Cartier: Tank

Was Sie über die Cartier Tank wissen sollten

 Redaktion
von Redaktion
am 12. Januar 2018

Mit der Tank gelang Louis Cartier 1917 ein Glücksgriff. Ein Ausnahme-Zeitmesser, der mit Konventionen bricht. Eine schillernde Persönlichkeit, die in illustren Kreisen zum guten Ton gehört und auch nach 100 Jahren noch fasziniert. Eine Luxusuhr, die preislich erreichbar ist. Eine mechanische Tank gibt es heute ab 4.900 Euro.

Die Cartier Tank und das Militär

Erstaunlicherweise ist die Entstehung einer der größten Stilikonen von Cartier gedanklich mit dem Ersten Weltkrieg verknüpft: Als Dank dafür, dass er mit seinen Sturmpanzerwagen, den so genannten Tanks, den Frieden in Europa wieder hergestellt hat, erhält General John Pershing 1917 den handgefertigten Prototypen einer rechteckigen Armbanduhr als Geschenk vom berühmten Pariser Juwelier Louis Cartier. Dem Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte in Frankreich ist damals wohl nicht bewusst, dass er das erste Exemplar eines Zeitmessers in der Hand hält, der mit seinem einzigartigen Designkonzept zu einem Uhren-Klassiker werden sollte, der sich bis heute am Markt bewährt und dabei sein ursprüngliches Erscheinungsbild kaum verändert hat.

Cartier: Tank Cintrée Skeleton in Rotgold für 61.500 Euro.
Cartier: Tank Cintrée Skeleton in Rotgold für 61.500 Euro.

Trotz ihrer Entstehungsgeschichte erhebt sich die Uhr Tank weit über die militärische Symbolik hinaus, steht sie doch auch für den Aufbruch in ein neues Zeitalter, nicht nur für das Haus Cartier, sondern auch für ein neues Kapitel in der Uhrengeschichte, die damals noch von Taschenuhren dominiert wird. Obgleich Cartier mit der Santos 1904 bereits einen Zeitmesser für das Handgelenk vorgestellt hat – übrigens auch bis heute fester Bestandteil der Cartier-Uhrenkollektion –, leistet die Tank einmal mehr einen Beitrag zur Emanzipation der Armbanduhr und hilft dabei, sie salonfähig zu machen.

Das Design der Cartier Tank

Louis Cartier brachte bei der Tank seine Vorliebe für die einfachen und klaren Formen des französischen “zweiten Neoklassizismus”, eines Vorläufers des Art déco, zum Ausdruck. Konsequent verband er auf die Funktion ausgerichtete Sachlichkeit mit dem typisch avantgardistischen Stil des Hauses in einer vollkommen neuen Form. Anstatt einfach ein kleines Taschenuhrengehäuse mithilfe von Drahtschlaufen auf die Größe des Handgelenks zuzuschneiden, wie das zur damaligen Zeit üblich war, schwebte Louis Cartier ein völlig neuer gestalterischer Ansatz vor. Gemeinsam mit dem Uhrmacher Edmond Jaeger verwirklichte er eine neue Produktrezeptur.

Die Original Cartier Tank von 1920
Die Original Cartier Tank von 1920

Die Zutaten: Zwei trägerartige, den umlaufenden Gleisketten der Panzer (“Tanks”) nachgeahmte “Balken”, die die verlängerten Seiten eines Rechtecks nachzeichnen, erlaubten es, die Armbandbefestigungen nahtlos ins Gehäuse einzulassen. Ein minimalistisch-elegantes Zifferblatt mit einfachen gebläuten Stahlzeigern sowie den charakteristischen, langgezogenen arabischen Ziffern diente der Zeitanzeige und ein Qualitätsuhrwerk von Jaeger-LeCoultre gab den Takt an. Einen geschmackvollen Farbakzent und zur DNA des Hauses passenden luxuriöser Akzent stellte der Saphircabochon auf der Krone dar. Diese Charakteristika sollten fortan zum Markenzeichen der Linie werden und finden sich bis heute in der aktuellen Modellgeneration wieder.

Die Modelle der Cartier Tank im 20. Jahrhundert

Von Anfang an profilierte sich die Tank als populärste Armbanduhr im Cartier-Sortiment, und ihre Verkaufszahlen entwickelten sich vielversprechend. Wurden zur offiziellen Lancierung 1919 nur wenige Modelle gefertigt, entfiel bereits 1925 ein Viertel der gesamten Armbanduhren-Produktion des Hauses auf die neue Produktlinie, vorrangig auf Herrenmodelle. Doch schon bald adressierte Cartier auch die modebewussten Damen der zwanziger Jahre mit ausgesprochen femininen Ausführungen, wie zum Beispiel der Tank Cintrée (1921), deren gewölbtes Gehäuse noch besser am Handgelenk saß, der Tank Chinoise (1922), die den damaligen Trend zu fernöstlichen Motiven und Ornamenten aufnahm oder die Tank à Guichets mit digital dargestellter Zeit.

Die Cartier Tank Cintrée von 1929 mit gewölbtem Gehäuse und arabischen Ziffern
Die Cartier Tank Cintrée von 1929 mit gewölbtem Gehäuse und arabischen Ziffern

 

Zum erklärten Freundeskreis der Tank zählten Prominente aus aller Welt, so auch der Pascha von Marrakesch. Er äußert den Wunsch nach einer wasserdichten Uhr, dem Cartier mit der Lancierung der Tank Etanche 1931 nachkam. Auch die folgenden Jahrzehnte begleitete die Tank quasi als Zeutzeugin. Weitere Meilensteine in der Ahnengalerie der Stilikone sind die Tank Savonnette mit schützendem Klappdeckel, die verkleinerte Version Petite Tank Rectangle und die schmaler gezeichnete und in die Länge gezogene Tank Allongée. Auch die Tank Asymétrique im parallelogrammförmigen Gehäuse zeugt von der Wandlungsfähigkeit des Unisex-Modells.

1965 erscheint diese Petite Tank Allongée, leicht gestreckt und mit markanter Krone
1965 erscheint diese Petite Tank Allongée, leicht gestreckt und mit markanter Krone

Beinahe in jedem Jahrzehnt setzte die Tank neue Akzente, ohne ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zu vernachlässigen. Anfang der 1970er-Jahre wurde das in dritter Generation geführte Familienunternehmen von Richemont übernommen und in die Vendôme-Gruppe integriert. Die neuen Besitzer verstanden es von Anfang an, am Mythos Cartier erfolgreich anzuknüpfen und ihn mit modernen Marketingkonzepten noch zu steigern. Zur neuen Modellgeneration »Les Must de Cartier« zählten zwölf große Klassiker aus den Skizzenbüchern von Louis Cartier in zeitgemäßen Interpretationen, darunter auch die Tank. Einmal mehr wurde sie dank ihrer Reinheit zur Stilikone des Jet-Sets: Künstler wie Andy Warhol und Elton John, aber auch Politiker wie Jacques Chirac oder die Mode-Macher Yves Saint Laurent und Calvin Klein trugen sie.

Die Cartier Tank Must de Cartier von 1982
Die Cartier Tank Must de Cartier von 1982

1989 schrieb die Tank Américaine mit ihrem von der Cintrée inspirierten gewölbten Gehäuseform die Erfolgsgeschichte fort. Das großzügig dimensionierte Gehäuse bot nun Platz für anspruchsvolle Uhrwerke mit Komplikationen wie dem Chronographen oder der Mondphase. Eine besonders gelungene Neuinterpretation des Originals erschien 1996 auch in Form der Tank Française.

2009 erwies Cartier dem emblematischen Modell besondere Ehre: erstmals ist eine Tank Américaine mit dem 2008 vorgestellten und mit Genfer Punze geadelten Manufakturwerk 9452 MC ausgestattet. Sein fliegendes Minutentourbillon gibt bei sechs Uhr den Blick auf den Tourbillonkäfig in C-Form frei. Dank der auf offen gearbeiteten Architektur des Zifferblattes ist er unverstellt zu betrachten.

Die Cartier Tank Américaine von 2009 mit fliegendem Minutentourbillon
Die Cartier Tank Américaine von 2009 mit fliegendem Minutentourbillon

Die Cartier Tank feierte 2017 100-jähriges Bestehen

Es versteht sich von selbst, dass Cartier im Jubiläumsjahr 2017 mit besonders raffinierten Modellen aufwartete. Zeitmesser, die in typischer Tank-Manier eine Brücke zwischen Klassik und Moderne schlagen. Diesen Anspruch erfüllt zum einen die Tank Cintrée Skeleton, deren Uhrwerk, das Manufakturkaliber 9917 MC, der traditionellen Handwerkskunst des Skelettierens schönsten Ausdruck verleiht. Damit nicht genug – das 9917 MC passt sich zudem der leichten Wölbung des Gehäuses aus Rotgold und Platin an. Um die horologische und kunsthandwerkliche Finesse in voller Schönheit darzustellen, verzichten die beiden jeweils auf 100 Exemplare limitierten Ausführungen auf das klassische Tank-Zifferblatt, und rücken stattdessen die im Hintergrund auf mehrere Ebenen verteilten Räder in den Vordergrund.

Die auf 100 Exemplare limitierte Cartier Tank Cintrée Skeleton kostet in Rotgold 61.500 Euro.
Die auf 100 Exemplare limitierte Cartier Tank Cintrée Skeleton kostet in Rotgold 61.500 Euro.

Die Neuzugänge in der Tank Louis Cartier setzen der originalen Tank ein ausdrucksstarkes Tribut. Schließlich verkörpert sie bis heute die Quintessenz der Tank-Philosophie, die in der klaren Anzeige der Zeit am Handgelenk liegt. Linienführung und Proportionalitäten der neuen Modelle hätten auch Louis Cartier stolz gemacht. Die Tank Louis Cartier, die im Takt des Kaliber 8971 MC mit Handaufzug schlägt, ist in Rot- und Weißgold mit und ohne Diamanten auf dem Gehäuse in drei Größen erhältlich.

Die neuen Tank Louis Cartier
Die neuen Tank Louis Cartier

Mutiger im Design sind die neuen Ausführungen der Tank Américaine in Edelstahl, ebenfalls in klein, groß und mittel erhältlich. Als würdige Nachfolgerin der Tank Cintrée mit gewölbtem Gehäuse ist die rechteckige Form kompakter gestaltet, und auch Seitenstege und Gehäuseflanken erscheinen leicht abgerundet prominenter. Diese Rundung wird von den römischen Ziffern und der Minuterie aufgenommen, die sich hier kokett strecken. Während das kleine Modell von einem Quarzwerk getrieben wird, warten das mittlere und das große Modell mit einem Automatikwerk auf.

Die große Tank Américaine kostet 5.500 Euro.
Die große Tank Américaine kostet 5.500 Euro.

Ob mit gewölbtem Gehäuse, gestreckten Ziffern oder skelettiertem Kaliber, in Edelstahl, Gold oder Platin, jedes einzelne Jubiläumsmodell zeugt davon, dass meisterliches Design auch nach 100 Jahren nicht an Strahlkraft verliert.

Text: Sabine Zwettler

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