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Panerai feiert 100 Jahre in Florenz mit neuer Luminor Firenze 8 Giorni

Panerai feiert 100 Jahre Boutique in Florenz mit der Luminor Firenze 8 Giorni PAM01734 und PAM01794, inspiriert von der Referenz 6152/1.
Panerai Luminor Firenze 8 Giorni PAM01794 und PAM01734

Panerai Luminor Firenze 8 Giorni PAM01794 und PAM01734

© Panerai

Panerai feiert das 100-jährige Bestehen seiner ursprünglichen Boutique an der Piazza San Giovanni in Florenz mit zwei neuen Modellen der Luminor Firenze 8 Giorni: der PAM01734 in Platin und der PAM01794 in Stahl. Beide Uhren orientieren sich an einem seltenen, von der Marke authentifizierten Prototyp der Referenz 6152/1 aus den 1960er-Jahren, der zugleich im Zentrum der Ausstellung „Immersion“ steht, die Panerai vom 10. bis 19. September im Museo Marino Marini in Florenz zeigt. WatchTime war gestern Abend bei der Präsentation und dem anschließenden Dinner im Palazzo Vecchio vor Ort. 

Eine Boutique als Ursprungsort 

Die Geschichte der Florentiner Adresse reicht bis 1860 zurück, als Giovanni Panerai an der Ponte alle Grazie sein erstes Uhrengeschäft mit angeschlossener Werkstatt und Uhrmacherschule eröffnete. Nach mehreren Umzügen innerhalb der Stadt bezog das Unternehmen 1926 seinen bis heute genutzten Standort im erzbischöflichen Palast an der Piazza San Giovanni und firmierte fortan unter dem Namen „Orologeria Svizzera“. Teile der ursprünglichen Ladeneinrichtung, darunter die Holzschaufenster unter dem „OROLOGERIA“-Schriftzug, sind erhalten geblieben. Für die Markengeschichte ist der Standort mehr als ein Verkaufsort: In der dort integrierten Werkstatt erlangte die Familie Panerai über den Kontakt zu anderen Marken jener Zeit technisches Wissen, das laut Unternehmensdarstellung zur späteren Entwicklung eigener Uhren beitrug. Die daraus resultierende Zusammenarbeit mit der italienischen Marine – zunächst als Zulieferer von Instrumenten, ab 1935 auch von Taucheruhren – blieb bis 1993 der militärischen Geheimhaltung unterworfen. Erst am 10. September jenes Jahres präsentierte Panerai seine Uhren erstmals einem zivilen Publikum; die Boutique übernahm daraufhin auch den direkten Verkauf. 1997 übernahm Richemont die Marke, die Räumlichkeiten wurden renoviert und 2001 als erste offizielle Panerai-Boutique wiedereröffnet. 

Panerai Luminor Firenze 8 Giorni PAM01794

Panerai Luminor Firenze 8 Giorni PAM01794

© Panerai

Referenz 6152/1 als Vorlage 

Ausgangspunkt für die beiden Neuheiten ist eine einzelne, von Panerai authentifizierte Variante der Referenz 6152/1 aus den 1960er-Jahren, die sich in einer Privatsammlung befindet. Ausschlaggebend für die Auswahl dieses Prototyps war die Gravur „Panerai Firenze“ auf dem Zifferblatt – ein direkter Bezug zum Florentiner Boutique-Standort, den beide neuen Modelle bei 12 Uhr übernehmen. Bei der PAM01734 kommt ein weiteres Detail des Originals hinzu: parallele Rillen auf der Innenseite der Kronenschutzbrücke. Diese Rillung geht auf eine funktionale Modifikation zurück, die in Testreihen erprobt wurde, um Tauchern das Bedienen der Krone mit Handschuhen, unter Druck oder bei eingeschränkter Sicht zu erleichtern – ein Detail also mit unmittelbarem instrumentellem Hintergrund und nicht rein dekorativer Funktion. Das ursprüngliche 47-mm-Gehäuse des Prototyps wurde für die neuen Modelle auf 44 mm reduziert. Die kissenförmige Mittelteilgeometrie, die flache Kronenschutzbrücke sowie der Kontrast aus polierten und satinierten Flächen bleiben dabei erhalten. 

Panerai Luminor Firenze 8 Giorni PAM01794

Panerai Luminor Firenze 8 Giorni PAM01794

© Panerai

Gehäuse und Wasserdichtigkeit 

Die beiden Referenzen unterscheiden sich primär im Gehäusematerial und in der resultierenden Wasserdichtigkeit. Die PAM01734 verwendet Platinumtech, eine patentierte Legierung aus 95 Prozent reinem Platin, die durch ein spezielles Härtungsverfahren rund 85 Prozent widerstandsfähiger gegen Kratzer sein soll als konventionelles Platin und zugleich etwa 33 Prozent schwerer ist als 18-karätiges Gold. Ihr Gehäuseboden ist aus Saphirglas gefertigt und ermöglicht den Blick auf das Kaliber P.5000; die Wasserdichtigkeit liegt bei 10 bar (ca. 100 Meter). 

Die PAM01794 in Stahl verfügt dagegen über einen geschlossenen, satinierten Gehäuseboden mit Gravur der Florentiner Boutique und erreicht dadurch 30 bar (ca. 300 Meter). Beide Modelle sind mit einem leicht gewölbten Saphirglas versehen, das an das bei historischen Luminor-Modellen der 1960er-Jahre verwendete Perspex erinnert und laut Panerai sowohl die Druckfestigkeit als auch die Ablesbarkeit verbessert. Die Wasserdichtigkeitswerte werden nach Angaben der Marke in einem mehrstufigen Testverfahren überprüft: Nach der Montage – zunächst ohne Armband – durchläuft jede Uhr einen Vakuumtest, gefolgt von einem Tauchtest bei simuliertem Wasserdruck mit einem Sicherheitsfaktor von 25 Prozent gegenüber dem angegebenen Wert. Abschließend wird das erhitzte Gehäuse mit kaltem Wasser beträufelt, um etwaigen Feuchtigkeitseintritt am Saphirglas sichtbar zu machen. 

Panerai Luminor Firenze 8 Giorni PAM01734

Panerai Luminor Firenze 8 Giorni PAM01734

© Panerai

Kaliber P.5000: Handaufzug mit acht Tagen Gangreserve 

Beide Modelle werden vom Manufakturkaliber P.5000 angetrieben, einem Handaufzugswerk mit 15½ Linien Durchmesser und 4,5 mm Höhe. Es besteht aus 113 Bauteilen und 21 Steinen, verfügt über zwei Federhäuser und erreicht damit eine Gangreserve von acht Tagen (192 Stunden). Die Unruh mit variablem Trägheitsmoment schwingt mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde (3 Hz) und ist mit einer durchgehenden Unruhbrücke sowie Incabloc-Parechoc-Stoßsicherung ausgestattet. Konstruktiv liegt der Großteil des Räderwerks zwischen zwei breiten Platinen verborgen; sichtbar bleiben durch den Glasboden der PAM01734 im Wesentlichen Unruhkloben und ein Zwischenrad – eine Anordnung, die laut Panerai historische Feldwerke zitiert, bei denen der Mechanismus zugunsten der Robustheit weitgehend verdeckt war. Der Rückgriff auf Handaufzug und lange Gangreserve ist bei Panerai historisch begründet: In den 1950er-Jahren setzte die Marke das Kaliber Angelus SF240 ein, um Kampfschwimmern der italienischen Marine Uhren mit acht Tagen Gangreserve zur Verfügung zu stellen. Die seltenere Kronenbetätigung reduzierte den mechanischen Verschleiß an diesem exponierten Bauteil und wirkte sich damit direkt auf den Erhalt der Wasserdichtigkeit aus – ein technisches Argument, das bis heute die Positionierung der 8-Giorni-Linie prägt.

Panerai Luminor Firenze 8 Giorni PAM01734

Panerai Luminor Firenze 8 Giorni PAM01734

© Panerai

Zifferblatt und Ausstattung 

Beide Zifferblätter sind in Sandwich-Bauweise aus einem Messingrohling gefertigt und erhalten einen Kreisschliff aus konzentrischen Mikrokreisen, der laut Panerai bei jedem Exemplar leicht unterschiedlich ausfällt. Die PAM01734 zeigt ein grünes Zifferblatt mit Zeigern im Bleistiftdesign mit Goldeffekt, die PAM01794 ein schwarzes Zifferblatt mit brünierten, blauen Zeigern – ein Verweis auf historische Panerai-Referenzen, bei denen die Bläuung ursprünglich der Korrosionsbeständigkeit diente und heute durch kontrollierte Oxidation bei rund 300 °C erzeugt wird. Auf eine Datumsanzeige oder weitere Komplikationen wird bei beiden Modellen verzichtet. Die Armbänder aus toskanischem Kalbsleder tragen ein geprägtes Muster der Florentiner Lilie; die PAM01734 wird zusätzlich mit grünem, die PAM01794 mit schwarzem Kautschukarmband ausgeliefert. Beide Uhren kommen in einer Schatulle aus Mahagoniholz mit Schwalbenschwanzverbindung, in deren Deckel ein Metallschild den historischen Eingang der Florentiner Boutique zeigt. 

Die Luminor Firenze 8 Giorni PAM01734 ist auf 100 Exemplare limitiert, die PAM01794 auf 1.000 Stück. Beide Modelle sind ab sofort in den Panerai-Boutiquen erhältlich. Mit den beiden neuen Referenzen bedient Panerai zwei unterschiedliche Sammlerinteressen innerhalb derselben Formensprache: eine kleinere, materialgetriebene Auflage in Platinumtech mit sichtbarem Kaliber, und eine deutlich größere Stahlausführung mit höherer Wasserdichtigkeit und geschlossenem Boden. Technisch bringen beide Uhren nichts grundsätzlich Neues gegenüber dem bekannten P.5000 – die eigentliche Neuerung liegt in der Rückführung auf einen konkreten, dokumentierten Prototyp und der damit verbundenen Verankerung der Kollektion in der Firmengeschichte der Florentiner Boutique. Für eine Marke, deren Identität stark auf ihrer militärischen Vergangenheit und der Erzählung um die eigene Herkunft beruht, ist das ein naheliegender, aber konsequent umgesetzter Ansatz. Die stahlversion kostet 10.700 Euro, für die Platinvarianre werden 55.000 Euro aufgerufen.

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