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Lesedauer 6 Min.

Hands-on: Glashütte Original Senator Excellence Panoramadatum Mondphase

Bei der Senator Excellence Panoramadatum Mondphase spielt Glashütte Original seine Stärken voll aus: Ein hochfeines Zifferblatt aus eigener Fertigung trifft auf ein Werk der Spitzenklasse, das traditionelle Glashütter Merkmale mit hoher Performance verbindet.
Glashütte Original: Senator Excellence Panoramadatum Mondphase mit lachsfarbenem Zifferblatt
© WatchTime

Die Senator Excellence Panoramadatum Mondphase ist eine ruhige Uhr. Von der hektischen Betriebsamkeit der Welt, den auf- und abschwellenden Hypes der Luxusindustrien, der Lautheit manch anderer Uhrenmarken lässt sie sich nicht beeindrucken. Ihre Werte heißen Ästhetik, Harmonie und Präzision. Exzellenz eben. Dazu gesellt sich ein großer Respekt vor der traditionellen Glashütter Uhrmacherkunst, die aber auf möglichst zeitgemäße Weise zelebriert wird. 

100 Gangreserve und hohe Präzision

Die besagten Werte sind Ausdruck der von Glashütte Original 2016 eingeführten Top-Linie Senator Excellence. Ein paar Monate nach der Präsentation der ersten Dreizeigeruhr führte die Manufaktur das Modell mit Panoramadatum und Mondphase ein – damals noch mit aufgedruckten Indexen und der ersten Generation des heutigen Kalibers, 36-04 genannt. Das Werk hat Glashütte Original inzwischen leicht überarbeitet: Als Kaliber 36-24 verfügt es aber nach wie vor über die entscheidenden Eigenschaften. Da wäre als erstes eine besonders hohe Gangreserve, die von einem extragroßen Federhaus bereitgestellt wird. Zweitens eine Siliziumspiralfeder, die sich durch eine erhöhte Magnetfeldresistenz, Temperaturstabilität und Korrosionsbeständigkeit auszeichnet. Drittens ein chronometergenauer Gang, den Glashütte Original durch die Konstruktion und die gekonnte Regulierung seiner Uhrmacherinnen und Uhrmacher erreicht. Dabei nutzen sie unter anderem die Schwanenhalsfeinregulierung, mit der der lange Rückerzeiger in minimalen Schritten verstellt wird. Schließlich muss jedes Modell der Linie Senator Excellence sich abschließend einem intensiven 24-tägigen Prüfverfahren unterziehen. Zur Präzision trägt nicht zuletzt die lange Gangreserve bei, denn sie begünstigt einen gleichmäßigen Gang über einen längeren Zeitraum hinweg. Gleichwohl ist die Senator Excellence Panoramadatum Mondphase keine Uhr, die man mit Samthandschuhen anfassen muss. So ist etwa das Kaliber 36-24 dank einer Bajonettverriegelung ähnlich wie ein Kameraobjektiv – durch eine Drehbewegung – im Gehäuse fixiert: Das erhöht die Stoßsicherheit und macht sich auch bei Wartung und Revision erleichternd bemerkbar. 

Glashütte Original: Senator Excellence Panoramadatum Mondphase

Glashütte Original: Senator Excellence Panoramadatum Mondphase

© Glashütte Original

Hauseigene Zifferblattfabrik

Das Uhrwerk ist für jede Senator Excellence ein entscheidendes Feature, doch mindestens genauso wichtig ist das Gesicht der Uhr. Das Zifferblatt wird beherrscht von zwei diametral entgegengesetzten Anzeigen: dem Panoramadatum bei 4 Uhr und der Mondphase bei 10 Uhr. Wer mit der Modellgeschichte von Glashütte Original auch nur ein bisschen vertraut ist, kennt diese Aufteilung. Und doch wirkt das Blatt ganz neu, und das ist es auch. Seine Farbe bezeichnet der Hersteller als „Frostkupfer“, und der Hersteller ist – Glashütte Original selbst. Nicht erst seit die markeneigene Zifferblattmanufaktur, die ursprünglich in Pforzheim beheimatet war, ins Glashütter Manufakturgebäude integriert wurde, haben die Zifferblätter bei GO einen enormen Stellenwert. Kein Zweifel: Das Frostkupfer-Blatt ist das Aushängeschild der Uhr. Es zaubert einen angenehm warmen Rotgoldton auf die Vorderseite und ist dabei so gekonnt geprägt, dass der Eindruck einer gleichmäßigen Körnung entsteht. Beim Blick durch die Lupe präsentiert es sich makellos. Den spannenden Kontrast dazu bilden Zeiger und Zahlen. Schon die gebläuten Stahlzeiger glänzen mit dem Mond und den Sternen der Mondphasenanzeige um die Wette, doch am beeindruckendsten sind die aufgesetzten römischen Ziffern. Sie bestehen aus Gold und sind blau beschichtet. Durch die Bearbeitung mit Diamantwerkzeugen entstehen klar abgegrenzte Kanten mit einer präzisen Geometrie und vor allem spiegelblanke Oberflächen, die das Licht besonders stark reflektieren. Es sind Details wie diese, die die Top-Modelle renommierter Uhrenmarken immer wieder so begeisternd machen. Angesichts der Machart war es auch die richtige Entscheidung von Glashütte Original, keine Leuchtmasse aufzubringen. Dadurch bleibt die Uhr zwar nachts dunkel, aber das Konzept bleibt rein, und bei Tageslicht ist die Freude umso größer.

Glashütte Original: Senator Excellence Panoramadatum Mondphase Detail

Das makellose Zifferblatt und die hochpräzise Mondphase gehören zu den Stärken der Uhr.

© Glashütte Original

Ein seit seiner Einführung 1997 gut bekanntes, aber immer wieder schönes Detail ist auch das Panoramadatum. Dank seiner Konstruktion mit einer inneren Scheibe für die Zehner- und einer darum herumlaufenden für die Einerstellen befinden sich beide auf derselben Ebene und benötigen so keinen kaschierenden Mittelsteg. Durch seine Position direkt gegenüber der Mondphasenanzeige korrespondiert das Datum mit ihr. Seine abgeschrägte und glatte, nicht gekörnte Einfassung entspricht der der Mondphase, genau wie das Dunkelblau der Scheiben für Datum und Himmel.

Die Mondphase als poetisches Element

Die Mondphase selbst gibt der Uhr ein poetisches Element. Zwei silberfarbene Monde betreten abwechselnd die Bühne, flankiert von leuchtenden Sternen. Technisch gibt sich Glashütte Original hier nicht mit einer konventionellen Mondphase zufrieden, die nach etwa drei Jahren um einen Tag korrigiert werden muss. Durch zusätzliche Zwischenräder erreicht die Anzeige eine Genauigkeit, durch die eine Korrektur erst nach 122 Jahren ansteht.

Glashütte Original: Automatikkaliber 36-24

Glashütte Original: Automatikkaliber 36-24

© Glashütte Original

Klassisches Gehäuse, fein veredeltes Uhrwerk

Umhüllt werden Zifferblatt und Werk von einem schlichten Edelstahlgehäuse, das bei genauem Hinsehen seine Feinheiten hat. Die schmale Lünette, die einen vollen Blick auf das Zifferblatt gewährt, ist hochglanzpoliert – genau wie der Boden, die Oberseite der Hörner und der Gehäusemittelteil zwischen den Bandanstößen. Dabei gibt eine feine Facettierung beim Übergang von der Vorderseite zur satinierten Flanke den Hörnern einen zusätzlichen Pfiff. Den fünffach verschraubten Boden hat Glashütte Original mit einem großen Saphirglasfenster versehen, das die Schönheit des Werks enthüllt. Dieses bewegt sich konstruktiv, mit seiner Dreiviertelplatine, ganz in der Tradition Glashütter Uhrenbaus. Das Gleiche gilt ästhetisch für den handgravierten Unruhkloben, die thermisch gebläuten Schrauben und den Glashütter Streifenschliff. Ihn, der etwas breiter und weniger überlappend ausfällt als Genfer Streifen, findet man auf der Dreiviertelpatine wie auf dem skelettierten Rotor mit dem Doppel-G-Logo, dessen äußere Schwungmasse aus 21-karätigem Gold besteht und entsprechend punziert ist. Zu den weiteren Dekorationen gehören Perlierung und Körnung auf der Grundplatine, Schneckenschliffe und Polituren auf den Aufzugsrädern sowie weitere extrafeine Schliffe auf Schwungmasse und Werkhaltering.

Glashütte Original: Senator Excellence Panoramadatum Mondphase Wristshot

Die Testuhr beeindruckt durch Aufteilung, Farbe und die gekörnte Struktur ihres Zifferblatts.

© WatchTime

Gangwerte im Chronometerbereich

Beim Gangtest auf unserer Witschi-Zeitwaage zeigte die Senator Excellence Panoramadatum Mondphase in allen sechs Lagen Werte im Chronometerbereich. Kein einziger lag im Minus, aber zwischen dem größten Vorgang bei „Zifferblatt oben“ und dem geringsten bei „Krone unten“ ergab sich eine Differenz von 6,3 Sekunden – nicht schlecht, aber eher Schulnote zwei als eins. Bei Abfall und Amplitude zeigte sich die Uhr sehr stabil. Der durchschnittliche Vorgang von plus vier Sekunden pro Tag ist ein guter Wert, noch übertroffen von den plus zwei Sekunden beim realen Tragen am Arm. Sehr erfreulich ist auch der Tragekomfort: Die Uhr liegt dank der leicht heruntergezogenen Hörner und dem weichen, gefütterten Alligatorband gut am Arm, auch die Faltschließe drückt kein bisschen.

Gibt es angesichts all des Lobes auch etwas zu kritisieren? Allenfalls die Bauhöhe der Uhr. Die liegt bei 12,2 mm. Das ist nicht flach, klingt auch nicht allzu hoch. Doch eine so feine Dresswatch würde mit einem flacheren Gehäuse noch eleganter wirken. Insgesamt ist die Senator Excellence Panoramadatum Mondphase aber eine technisch raffinierte, sehr hochwertig verarbeitete, präzise und gleichzeitig robuste Uhr mit zwei nützlichen Komplikationen, die man jeden Tag tragen kann.

Glashütte Original: Senator Excellence Panoramadatum Mondphase liegend

Die Senator Excellence Panoramadatum Mondphase trägt man an einem blauen Alligatorband.

© Glashütte Original

Technische Daten

Glashütte Original Senator Excellence Panoramadatum Mondphase 

Hersteller Glashütter Uhrenbetrieb GmbH, Altenberger Str. 1, 01768 Glashütte

Referenznummer 1-36-24-04-02-61

Funktionen Stunden, Minuten, Zentralsekunde, Panoramadatum, Mondphase, Großdatum, Sekundenstopp

Gehäuse Edelstahl, poliert und satiniert. Gewölbtes Saphirglas, beidseitig entspiegelt. 5-fach verschraubter Boden mit Saphirglasfenster. 50 m wasserdicht

Zifferblatt „Frostkupfer“: galvanisch roséfarben mit fein gekörnter Prägung. Aufgesetzte, diamantierte Appliken aus Gold, blau beschichtet. 

Maße 40 mm Durchmesser, Höhe 12,2 mm, Horn zu Horn 47,65 mm, Bandanstoßbreite 20 mm, Gewicht 89,5 g

Werk Kaliber 36-24, Automatik. 100 h Gangreserve. Frequenz 4 Hertz = 28.800 A/h

Armband und Schließe blaues Louisiana-Alligator-Lederband

Preis 12.500 Euro mit Faltschließe (12.100 Euro mit Dornschließe)

Deutsche Uhrenhersteller Glashütte Original Senator Glashütte Uhren Glashütte Original Uhren bis 20.000 Euro Edelstahl Uhren

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