Schwarzwaldgrün im kompakten Format: Hanhart – MAD Preventor HD12 in 36 mm
Kompakte Gehäuse bleiben eines der großen Themen der aktuellen Uhrenwelt. Nun reagiert auch Hanhart auf den Wunsch nach kleineren Abmessungen und wählt dafür ausgerechnet eine Uhr, bei der Robustheit bislang zu den bestimmenden Eigenschaften gehörte. Gemeinsam mit dem britischen Uhrenenthusiasten Russell, besser bekannt als MAD Watch Collector, präsentiert die Schwarzwälder Manufaktur die MAD Preventor HD12 erstmals mit einem Durchmesser von lediglich 36 Millimetern. Die Höhe beträgt schlanke 10,5 Millimeter, während sich die Uhr über 43 Millimeter von Bandanstoß zu Bandanstoß erstreckt. Dabei handelt es sich nicht nur um eine verkleinerte Preventor. Ein eigens für die Zusammenarbeit gewähltes, mattes Zifferblatt in Schwarzwaldgrün stellt einen direkten Bezug zur Heimat der Marke her. Auf 200 Exemplare limitiert, verbindet die Sonderedition damit klassischere Proportionen mit den technischen Eigenschaften der bekannten HD12-Ausführung.
Hanhart – MAD Preventor HD12
HanhartSchwarzwaldgrün statt Schwarz
Den eigentlichen Wiedererkennungswert der Sonderedition liefert das Zifferblatt. Das matte Schwarzwaldgrün ist nicht zufällig gewählt, sondern verweist unmittelbar auf Hanharts Heimat in Gütenbach. Die zurückhaltende Oberfläche bildet zugleich den Hintergrund für die großen arabischen Ziffern und die charakteristischen Kathedralenzeiger. Hanhart setzt dabei auf eine klassische Drei-Zeiger-Anordnung ohne Datum. Auf dem Uhrengesicht findet sich das historische Markenlogo, der Schriftzug „Preventor“ setzt in Rot einen kleinen farblichen Kontrast. Gerade der Verzicht auf ein Datumsfenster bewahrt die klare, nahezu vollständig symmetrische Gestaltung. Für die Ablesbarkeit im Dunkeln erhalten Ziffern und Zeiger Superluminova.
HD12-Stahl mit bis zu 1.200 Vickers
Der spannendste technische Aspekt der neuen Preventor steckt allerdings nicht im Werk, sondern im Gehäuse. Hanhart verwendet auch für die 36-Millimeter-Edition seinen besonders behandelten HD12-Stahl. Nach Herstellerangaben erreicht dessen Oberfläche eine Härte von bis zu 1.200 HV nach Vickers. Zum Vergleich nennt Hanhart für gewöhnlichen 316L-Edelstahl rund 220 HV. Die Oberfläche soll dadurch wesentlich widerstandsfähiger gegen Kratzer werden, ohne die Korrosionsbeständigkeit des Edelstahls zu beeinträchtigen. Interessant ist dabei das Verfahren. Das Unternehmen setzt nicht ausschließlich auf eine aufgetragene Beschichtung, sondern kombiniert zwei unterschiedliche Prozesse. Zunächst werden beim Oberflächenhärten große Mengen Kohlenstoff in den Edelstahl eindiffundiert. Dadurch entsteht ein gradueller Übergang von der besonders harten Oberfläche zum weicheren Kern. Im zweiten Schritt wird eine transparente PVD-Hartstoffbeschichtung aufgetragen, die zusätzlichen Schutz bietet. Das Konzept soll einen Nachteil klassischer harter Beschichtungen vermeiden: Da die Härte nicht abrupt an einer dünnen äußeren Schicht endet, wird einer erhöhten Sprödigkeit entgegengewirkt. Gleichzeitig bleiben die unterschiedlichen Finissierungen des Gehäuses sichtbar.
Hanhart – MAD Preventor HD12
HanhartStahlband mit werkzeugloser Feinverstellung
Passend zum Alltagsanspruch bietet Hanhart unterschiedliche Bandoptionen. Besonders funktional ist das Edelstahlband, das ebenfalls eine transparente Hartstoffbeschichtung erhält. Schnellwechselfederstege ermöglichen den Bandwechsel ohne Werkzeug. Zusätzlich besitzt die Faltschließe eine werkzeuglose Feinverstellung, mit der sich die Länge im Tagesverlauf anpassen lässt. Wer den klassischen Charakter der Neuvorstellung stärker betonen möchte, kann stattdessen Kalbsleder wählen. Angeboten werden Schwarz, Dunkelbraun und Hellbraun. Die Innenseite besteht aus Alcantara, geschlossen wird das Band mit einer Dornschließe.
Sellita SW200-1 ohne Datum
Beim Uhrwerk verzichtet Hanhart auf Experimente und setzt auf das bewährte Sellita SW200-1. Interessant ist allerdings die konkrete Ausführung: Zum Einsatz kommt ein echtes Dreizeigerwerk ohne Datumsanzeige. Entsprechend besitzt die Krone lediglich zwei Positionen. Das Automatikwerk arbeitet mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde beziehungsweise vier Hertz, verfügt über 26 Steine und bietet eine Gangreserve von mindestens 38 Stunden.
Hanhart – MAD Preventor HD12
HanhartEigener Hanhart-Standard für die Regulierung
Mehr Aufwand betreibt die Marke bei der Regulierung. Jedes Werk wird in der Hanhart-Manufaktur in Gütenbach geprüft und einreguliert. Im Durchschnitt über sechs Lagen darf die tägliche Gangabweichung zwischen 0 und +8 Sekunden liegen. Das Toleranzfenster ist damit zwar genauso groß wie beispielsweise ein Bereich von minus vier bis plus vier Sekunden. Hanhart verschiebt es jedoch bewusst vollständig in den positiven Bereich. In den Hauptlagen lässt die Marke keinen Nachgang zu. Die maximale Abweichung zwischen den einzelnen Lagen darf zehn Sekunden betragen.
Preis und Verfügbarkeit
Die Hanhart x MAD Watch Collector Preventor HD12 36 mm ist auf 200 Exemplare limitiert. Am Kalbslederband kostet sie 1.140 Euro, am gehärteten Edelstahlband werden 1.340 Euro fällig. Damit bleibt die Edition preislich in einem Bereich, in dem vor allem das HD12-Gehäuse einen Unterschied zu zahlreichen anderen Uhren mit Sellita SW200-1 schafft. Neben der aufwendigen Härtung gehören 15 Bar Wasserdichtigkeit, Saphirglas, die Feinregulierung und – beim Stahlmodell – die werkzeuglose Bandverstellung zum Paket.
Hanhart – MAD Preventor HD12
HanhartFazit
Mit der MAD Preventor HD12 macht Hanhart durch Verkleinerung einen interessanten Schritt. 36 Millimeter sind für eine moderne, robuste Sportuhr noch immer ungewöhnlich kompakt. In Verbindung mit 43 Millimetern Lug-to-Lug und der bewusst beibehaltenen Bandbreite von 20 Millimetern dürfte die Preventor dennoch nicht zierlich wirken. Noch wichtiger ist, dass die kleineren Dimensionen nicht mit technischen Zugeständnissen erkauft werden. Die Uhr bleibt bis 15 Bar wasserdicht und übernimmt den bis zu 1.200 HV harten HD12-Stahl der Modellfamilie. Das dunkelgrüne Zifferblatt und die klassischen Kathedralzeiger geben der Sonderedition zugleich genügend Eigenständigkeit, um sie von einer bloßen Größenvariante abzuheben. Dass Hanhart beim SW200-1 weder mit Exklusivität noch mit außergewöhnlicher Gangreserve punkten kann, ist offensichtlich. Dafür passt das robuste, verbreitete Automatikwerk durchaus zum pragmatischen Charakter der Uhr – zumal jedes Exemplar in Gütenbach auf durchschnittlich 0 bis +8 Sekunden pro Tag über sechs Lagen reguliert wird.
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