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Lesedauer 3 Min.

Was ist ein nachspringender Zeiger?

A. Lange & Söhne: Triple Split
Triple Split von A. Lange & Söhne mit Chronographen- und Rattrapante-Zeigern, letztere in Blau.
© A. Lange & Söhne
Die Bezeichnung nachspringender Zeiger für den zweiten Stoppsekundenzeiger bei einem sogenannten Schleppzeiger-, Rattrapante- oder auch Doppelchronograph rührt daher, dass dieser nach einem Zwischenstopp bei erneutem Knopfdruck dem ersten Stoppsekundenzeiger nachspringt, um dann mit diesem bis zum nächsten Zwischenstopp gemeinsam weiterzulaufen.
Den nachspringenden oder auch Einholzeiger gibt es zumeist nur für die Stoppsekunde. Lediglich die sächsische Marke A. Lange & Söhne bietet mit dem Double Split und dem Triple Split diese Komplikation auch für Chronographenminuten und sogar -stunden. Von der anderen Seite her betrachtet, beschreibt die Bezeichnung Schleppzeiger die Funktionalität des Chronographen, bei der der zweite Stoppsekundenzeiger mit dem ersten mitgeschleppt wird, und zwar so lange, bis er unabhängig vom ersten Stoppsekundenzeiger angehalten wird.So kompliziert wie die Betrachtung zeigt sich auch die Mechanik selbst in einem Rattrapante-Chronographen, weshalb ihn auch nur wenige Manufakturen im Portfolio haben. Das französische Wort »rattraper« beschreibt dabei übrigens den Vorgang des wieder Einholens. Rattrapante-Chronographen verfügen über zwei Stoppsekundenzeiger, die unabhängig voneinander gestartet, gestoppt und auf null gestellt werden können. Das erfordert einerseits eine stabile und andererseits eine flexible Verbindung, die zudem noch schonend mit der Energie des Uhrwerks umgehen muss.
Lange-Kaliber L132.1 mit der RattrapanteZange in der Mitte, gesteuert vom Rattrapante-Schaltrad © PR
Die Schwierigkeiten beginnen schon beim Durchbohren der langen, weil durch das gesamte Uhrwerk führenden Welle des Chronographen-Zentrumsrades. Die Bohrung muss präzise erfolgen, damit sich die noch dünnere Welle des Rattrapante-Rades im Inneren drehen kann. Das erfordert ein Höchstmaß an Geduld und Fingerspitzengefühl seitens des Uhrmachers. Auf der Chronographen-Zentrumswelle ist zifferblattseitig der Stoppsekundenzeiger befestigt. Die Welle wird vom Chronographen-Zentrumsrad angetrieben. Fest mit ihr verbunden sind das Nullstellherz des Chronographen-Zentrumsrades sowie das Rattrapante-Herz. Bei diesem handelt es sich um eine Kurvenscheibe. Ihr kommt die Aufgabe zu, nach einem Zwischenstopp den Rattrapante-Zeiger nachspringen zu lassen, damit er mit dem Stoppsekundenzeiger wieder synchron läuft. Der über dem Stoppsekundenzeiger liegende Rattrapante-Zeiger ist auf der inneren Rattrapante-Zentrumswelle befestigt. Am unteren Ende trägt diese Welle das Rattrapante-Zentrumsrad, auf dem der frei drehbare Rattrapante-Herzhebel befestigt ist. Dieser drückt mithilfe einer Feder fest gegen das Rattrapante-Herz. Der Kontakt reicht aus, um den Rattrapante-Zeiger gemeinsam mit dem Stoppsekundenzeiger rotieren zu lassen. Das Anhalten des Rattrapante-Zeigers obliegt einer Federzange. Durch Betätigen eines weiteren Chronographendrückers, des Rattrapante-Drückers, wird die Zange geschlossen. Ihre beiden Arme drücken gegen das Rattrapante-Rad und halten dieses und somit den zweiten Chronographenzeiger an. Wird die Zange durch erneutes Betätigen des Rattrapante-Drückers wieder geöffnet, dreht sich die Rattrapante-Zentrumswelle, und zwar so weit, bis der Rattrapante-Herzhebel über die Kurvenscheibe springt und damit wieder fest gegen das Rattrapante-Herz drückt. Auf dem Zifferblatt sichtbar, holt der Rattrapante-Zeiger den Chronographenzeiger wieder ein. MaRi
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