Laco Replika B 55: Fliegeruhr im historischen Originalformat
55 mm Durchmesser, 19,5 mm Höhe und rund 217 g Gewicht: Mit der neuen Replika 55 widersetzt sich Laco bewusst dem Trend zu kleineren Fliegeruhren und zelebriert eines der wichtigten Modelle der Firmengeschichte. Bei den Größenverhältnissen orientiert sich die Pforzheimer Marke an den historischen Beobachtungsuhren der 1940er-Jahre, die mit exakt diesem Durchmesser als Navigationsinstrumente für die deutsche Luftwaffe entstanden. Laco gehörte damals neben A. Lange & Söhne, IWC, Stowa und Wempe zu den insgesamt fünf Herstellern, die mit deren Fertigung beauftragt wurden. Ganz neu ist die Replika 55 dabei nicht. Eine entsprechend dimensionierte Nachbildung gehörte bereits früher zum Laco-Programm, verschwand jedoch vor einigen Jahren aus dem Sortiment. Nun kehrt sie zurück – in den beiden historischen Zifferblattvarianten Baumuster A und Baumuster B sowie zusätzlich als künstlich gealterte Erbstück-Ausführung.
Laco: Replika 55 Baumuster A
Laco55 mm für den Oberschenkel
Die enorme Größe der historischen Beobachtungsuhren ergab sich aus der Funktion: Sie waren keine gewöhnlichen Armbanduhren, sondern Instrumente, die sich die Navigatoren im Flugzeug oft mit einem überdimensionierten Band um den Oberschenkel schnallten. Dabei mussten sie die Anzeigen vom Zifferblatt auch unter schwierigen Bedingungen schnell und eindeutig erfassen können. Wie bei den historischen Vorbildern, die Reflexionen im Cockpit möglichst vermeiden sollten, ist das Edelstahlgehäuse des Sondermodells nicht auf Hochglanz poliert, sondern zeichnet sich durch eine matte, konkret sandgestrahlte Oberfläche aus. Nicht nur beim Durchmesser sind die Maße der Uhr enorm, sondern auch in der Bauhöhe: Sie misst in dieser Hinsicht 19,5 mm. Auch mit der charakteristischen großen Zwiebelkrone und der seitlich angebrachten Gravur „FL23883“ zitiert die Replika 55 weitere damalige Features. Der massive Edelstahlboden trägt außen eine individuelle Seriennummer; auf seiner Innenseite finden sich die typischen Angaben einer historischen B-Uhr. Außerdem besitzt das Gehäuse einen Magnetfeldschutz. Moderne Zugeständnisse sind dagegen das doppelt gewölbte, entspiegelte Saphirglas und eine Wasserdichtheit bis 50 Meter.
Laco: Replika 55 Baumuster B
LacoBaumuster A und Baumuster B
Bei der Zifferblattgestaltung stehen die beiden historischen Varianten zur Wahl. Das Baumuster A, das historisch zuerst zum Einsatz kam, folgt der klassischen Stundenanzeige mit großen arabischen Ziffern von 1 bis 11 und dem markanten Dreieck bei 12 Uhr. Doch das Baumuster A wurde schon bald durch das Baumuster B ersetzt, denn dessen Konzentration auf die Minuten kam den Piloten bei der Navigation mehr entgegen. So finden sich auch bei der heutigen Replika B 55 auf dem äußeren Ring die Minutenwerte in Fünferschritten von 5 bis 55, während die Stunden auf einem kleineren Kreis im Zentrum angeordnet sind. Beide Zifferblätter sind mattschwarz und verzichten entsprechend dem historischen Instrumentencharakter auf das Markenlogo. Ziffern und Indexe sind mit Superluminova C3 belegt, um auch bei Dunkelheit gut ablesbar zu sein - das Gleiche gilt für Stunden- und Minutenzeiger aus thermisch gebläutem Edelstahl sowie für den zentralen Sekundenzeiger. Die Spitzen von Minuten- und Sekundenzeiger sind zudem gekrümmt und führen dadurch näher an die jeweilige Skala heran.
Auf der gehäuseflanke ist die Nummer „FL23883“ eingraviert.
LacoEta 6497.1 mit aufwendigem Umbau
Die historischen B-Uhren waren je nach Hersteller mit unterschiedlichen Handaufzugswerken ausgestattet. Laco verwendete das vergoldete Kaliber D5 des hauseigenen Rohwerkeherstellers Durowe (Deutsche Uhren-Rohwerke). Laco bleibt der Tradition treu und nutzt auch für das heutige Retro-Modell kein Automatikwerk, sondern eines mit Handaufzug, das zudem wegen seines größeren Durchmessers gut für ein 55-mm-Gehäuse geeignet ist. Dabei baut Laco das einst "Unitas" genannte Eta-Kaliber 6497.1 , das eigentlich über eine kleine Sekunde bei 9 Uhr verfügt, auf eine Zentralsekunde um. Zudem verfügt das Werk über 18 Lagersteine, eine Incabloc-Stoßsicherung, einen Sekundenstopp und eine Schwanenhals-Feinregulierung. Darüber hinaus trägt das Kaliber die individuelle Seriennummer der Uhr.
Laco: In der Replika 55 tickt das Handaufzugswerk Laco 97 mit Zentralsekunde.
LacoAuch das Armband folgt dem historischen Vorbild
Ungewöhnlich ist ebenfalls das braune, 26 mm breite Fliegerlederband. Es ist mit jeweils zwei Nieten an festen Stegen befestigt und als geschlossenes Band ausgeführt. Zum Anlegen wird die Uhr deshalb über die Hand gezogen. Historisch sollte diese Konstruktion verhindern, dass die schwere Beobachtungsuhr beim Abnehmen versehentlich zu Boden fiel. Mit rund 217 Gramm unterstreicht die Replika 55 auch beim Gewicht, dass hier weniger eine zurückhaltende Retro-Uhr als vielmehr die Dimension eines historischen Navigationsinstruments reproduziert wird.
Künstlich gealtert: Laco Replika 55 Baumuster B Erbstück
LacoErbstück-Version mit individuellen Gebrauchsspuren
Neben der regulären Replika 55 bietet Laco eine Erbstück-Ausführung an. Hier werden Gehäuse, Zifferblatt und Armband gezielt mit Alterungsspuren versehen. Da diese individuell erzeugt werden, gleicht kein Exemplar exakt einem anderen. Beide Ausführungen werden in einem Holzetui im Vintage-Stil ausgeliefert und sind ab Ende Oktober 2026 erhältlich. Die reguläre Replika 55 kostet unabhängig vom gewählten Baumuster 3.950 Euro, für die Erbstück-Version ruft Laco 5.490 Euro auf.