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Patek Philippe: Die Gründe für das Ende der Nautilus Ref. 5711

Patek Philippe Nautilus Referenz 5711/1A-010, Edelstahl, 40 Millimeter, Zifferblatt blau, Kaliber 26 330 S C Automatik, Stahlband, 27.500 Euro (Stand Juni 2020)
Patek Philippe Nautilus Referenz 5711/1A-010, Edelstahl, 40 Millimeter, Zifferblatt blau, Kaliber 26 330 S C Automatik, Stahlband, 27.500 Euro (Stand Juni 2020)
© Patek Philippe
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Patek Philippe beendet die Produktion der Nautilus Ref. 5711, der Herren-Dreizeigeruhr in Stahl. Wie das, fragten sich viele, ist doch die Nautilus ­eines der begehrtesten Modelle nicht nur von Patek Philippe, sondern überhaupt in der Uhrenszene – und das seit Jahren. Wie kann eine Marke sich gerade von einem so starken Umsatzbringer lösen?
Die Ref. 5711 war nicht nur erfolgreich, sie war zu erfolgreich. Um sie hat sich in den letzten Jahren ein Hype entwickelt, der immer schwindelerregendere Höhen erreicht hat. Abzulesen war das an den Graumarkt-Preisen: Wem es nicht gelang, die stählerne Nautilus zum regulären Preis von zuletzt 29.077 Euro zu bekommen und nicht jahrelang auf sie warten wollte, konnte und kann sie auf den einschlägigen Verkaufsplattformen im Netz für ein Vielfaches erwerben. Schon 2019 waren die Preise dort auf über 60.000 Euro gestiegen. Zum Jahreswechsel 2020/21 lagen sie meist über 80.000 Euro. Und nachdem Patek-Philippe-Präsident Thierry Stern die baldige Einstellung der Ref. 5711 Anfang Februar auf Nachfrage offiziell bestätigte, schnellte sie in den sechsstelligen Bereich.In einem Interview nannte Stern zwei Gründe für den Stopp: Er wolle nicht, dass ein einziges Modell das Image der Marke dominiert. Zum anderen sei er seinen Kunden gegenüber verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Uhren ihren Wert behalten – unter anderem, indem sie selten bleiben.
Es gibt freilich noch einen weiteren wichtigen Grund dafür, den Hype zu stoppen: Die Begeisterung rund um die Nautilus hat Patek Philippe zum Teil „falsche“ Kunden beschert, was einer Marke langfristig schaden kann. Wurde Patek früher von vielen Kennern gekauft, die genau wussten, in welchen Nuancen sich die Genfer Manufaktur auch von anderen Luxusmarken noch einmal ein Stückchen abhebt, sind in den letzten Jahren immer mehr Kaufwillige von anderen Motiven getrieben. Zum ­einen die Spekulanten: Sie sind an der Nautilus nur insoweit interessiert, als sie mit deren Weiterverkauf einen Reibach machen können, mitunter sogar mehr an der Uhr verdienen als die Marke selbst. Und zum anderen diejenigen, die die Uhr für sich selbst haben wollen, aber weniger, weil sie das Modell, die Marke und deren Hintergründe ausgiebig kennen und schätzen, sondern, um anderen zeigen zu können, dass sie im (weltweiten) Rennen um die knappe Verfügbarkeit ­erfolgreich waren.
Patek Philippe muss ein Interesse daran haben, dass die Marke wieder mehr in ihrer Gesamtheit wahrgenommen wird – mit Produkten von der Calatrava bis zu den großen Komplikationen, mit ihrer großen Historie und den bemerkenswerten Leistungen in ­Sachen Mechanik und Handwerkskunst – und nicht allein über den Hype um die Nautilus. Daher tut Thierry Stern das Richtige. buc
Manufakturkaliber Patek Philippe Nautilus Schweizer Uhren Uhren bis 30.000 Euro Uhren über 50.000 Euro Automatikuhren Szene Uhrenarmband Edelstahl Uhren Luxusuhren Archiv

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