Die Linie ist eine in der Uhrenbranche noch immer gebräuchliche Maßeinheit. Gemeint ist damit die »Pariser Linie«, die nicht etwa eine besondere Metro-Verbindung in der französischen Hauptstadt bezeichnet. Vielmehr handelt es sich um ein altes französisches Längenmaß, das im 17./18. Jahrhundert europaweit als Referenzeinheit verwendet wurde. In der Uhrmacherei führten es die Schweizer Taschenuhrherstellern ein und beschrieben damit die Durchmesser ihrer Kaliber, die auch dementsprechend auf ihren Rechnungen vermerkt waren. Zuvor wurden die Größen nach »Pariser Zollen« angegeben. Diese Einheit erwies sich aber als unpraktisch (eine Pariser Linie entspricht 1/12 Zoll), weil man bei den Uhrwerken dadurch ständig mit Bruchteilen zu tun hatte, und wurde deshalb durch die »Linie« ersetzt.
Die Angabe der Pariser Linie – französisch »Ligne« – nutzte dem Handel zur Unterscheidung der Uhrwerke. Abgekürzt durch drei Hochkommas (’’’), entspricht eine Linie (1’’’) 2,256 Millimeter (2,256 mm). Ein Werk mit dem Durchmesser von 10 1/2’’’ wurde im Fachjargon einfach Kaliber 10 1/2’’’ genannt. Da es aber viele verschiedene Werkehersteller gab, musste man zur Identifizierung eines Kalibers zusätzlich zum Durchmesser auch noch den Hersteller angeben, also zum Beispiel ein Kaliber von Adolph Schild als AS 10 1/2’’’. Bald aber fingen die Hersteller an, verschiedene Werke mit gleichen Werkdurchmessern zu bauen. Diese hatten unter anderem unterschiedliche Hemmungen, oder Brückenformen, um verschiedene Kundenwünsche zu erfüllen. Das führte dazu, dass sich jeder Hersteller eine eigene Logik seiner Werkbezeichnung überlegte, die bald anstelle der Linie als Kaliberbezeichnung trat, zum Beispiel Kaliber AS 313. Die ursprüngliche Information zum Durchmesser des Kalibers ging dabei verloren. Vielleicht aus Tradition, vielleicht, weil sie sich einst als durchaus praktisch zur Erkennung der Uhrwerke erwiesen hat, ist die Pariser Linie als Maßeinheit auch heute noch bei den Uhrwerkfabrikanten sehr beliebt und weit verbreitet. Und übrigens nicht nur bei diesen, auch Goldschmiede, Juweliere und Optiker in sehr vielen Ländern nutzen noch immer diese Angabe.
Das ehemalige Unitas-Taschenuhrkaliber, heute ETA 6497 oder 6498, ist mit 36,6 Millimetern Durchmesser ein 16 1/2‘‘‘-liniges  Werk und wird noch immer mit diesem Maß von der ETA angegeben
Das ehemalige Unitas-Taschenuhrkaliber, heute ETA 6497 oder 6498, ist mit 36,6 Millimetern Durchmesser ein 16 1/2‘‘‘-liniges Werk und wird noch immer mit diesem Maß von der ETA angegeben © PR
Die Eta zum Beispiel sortiert auf ihrer Homepage die Uhrwerke noch vor dem Millimetermaß nach Linien. Unter den 11 1/2’’’-linigen Werken, was 25,6 Millimetern im Durchmesser entspricht, findet sich so ein Großteil der weit verbreiteten 28er-Baureihe. 16 1/2’’’ Linien, das sind 36,6 Millimeter, messen die ehemaligen Unitas-Taschenuhrkaliber 6497/6498. Aber auch die neuen Valgranges-Kaliber haben diesen Durchmesser, der ebenfalls in Linien angegeben wird. MaRi
Uhrwerk Taschenuhr Wissen Manufakturkaliber Archiv

Neueste Beiträge

Von Frankfurt in die Welt: Sinn lanciert 103 St Sa zum 100-jährigen Jubiläum der Lufthansa - Auf 100 Exemplare limitierte Edition
Mit dunkelgrauem Zifferblatt und gelben Akzenten spiegelt der automatische Flieger-Chronograph die charakteristische Farbwelt der Lufthansa wider.
3 Minuten
Streng limitiert: Die MIKE von Alexander Shorokhoff gibt es nur 10-mal
Ein seltener Bär namens Mike lässt Stunden springen und erfreut Mechanikfans wie Sammler. Ganz nebenbei tut die Uhr von Alexander Shorokhoff auch noch Gutes.
4 Minuten
Warten auf den neuen Bond: Omega legt die Seamaster Diver 300M neu auf
Omega stellt die Seamaster Diver 300M „James Bond“ und „Spectre“ vor. Dazu kommen zwei Platin-Gold-Sets. Alle Details und die ersten Hands-on-Bilder.
6 Minuten
5. Okt 2026
Citizen feiert 50 Jahre Eco-Drive – Zwei neue Promaster-Modelle zum Jubiläumsjahr

Citizen feiert 50 Jahre Eco-Drive – Zwei neue Promaster-Modelle zum Jubiläumsjahr

- Top Thema
Hotspot: Fossil Signature CS-1 – ein neues Kapitel der Uhrmacherkunst

Fossil Signature CS-1 – ein neues Kapitel der Uhrmacherkunst

- Hotspot
WatchTime September 2026

Das aktuelle WatchTime Magazin

- Jetzt erhältlich

Das könnte Sie auch interessieren

5 erschwingliche Handaufzugsuhren made in Germany - Handaufzugsuhren von Junghans, Hanhart, Laco und Co.
Vor dem Einzug des Automatikwerks gab es nur Uhren mit Handaufzug. Wir stellen Ihnen vier erschwingliche Handaufzugsuhren deutscher Hersteller vor.
4 Minuten
Automatik, Handaufzug oder Manufakturwerk: Welches Uhrwerk ist das richtige?
Handaufzug oder Automatik, Großserienwerk oder Manufakturkaliber: Wir erklären, wie die wichtigsten Uhrwerksarten funktionieren, worin ihre Stärken und Schwächen liegen – und welches Werk zu welchem Uhrentyp passt.
15 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige