TAG Heuer: Carrera

Die Entwicklung des Motorsport-Chronographen Carrera und aktuelle Modelle

 Redaktion
von Redaktion
am 24. November 2017

Wie nur wenige andere Armbanduhren ist die 1963 vorgestellte TAG Heuer Carrera mit dem Motorsport verbunden. Sie ist heute die erfolgreichste Kollektion der Uhrenmarke. Die wichtigsten Informationen und Modelle sowie die Geschichte der Sportuhr zeigt der folgende Artikel.

In "Rush – Alles für den Sieg" trägt Daniel Brühl in der Rolle des Niki Lauda eine TAG Heuer Carrera.
In “Rush – Alles für den Sieg” trägt Daniel Brühl in der Rolle des Niki Lauda eine TAG Heuer Carrera.

Die Partnerschaft mit Ferrari gehört ebenso zur Carrera wie der enge Bezug zu berühmten Namen, etwa denen von Steve McQueen und Niki Lauda. 2013, pünktlich zum 50-jährigen Geburtstag der Armbanduhr, erhielt sie eine Rolle im Film “Rush – Alles für den Sieg” am Handgelenk von Daniel Brühl. Er spielt Niki Lauda, der wie alle Ferrari-Fahrer der Zeit bei der Vertragsunterzeichnung von Jack Heuer persönlich eine Carrera überreicht bekam. Im Film geht es um den Wettstreit zwischen Lauda und James Hunt während der Formel-1-Saison 1976. Hier finden Sie ein Interview mit Daniel Brühl, der auch privat Uhrenliebhaber ist.

Die Rallye Carrera Panamericana gab der Uhr ihren Namen
Die Rallye Carrera Panamericana gab der Uhr ihren Namen

Der Name der Kollektion Carrera bedeutet „Rennen“ auf  Spanisch und verweist konkret auf das prestigeträchtige, aber auch extrem gefährliche Straßenrennen Carrera Panamericana in Mexiko. Eine passende Bezeichnung für ein gewagtes Uhrenmodell: Schließlich hatte der frischgebackene Markenchef Jack Heuer 1964 mit seiner Carrera eine alltagstaugliche Armbanduhr für professionelle (und auch private) Automobilisten im Sinn – extrem reduziert, klar skaliert und einwandfrei ablesbar. In diese Fußstapfen treten heute, mehr als 50 Jahre später, zahlreiche Spielarten der TAG Heuer Carrera, die sich nach wie vor durch klare Linien und den Verzicht auf Überflüssiges auszeichnen.

Die aktuelle TAG Heuer Carrera Calibre 16 wurde 2017 leicht überarbeitet: Der Carrera Calibre 16 Day-Date Chronograph Black Titanium besitzt ein 43 Millimeter großes Gehäuse in schwarz beschichtetem Titan mit schwarzer Keramiklünette.
Die aktuelle TAG Heuer Carrera Calibre 16 wurde 2017 leicht überarbeitet: Der Carrera Calibre 16 Day-Date Chronograph Black Titanium besitzt ein 43 Millimeter großes Gehäuse in schwarz beschichtetem Titan mit schwarzer Keramiklünette.

Wie die Heuer Carrera zu ihrem Namen kam

Es war echte Chefsache – damals 1963. Die neue Uhr war schon so gut wie fertig, das Design stand fest, einzig fehlte der Name für den Chronographen in Edelstahl. Doch während des 12-Stunden-Rennens von Sebring fand Jack Heuer eine Lösung. Der Urenkel des Heuer-Gründers Edouard Heuer war vor Ort, weil seine Firma als Zeitnehmer fungierte. Zwei der Rennfahrer erzählten ihm von der berühmt-berüchtigten Rallye Carrera Panamericana – und brachten Heuer auf einen Namen für dessen neue Armbanduhr: Carrera.

Heuer: Carrera von 1964
Heuer: Carrera von 1964

Was die Autavia und die Carrera verbindet

Die Idee für den Chronographen für Rennfahrer und Rennsportbegeisterte hatte Jack Heuer während der Entwicklung der Autavia. Um dem neuen Zifferblatt mehr Raum zur Geltung zu überlassen und so seine Ablesbarkeit zu vergrößern, verzichtete Heuer auf ihre markante Drehlünette. Zudem nutzte er als erster Hersteller den Spannring, mit dem das Uhrglas armiert wird, als Teil des Zifferblattes. Das Bauteil, das zur erhöhten Wasserdichtheit des Kunststoffglases beiträgt, ließ Jack Heuer mit einer Fünftelsekunden-Skala bedrucken. So vergrößerte er das Blatt der Carrera um fast zwei Millimeter, verlieh ihm optische Tiefe und erleichterte durch die 45-Grad-Neigung des Rehauts die Ablesbarkeit. Die Heuer Carrera gab es von Anfang mit weißem oder schwarzem Zifferblatt sowie zwei oder drei Hilfszifferblättern. Den Antrieb erledigten entsprechend die Handaufzugskaliber Valjoux 92 und Valjoux 72, beide mit Schaltrad. 1966 zeigte die Referenz 3147 als erster sportlicher Chronograph überhaupt das Datum, für den Antrieb kam das zuverlässige Chronographenwerk Landeron 189 mit Handaufzug zum Einsatz.

Das Heuer-Kaliber 11 von 1969
Das Heuer-Kaliber 11 von 1969

Die Heuer Carrera ist einer der ersten Automatikchronographen

Eine technisch revolutionäre Weltneuheit präsentierte Heuer mit der Carrera im Jahr 1969: den Automatikchronographen. Obwohl sich der Rotoraufzug schon allgemein durchgesetzt hatte und Chronographen begehrt waren wie nie, waren die zwei mechanischen Besonderheiten noch nicht zusammengekommen. Das Uhrwerk mit der Bezeichnung Kaliber 11 entstand in Zusammenarbeit mit den Herstellern Breitling, Dubois-Dépraz und Hamilton-Büren. Zeitgleich arbeiteten aber auch Seiko und Zenith an der Entwicklung des ersten Chronographenwerks mit Automatik. Das spannende Rennen zwischen den Kontrahenten ging dann ziemlich unentschieden aus, denn alle drei Werke konnten 1969 vorgestellt werden. Dank des neuen Kalibers 11 wurde die TAG Heuer Carrera zur Automatikuhr.

Heuer macht die Zeitmessung an der 1972 eröffneten Ferrari-Strecke in Fiorano
Heuer macht die Zeitmessung an der 1972 eröffneten Ferrari-Strecke in Fiorano

TAG Heuer Carrera und die Formel 1

In den 1970er-Jahren unterstützte Heuer zahlreiche Motorsportevents weltweit, war unter anderem Partner von Ferrari. So fanden sich die Zeitnahmegeräte des Hauses an den Rennstrecken ebenso wie am Handgelenk von Fahrern wie Niki Lauda, Jo Siffert oder auch des Schauspielers Steve McQueen, der für seine Liebe zu schnellen Autos bekannt war. Modelle in Gold wurden an jeden Fahrer der Scuderia Ferrari verschenkt. Das Ferrari-Engagement der 1970er-Jahre war aber nur eine Aufwärmrunde, verglichen mit dem, was TAG Heuer ab 1985 veranstaltete, nach der Ära von Quarz und immer billigeren Uhren und der Übernahme durch die Gruppe Techniques d’Avant Garde, die der Firma auch den Namenszusatz „TAG“ bescherte.

TAG Heuer Carrera Calibre 1887: aktuelles Edelstahlmodell
TAG Heuer Carrera Calibre 1887: aktuelles Edelstahlmodell

Das Calibre 1887 und die Schnellschwinger der TAG-Heuer-Carrera-Serie

Bei der TAG Heuer Carrera ging es Anfang der 1980er-Jahre weiter mit dem berühmten Uhrwerk Lemania 5100 mit seinem zentralen Minutenzähler und der zusätzlichen 24-Stunden-Anzeige. Teilweise wurden die Gehäuse schwarz PVD-beschichtet. Schon 1996 legte TAG Heuer eine originalgetreue Re-Edition der ersten Carrera mit Handaufzugskaliber Lemania 1873 und Kunststoffglas auf. Nur der Modellname Carrera fehlte wegen markenrechtlicher Probleme mit Porsche. Diese wurden aber schnell mit Porsche geklärt, und seitdem tragen alle Modelle wieder den Namen Carrera auf dem Blatt. Es folgten Modelle mit den heute typischen farblich abgesetzten Ringen um die Hilfszifferblätter. 1999, nach der Integration von TAG Heuer in den Luxuskonzern LVMH, begann dann die neue Ära mit größeren Gehäusen, modernerem Design, Eta-Werken und kratzfestem Saphirglas. Die große Vielfalt an Modellen ist geblieben, bis hin zur TAG Heuer Carrera 1887 mit dem eigenen Automatik-Chronographenwerk sowie den innovativen und ultrapräzisen Mikro-Modellen mit ihrer mechanischen Genauigkeit bis hin zur halben Tausendstelsekunde. Zu ihnen gehören etwa der Mikrograph 100, der Mikrotimer Flying 1.000 und das MikrotourbillonS.

TAG Heuer: Carrera Mikrotimer Flying 1000
TAG Heuer Carrera Mikrograph 100
TAG Heuer Carrera Mikrogirder 10000

Zur Baselworld 2014 präsentierte TAG Heuer einen neuen Carrera Chronograph Calibre 1887, der mit seinem beinahe vollkommen schwarzen Zifferblatt besonders sportlich wirkt. Im 45 Millimeter großen Titangehäuse tickt das automatische Manufakturkaliber 1887.

TAG Heuer: Carrera Chronograph Calibre 1887
TAG Heuer: Carrera Chronograph Calibre 1887

Die TAG Heuer Carrera im Jahr 2015: Neues Werk – neues Gehäuse

Mit der Carrera Heuer 01 setzte TAG Heuer 2015 noch einen drauf: Für diese Carrera, ausgestattet mit einem vollständig selbst entwickelten Manufakturkaliber, entstand eine
ganz neue, aus insgesamt zwölf Komponenten zusammengefügte Schale. Daraus resultierten zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten in puncto Farben, Oberflächen und Materialien. Das namensgebende Automatikwerk Calibre Heuer 01 stellt eine Weiterentwicklung des bekannten Chronographenwerks 1887 dar. Mit rotem Säulenrad, skelettierter Chronographenbrücke, skelettiertem Rotor und skelettierter Datumsscheibe bietet es einiges fürs Auge. Und mit 50 Stunden Gangreserve kann sie auch mal zwei Tage liegen ohne bewegt zu werden.

TAG Heuer: Carrera Calibre Heuer 01
TAG Heuer: Carrera Calibre Heuer 01

Die TAG Heuer Carrera Calibre 6 mit Chronometerzertifikat

Zu den Carrera-Modellen, die TAG Heuer auf der weltgrößten Uhren- und Schmuckmesse Baselworld im Jahr 2015 vorstellte, gehört unter anderem die TAG Heuer Carrera Calibre 6 COSC. Spannend ist vor allem das Design des Zeitmessers, mit dem die Uhrenmarke an Carrera-Modelle aus 1963 erinnert. Sogar das alte „Heuer“-Logo findet aus diesem Grund wieder auf das silberfarbene Zifferblatt zurück. Direkt darüber bestätigt die Bezeichnung „Chronometer“, dass die Uhr zwar optisch an alte Zeiten erinnert, in Sachen Ganggenauigkeit aber auf dem neuesten Stand ist: Zum COSC-geprüften Chronometer wird die TAG Heuer Carrera Calibre 6 durch das Uhrwerk Eta 2895 mit Automatikaufzug.

TAG Heuer: Carrera Calibre 6 COSC
TAG Heuer: Carrera Calibre 6 COSC

Die erste Smartwatch der Marke: Die TAG Heuer Connected

Für den Herbst 2015 kündigte der Konzernchef Jean-Claude Biver, der gleichzeitig der CEO von TAG Heuer ist, gemeinsam mit den Technikriesen Intel und dem Suchmaschinenriesen Google eine Smartwatch an. Die Smartwatch sollte Carrera Wearable 01 heißen. Laut Biver sollte die Smartwatch so gestaltet sein, dass es aus einer gewissen Entfernung nicht möglich sei, die Carrera Wearable 01 von der Carrera Calibre Heuer 01 zu unterscheiden. Die Ähnlichkeit zu dem auf der Baselworld 2015 lancierten Modell ist unübersehbar, der Name wurde auf TAG Heuer Connected verkürzt.

TAG Heuer: Connected Watch
TAG Heuer: Connected Watch

Die Uhr ist trotz ihrer Funktionen keine Smartwatch im üblichen Sinn. Genau genommen handelt es sich im einen Mikro-Computer mit beachtlicher Rechenleistung, der nach dem Starten erst einmal hochgefahren werden muss. Würde man den Intel „Atom Z34XX“ Prozessor ausbauen und mit den erforderlichen Schnittstellen versehen, könnte man ihn auch mit Tastatur und Bildschirm betreiben. Mit diesem Rechner in der Größe eines 5-Franken-Stücks konnte Intel dann TAG Heuer auch restlos überzeugen. „Auf den Touchscreen unserer Uhr kann man zwar nicht schreiben, aber sie nimmt Befehle durch Zuruf entgegen“, sagte TAG-Heuer-CEO Jean-Claude Biver bei der Präsentation der Smartwatch TAG Heuer Connected im November 2015 in New York. Mehr über die Smartwatch von TAG Heuer erfahren Sie hier.

2016: Das Besondere – der Carrera Chronograph mit fliegendem Tourbillon

Bereits 2015 erstaunte TAG Heuer mit der Ankündigung eines eigenen Chronographen mit fliegendem Tourbillon, der weniger als 15.000 Euro kosten sollte. 2016 debütierte die technisch-modern gestaltete Carrera Calibre Heuer 02 Tourbillon mit Titangehäuse und Chronometerzertifikat für 14.950 Euro.

TAG Heuer: Carrera Calibre Heuer 2 Tourbillon COSC
TAG Heuer: Carrera Calibre Heuer 2 Tourbillon COSC

Neuauflage der TAG Heuer Carrera mit Manufakturkaliber

Zur Baselworld 2016 erweiterte TAG Heuer die Kollektion um eine Neuauflage der Carrera mit dem hauseigenen Calibre Heuer 01 (Automatik) im 45 Millimeter großen Gehäuse aus Titan und Roségold oder aus Edelstahl. Mehr über die  Carrera Calibre Heuer 01 erfahren Sie hier.

TAG Heuer: Carrera Calibre Heuer 01 (Automatik): Variante in Edelstahl
TAG Heuer Carrera Calibre Heuer 01 (Automatik): Variante in Titan/Roségold

Seit 2017 gibt es die Carrera Calibre Heuer 01 auch mit einem etwas kleineren, 43 Millimeter großen Gehäuse in verschiedenen Design-Varianten.

TAG Heuer: Carrera Calibre Heuer 01 43 Millimeter
2017 neu vorgestellt: TAG Heuer Carrera Calibre Heuer 01 43 Millimeter

2017: Modulares Konzept für die zweite Generation der TAG Heuer Smartwatch

Auf der Baselworld 2017 präsentierte TAG Heuer die zweite Generation seiner Smartwatch. Die Connected Modular 45 wurde technisch weiterentwickelt und verfügt nun erstmals auch über GPS. Zu den weiteren Neuerungen und Updates gehört auch ein NFC-Chip, der das mobile Bezahlen via Android Pay ermöglicht. Der eigentliche Clou, warum die Armbanduhr nun Modular heißt, liegt aber in einer weiteren Austauschmöglichkeit: TAG Heuer bietet neben dem Connected-Modul (also dem Gehäusekorpus mit der Smartwatch) auch noch zwei mechanische Module aus der Carrera-Kollektion an. So kann der Kunde auf Wunsch mittels des einfachen Wechselsystems aus seiner Smartwatch ein Dreizeigermodell der Carrera Calibre 5 oder ein TAG Heuer Carrera Calibre Heuer 02 Tourbillon machen.

TAG Heuer: Carrera Connected Modular 45
TAG Heuer: Carrera Connected Modular 45

Fortlaufend aktualisierter Artikel, ursprünglich online gestellt im Juli 2012.

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Certina präsentiert mit dem DS-2 Chronograph eine Uhr, die die Zeit auf die Hundertstelsekunde genau zu stoppen vermag. Verantwortlich dafür zeichnet ein Eta-Precidrive-Quarzwerk, das beim DS-2 Chronograph in einem 41 Millimeter großen Edelstahlgehäuse zum Einsatz kommt. Wenn Sie diese sportliche Präzision am eigenen Handgelenk spüren … » weiterlesen

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