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Louis Vuitton: 3 neue Tambour Meisterwerke

Tambour Moon Flying Tourbillon Poinçon de Genève, Louis Vuitton, Uhr
© Louis Vuitton

Louis Vuitton hat eine Reihe neuer Zeitmesser vorgestellt, die erneut beweisen, dass es der Maison ernst ist, sich in der hohen Uhrmacherkunst weiter zu behaupten. Erst 2002 debütierte die französische Maison in der High-End-Uhrmacherei und tritt immer wieder mit kühnen Designs in den Vordergrund.

Vor einigen Tagen stellte "La Fabrique du Temps", die Uhrensparte von Louis Vuitton, drei neue aufsehenerregende Tambour-Modelle vor, darunter eine lebendige Email-Maske, ein Tourbillon mit einem Gehäuse aus Neon-Saphir und ein Zifferblatt mit einem schlagenden Herzen.

Tambour Fiery Heart Automata

Die Basis des Zifferblatts ist mit dem Monogram-Muster von Louis Vuitton verziert. © Louis Vuitton

Die 42-mm-große Tambour Fiery Heart Automata kommt mit Roségoldgehäuse sowie diamantbesetzter Krone und Bandanstößen. Es beherbergt das erste hauseigene Uhrwerk mit Automatikaufzug, das für Frauen bestimmt ist und komplett im Atelier "La Fabrique du Temps Louis Vuitton" entwickelt wurde. Auch das gravierte Grand-Feu-Emailzifferblatt ist ein wahrer Hingucker, es ziert ein gekröntes, flammendes Herz bei 9 Uhr, umwickelt von einer Banderole mit dem Wort "Sweet", während sich Rosen um das Hilfszifferblatt bei 2 Uhr winden, dessen Dornen als Stundenmarkierungen fungieren. Das fliegende Tourbillon bei 6 Uhr liefert den rhythmischen Puls der Uhr und markiert die Sekunden im Verlauf ihrer einminütigen Rotation.

Die Geschichte des Zifferblatts formt weiter auch das Uhrwerk. Das Kaliber LFT 325 wurde speziell für die Tambour Fiery Heart Automata von Louis Vuitton konstruiert, die mikrogestrahlten Werkbrücken umschließen die freiliegenden Räder und sind mit dornigen Rosenstielen in Rotgold verziert. Der Rotor aus 18-Karat-Roségold ist mit Monogram Flowers graviert und durchbrochen, ebenso wie die Automaten-Regulatorbrücke bei 12 Uhr.
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Es ist das erste Mal, dass das fliegende Tourbillon bei Louis Vuitton mit einem Automatikwerk mit zifferblattseitigen Automaten kombiniert wurde. Da der Automat von einer eigenen Zugfeder angetrieben wird, kann das fliegende Tourbillon während der 65 Stunden Gangreserve des Uhrwerks ein hohes Maß an chronometrischer Leistung aufrechterhalten.

Tambour Opera Automata

Bewegt durch alle Emotionen: die Maske der Tambour Opera Automata © Louis Vuitton
Als Hommage an Bian Lian von der Sichuan-Oper greift das Zifferblattdesign der Tambour Opera Automata eine traditionelle Maske auf, die zum Leben erweckt wird und ihren Ausdruck verändert. Die Uhrmachermeister Michel Navas und Enrico Barbasini schufen dieses außergewöhnliche Uhrwerk, während Anita Porchet, Emaillemeisterin, und Dick Steenman, Graveurmeister, die Uhr verzierten. „Wir wollten, dass die Tambour Opera Automata die beeindruckende Ästhetik und die ausdrucksstarken Bewegungen von Bian Lian widerspiegeln", erklärt Michel Navas. Die Entwicklung dieses Zeitmessers, der Gegenstand mehrerer Patente ist, dauerte über zwei Jahre.Die Zeit wird auf dem Zifferblatt – mittels einer springenden Stunde und einem retrograden Minutenmechanismus – nur durch Aktivierung des Automaten angezeigt. Das verantwortliche Kaliber LV 525 mit insgesamt 426 Komponenten hat eine Gangreserve von 100 Stunden. Seine fünf Animationen erzeugen ein einzigartiges 16-Sekunden-Spektakel.
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Wenn der Riegel gedrückt wird, erhebt sich der gravierte Drachenkopf aus Rotgold, um die springenden Stunden zu enthüllen, die auf der Stirn des Cloisonné-Emaille Bian Lian eingraviert sind, während sein Schwanz die retrograden Minuten anzeigt. Das Vorgängermodell, die Tambour Carpe Diem, wurde laut Medienberichten für über 500.000 USD gehandelt und auf 30 Stück limitiert, eine ähnliche Vorgehensweise ist also auch bei dieser Version antizipierbar.  (Auch interessant: Eyecatcher in Orange - Louis Vuitton Tambour Street Diver Burning Rock)

Tambour Moon Flying Tourbillon Poinçon de Genève

Tambour Moon Flying Tourbillon Poinçon de Genève in fluoreszierendem Gelb und Grün © Louis Vuitton
Das Alltags-tauglichste Design der neuen Modelle findet sich in der jedoch nicht minder spektakulären Tambour Moon Flying Tourbillon Poinçon de Genève wieder. Die Gehäuse sind aus einzelnen Blöcken synthetischen Saphirs in fluoreszierendem Gelb oder Grün geschnitten und heben das Tourbillon mit seinem durchbrochenen Monogram Flower-Käfig und mattschwarzen kreisförmigen Brücken und Platinen hervor. Wem das Logo bei 9 Uhr zu viel Markenlogo ist, kann das L und V des Hauses auch durch seine eigenen Initialen tauschen. Die Zeiger sind durchbrochen und scheinen über den Kreisen zu schweben.Das synthetische Gehäusemineral wird durch Erhitzen von Aluminiumoxid bei Temperaturen um 2000° Celsius gewonnen und fand in der Uhrenindustrie zur Herstellung von Rubinen für mechanische Uhrwerke ihren Ursprung. Inzwischen wurde das Verfahren zur Herstellung von Gehäusen erweitert und überzeugt mit einer Härte, die nur von Diamanten übertroffen wird. Im Inneren treibt das Kaliber LV90 mit Handaufzug sein Unwesen, das über eine Gangreserve von 80 Stunden verfügt. Das durchbrochene Uhrwerk wird von einem fliegenden Tourbillon reguliert.
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Zusätzlich zu den 420 Stunden Arbeit, die für das Saphirgehäuse benötigt werden, muss jede Uhrenkomponente einer Uhr mit Poinçon de Genève-Siegel von Handwerkern im Kanton Genf von Hand gefertigt und veredelt werden, um das Markenzeichen der Stadt zu tragen. Wie die Vorgängerversionen der Tambour Moon Flying Tourbillon Sapphire sind diese beiden Uhren bis heute die einzigen Modelle weltweit, die ein Saphirgehäuse haben und das Genfer Siegel tragen.Weitere interessante Artikel:Carl F. Bucherer: Manero Tourbillon Double Peripheral ParadiseOptischer Wirbel auf dem Zifferblatt: Perrelet Turbine SeigaihaOscars 2023: Die Uhren der Stars