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Ochs und Junior: Anno Messing

Die um das Zifferblatt laufende Punkte-Anzeige stellt das Datum dar, bei der Zwölf stehen die Monate, bei der Sechs die Wochentage.
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© www.beaweinmann.ch
Die Glashütter Uhrenmarke Moritz Grossmann feiert ihren fünften Geburtstag mit einem ausgesprochen außergewöhnlichen Zeitmesser. Inspirationen aus der Vergangenheit und zum Patent angemeldete moderne Lösungen kennzeichnen das Benu Drei-Minuten-Tourbillon ebenso wie Pockholz und menschliches Haar im vollkommen neu konzipierten Manufakturkaliber 103.0 eine entscheidende Rolle spielen.
In dem 245-teiligen Uhrwerk ist der 16 Millimeter große Tourbillonkäfig fliegend nach Alfred Helwig auf einem gestuften, von Hand gravierten Neusilberkloben gelagert. Der Käfig benötigt nur zwei Pfeiler und bildet eine V-förmige Unruhbrücke, welche als Geschmacksmuster angemeldet ist. Sie ist zugleich die Voraussetzung für die Realisierung einer weiteren Komplikation: Ein elastischer Pinsel aus menschlichem Haar kann leicht an den Pfeilern vorbei geführt werden und die Unruh am Umfang ihres Reifs anhalten. Diese Stoppvorrichtung zur sekundengenauen Einstellung der Zeit ist zum Patent angemeldet. Für das Benu Tourbillon wurde zudem die räumliche Anordnung von Unruh und Spirale optimiert.
Auch das Räderwerk des Benu Tourbillons weist einige Besonderheiten auf. Über ein zusätzliches Rad wird nicht nur die Umlaufzeit des Tourbillonkäfigs auf drei Minuten erhöht, sondern mit dieser auch die besondere Ästhetik des mit 18.000 Halbschwingungen in der Stunde schwingenden Systems besonders gut zur Geltung gebracht. Das Trieb für die Sekundenanzeige liegt außerhalb des Kraftflusses der Räderkette und wird mit einem geringeren Drehmoment angetrieben. Zu diesem Zweck wird es durch eine Feder aus Pockholz konstant gebremst. Pockholz ist „steinhart“ und besitzt gute Gleiteigenschaften. John Harrison verwendete es bereits im 18. Jahrhundert in Schiffs- und Turmuhren. Für die Herstellung der Räder benutzt Grossmann eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink namens ARCAP, welche das Laufwerk silberfarben glänzen lässt.
Die gesamte Kadratur kommt in einem dreiteiligen weißgoldenen Gehäuse von 44,5 Millimetern Durchmesser und 13,8 Millimetern Höhe zur Geltung. Auf der Zifferblattseite der auf 50 Exemplare limitierten Uhr dreht sich das Tourbillon bei sechs Uhr, wobei die Öffnung des dreiteiligen massiven Silberblattes beinahe bis zum Zentrum reicht. Aus diesem heraus zieht der Minutenzeiger seine Kreise. Auf der einen Seite verweist er dabei ganz konventionell auf eine instrumentenhafte Minuterie am Zifferblattrand, mit seinem verlängerten anderen Ende auf eine Skala oberhalb des Zifferblattmittelpunktes, welche den Bereich zwischen 25 und 35 an angestammter Stelle ersetzt, wo der Zifferblattausschnitt für das Tourbillon die gewöhnliche Skalierung unterbricht. Diese Art der zweifachen Minutenanzeige ist ebenfalls zum Patent angemeldet. Die Stunden werden dezentral zwischen zwei und drei Uhr, die Sekunden zwischen neun und zehn Uhr auf abgesenkten Hilfszifferblättern zur Anzeige gebracht. Im weitesten Sinne erinnert dieses symmetrische Dreigestirn an eine Regulatoranzeige. Das Benu Tourbillon kostet 168.000 Euro. mr
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