14 ungewöhnliche Mondphasenuhren

Von A. Lange & Söhne über IWC und Rolex bis Vacheron Constantin – diese Mondphasenanzeigen sind spektakulär

 Redaktion
von Redaktion
am 30. Juli 2018

Die Mondphasenanzeige trug in ihrer klassischen Form als stilbildendes Element zur Renaissance der Mechanikuhr in den 1980er-Jahren bei. Nun landen immer mehr ungewöhn­liche Indikationen der Mondphase auf dem Zifferblatt, wie die folgenden Armbanduhren beweisen. Wir zeigen Ihnen 14 besonders spannende Mondphasenuhren in alphabetischer Reihenfolge, bei denen die Hersteller die Anzeige auf unterschiedlichste Art und Weise umsetzen.

Mondphasenuhr #1: A. Lange & Söhne Richard Lange Ewiger Kalender Terraluna

A. Lange & Söhne: Richard Lange Ewiger Kalender "Terraluna"
A. Lange & Söhne: Ewiger Kalender Terraluna, Rückseite

Dreht man die Richard Lange Ewiger ­Kalender Terraluna mit ihren sich überschneidenden Zeitanzeigen um, sieht man eine große astronomische Anzeige. Dabei symbolisiert die Unruh die Sonne. Die Erde dreht sich in 24 Stunden. Der Mond umkreist in 29,5 Tagen die Erde und zeigt gleichzeitig die Mondphase an. Das Werk besteht aus 787 Teilen und baut eine extrem lange Gangautonomie von 14 Tagen auf. Für 218.700 Euro bekommt man die Uhr von A. Lange & Söhne im 45,5-Millimeter-Rotgoldgehäuse.

Mondphasenuhr #2: Andreas Strehler Sauterelle à heure mondiale

Andreas Strehler Sauterelle à heure mondiale: Auf der Werkseite zeigt sich neben der hochpräzisen Mondphasenanzeige die Wahlscheibe für die Zeitzone. Nach Auswahl der zugehörigen Referenzstadt folgt die Zeitanzeige auf dem Zifferblatt in Stundenschritten (125.000 Schweizer Franken ohne Steuern).
Andreas Strehler Sauterelle à heure mondiale: Auf der Werkseite zeigt sich neben der hochpräzisen Mondphasenanzeige die Wahlscheibe für die Zeitzone. Nach Auswahl der zugehörigen Referenzstadt folgt die Zeitanzeige auf dem Zifferblatt in Stundenschritten (125.000 Schweizer Franken ohne Steuern).

Das Modell Sauterelle à heure mondiale stattet der unabhängige Uhrmacher Andreas Strehler mit der präzisesten Mondphase der Welt aus. Dieselbe kam bereits in der Lune Exacte zum Einsatz. In der Regel weichen Mondphasenanzeigen im Laufe der Jahre vom realen Mondalter ab. Das liegt daran, dass bei der klassischen Mondphasenanzeige der Mondzyklus auf 29,5 Tage abgerundet wird. So verlangt die Mondphasenanzeige hin und wieder nach einer Korrektur, die meist durch einen Drücker im Gehäuse vorgenommen wird. Die Mondphasenanzeige von Andreas Strehler hingegen muss erst nach zwei Millionen Jahren korrigiert werden. Bei der Sauterelle à heure mondiale kombiniert der Uhrmacher die Komplikation zudem mit seinem Konstantkraftmechanismus und einer Weltzeitfunktion. Möglich macht diese Komplikationen das Handaufzugskaliber Calibre Sauterelle à heure mondiale. Es sitzt in einem 41 mal 37,3 Millimeter großen Platingehäuse. Der Preis der Uhr liegt ohne Steuern bei 125.000 Schweizer Franken.

Mondphasenuhr #3: Arnold & Son HM Double Hemisphere Perpetual Moon

Arnold & Son: HM Double Hemisphere Perpetual Moon
Arnold & Son: HM Double Hemisphere Perpetual Moon

Arnold & Son stellt bei der HM Double Hemisphere Perpetual Moon den Mond in den Mittelpunkt. Zwei goldene Monde geben den Stand des Erdtrabanten, von der nördlichen sowie der südlichen Hemisphäre aus gesehen, wieder. Eine Korrektur der Mondphasenanzeige bedarf es bei diesem Modell nach 122 Jahren. Antrieb liefert der Mondphasenuhr das manufaktureigene Handaufzugskaliber A&S1512, das von einem 42-Millimeter-Rotgoldgehäuse geschützt wird. Der Zeitmesser ist für 31.500 Euro zu haben.

Mondphasenuhr #4: Blancpain Villeret Quantième Complet GMT

Blancpain: Villeret Quantième Complet GMT
Bei der Blancpain Villeret Quantième Complet GMT befindet sich die Mondphasenanzeige in der Zifferblattmitte (14.750 Euro).

Die Villeret Quantième Complet GMT kombiniert einen Vollkalender mit einer zweiten Zeitzone. Typisch für die Marke Blancpain, die während der Renaissance der mechanischen Uhr auch die Mondphase wieder populär gemacht hat: das Gesicht auf dem Mond. Dieses zeigt sich mittig auf dem Zifferblatt und bildet eine Symmetrie mit der Datums- sowie Wochentagsanzeige. Die zweite Zeitzone realisiert Blancpain über einen 24-Stunden-Ring um die Zifferblattmitte. Energie liefert der Mondphasen-Uhr das Manufakturkaliber 67A5 mit Automatikaufzug. Die Villeret Quantième Complet GMT besitzt ein 40 Millimeter großes Gehäuse, das aus Edelstahl oder Rotgold besteht. Die Edelstahlversion kostet 14.750 Euro, jene aus Edelmettal 24.659 Euro.

Mondphasenuhr #5: Chopard L.U.C All-in-One

Die L.U.C All-in-One von Chopard im Platingehäuse
Die L.U.C All-in-One von Chopard zeigt auf der Rückseite eine orbitale atronomische Mondphase an (395.000 Euro)

Eine orbitale astronomische Mondphasenanzeige vorzuweisen hat die L.U.C All-in-One von Chopard. Sie auf der Rückseite der Uhr und muss nur alle 122 Jahre um einen Tag nachgestellt werden. Insgesamt verfügt die Chopard-Uhr über 14 Anzeigen. Den Antrieb erledigt das hauseigene Handaufzugskaliber L.U.C 0501-l, das dank vierer Federhäuser über eine Gangautonomie von 170 Stunden verfügt. Zu haben ist die L.U.C All-in-One jeweils zehn Mal in Roségold für 380.000 Euro und in Platin für 395.000 Euro.

Mondphasenuhr #6: Corum Admiral’s Cup AC-One 45 Tides

Wofür ist eine Mondphase eigentlich gut? Corum gibt für Segler mit der Admiral’s Cup AC-One 45 Tides eine verblüffende Antwort: Da die Stärke des Tidenhubs von der Mondphase abhängig ist, gibt es für beides eine kombinierte Anzeige bei der Zwölf. Bei Voll- oder Neumond ist der Tidenhub mit einem Koeffizienten von 95 bis 120 am stärksten; im ersten und letzten Viertel des Mondzyklus sinkt der Wert auf 20 bis 45. Bei sechs Uhr werden mit zwei Pfeilen die Ebbe- und Flutzeiten der nächsten 24 Stunden angezeigt, und in der linken Zifferblatthälfte kann man die Strömungsstärke ablesen. Im Innern des 45-Millimeter-Gehäuses tickt ein automatisches Eta 2892 mit exklusivem Dubois-Dépraz-Modul. Der Preis für die Herrenuhr aus Titan: 9.600 Euro.

Corum: Admiral's Cup AC-One 45 Tides
Corum: Admiral’s Cup AC-One 45 Tides

Mondphasenuhr #7: IWC Portugieser Ewiger Kalender

IWC: Portugieser Ewiger Kalender in Platin
IWC: Portugieser Ewiger Kalender in Platin

Im Jahr 2018 gibt IWC der Portugieser Ewiger Kalender ein Platin-Gehäuse. Die Mondphasenanzeige sitzt dominant bei zwölf Uhr und zeigt zwei Mondphasen: die eine für die Nordhalbkugel und die andere für die Südhalbkugel. Die Anzeige weicht in 577,5 Jahren nur um einen Tag vom tatsächlichen Mondumlauf ab. Das Modell arbeitet mit dem Automatikwerk 52615 und einem neuen Modul für den ewigen Kalender. Es wird geschützt von einem 44 Millimeter großen Gehäuse. Kostenpunkt: 54.800 Euro.

Mondphasenuhr #8: Jaquet Droz Perpetual Calendar Éclipse

Jaquet Droz: Perpetual Calendar Éclipse
Jaquet Droz: Perpetual Calendar Éclipse

Interessant umgesetzt hat auch Jaquet Droz die Mondphasenanzeige bei der Perpetual Calendar Éclipse: Nicht nur die Wochentags- und Datumsanzeige erfolgt retrograd, auch über den Mond bei der Sechs bewegt sich eine Blende, die bei Vollmond wieder zurückspringt. Das Automatikkaliber 5853LR.4 ­basiert auf einem Blancpain-Werk. Für 55.300 Euro kann man das ungewöhnliche Schauspiel im 43-Millimeter-Rotgoldgehäuse beobachten.

Mondphasenuhr #9: Maîtres du Temps Chapter One Tonneau Transparence Titanium

Maitre du Temps: Chapter One Tonneau Transparence Titanium
Maitre du Temps: Chapter One Tonneau Transparence Titanium

Das Besondere am Modell Chapter One Tonneau Transparence Titanium von Maîtres du Temps ist, abgesehen von der Anzahl der Komplikationen, die Anzeige der Mondphase und der Wochentage über Zylinder am oberen und unteren Rand des Gehäuses. Die Zylinder bestehen aus eloxiertem Anticorodal, einer speziellen Aluminumlegierung mit Magnesium und Silizium, und bieten daher hohe Stabilität und geringes Gewicht. Der Mondzylinder wird von Hand ­bemalt. Bei dieser Version der Chapter One eröffnet ein ­Saphirglaszifferblatt zudem Einblicke in die exklusive Mechanik. Bei zwölf Uhr liegt der Minutenkreis des Chronographen, seine ­Sekunden stoppt er zentral mithilfe des roten Zeigers. Rechts davon steht die retrograde Datumsanzeige, und ihr gegenüber befindet sich eine ebenso retrograde GMT-Skala. Ein Minutentourbillon ­ergänzt das Bild. Im Innern der Herrenuhr mit Titangehäuse arbeitet das Handaufzugskaliber SHC02.1, das Christophe Claret und Peter Speake-Marin entwickelt haben. Lediglich elf Exemplare werden zum Preis von jeweils 585.000 Schweizer Franken gebaut.

Mondphasenuhr #10: MB&F und Sarpaneva Moonmachine 2

MB&F: Moonmachine 2 Titanvariante
MB&F: Moonmachine 2 Zeitanzeige

Die Moonmachine 2 entstand in Zusammenarbeit von MB&F und dem finnischen Uhrmacher Stepan Sarpaneva. Das ausgefallene Modell stellt die Mondphase durch ein optisches, vertikal reflektierendes Prisma dar. Dabei wirkt es, als erscheine die Mondscheibe in einem Raum, der scheinbar viel zu klein ist, als dass sie darin vollständig Platz fände. Die Moonmachine 2 basiert auf einem Girard-Perregaux-Kaliber mit in zwei Richtungen arbeitender springender Stunde und schleppender Minute. Wie bei der Mondphase bricht auch hier ein optisches Prisma die flachen Positionen der Stunden und Minuten, sodass es den Anschein hat, als stünden sie senkrecht zum Kaliber. Zugleich werden sie um 20 Prozent vergrößert angezeigt. MB&F fertigt die Uhr jeweils zwölf Mal in drei Varianten, ihr Preis startet bei 89.500 Euro.

Mondphasenuhr #11: Omega Speedmaster Moonphase Chronograph Master Chronometer

Omega: Speedmaster Moonphase Chronograph Master Chronometer
Omega: Speedmaster Moonphase Chronograph Master Chronometer

Sie hat den Mond schon erobert, nun trägt sie ihn auch auf dem Zifferblatt: Omega präsentiert die Speedmaster Moonphase Chronograph Master Chronometer in Nachthimmelblau. Die namensgebende Mondphase hebt sich markant vom blauen Zifferblatt ab. Omega verwendet ein hochauflösendes Bild in Schwarz-Weiß, das besonders detailliert Krater und Erhebungen des Erdtrabanten widerspiegelt. Der dahinter verborgene Mechanismus des Automatikkalibers 9904 benötigt in zehn Jahren eine Korrektur. Er arbeitet in einem 44,25 Millimeter großen Edelstahlgehäuse. Die Speedmaster kostet 9.300 Euro.

Mondphasenuhr #12: Panerai L’Astronomo Luminor 1950 Tourbillon Moon Phases Equation of Time GMT

Bei der L’Astronomo Luminor 1950 Tourbillon Moon Phases Equation of Time GMT hat Panerai zum ersten Mal eine Mondphasenanzeige verbaut. Sei befindet sich auf der Gehäuserückseite (199.000 Euro).
Panerai L’Astronomo Luminor 1950 Tourbillon Moon Phases Equation of Time GMT Rückseite

Mit der L’Astronomo Luminor 1950 Tourbillon Moon Phases Equation of Time GMT gibt es bei Panerai zum ersten Mal eine Mondphasenanzeige. Diese findet man auf der Rückseite des 50 Millimeter großen Titangehäuses, das bis zehn Bar druckfest ist. Es beherbergt das hauseigene Handaufzugskaliber P.2005/GLS, das neben der Mondpasenanzeige noch deutlich kompliziertere Funktionen wie eine Äquations-, eine Sonnenauf- und untergangsanzeige und einen ewigen Kalender ermöglicht. Kostenpunkt: 199.000 Euro.

Mondphasenuhr #13: Rolex Cellini Moonphase

Rolex: Cellini Moonphase
Rolex: Cellini Moonphase

Eine blau emaillierte Scheibe und Meteoritgestein stellen die Mondphasenanzeige der Rolex Cellini Moonphase dar. Anhand der Position des Mondsymbols im Verhältnis zum feststehenden Pfeil über der Anzeige, liest man den Stand des Mondes ab: Bei Vollmond steht das Symbol direkt unterm Pfeil, bei Neumond sein Gegenüber, die dunkle Mondscheibe. Mit dieser Cellini lanciert Rolex 2017 auch ein neues Kaliber, das Automatikwerk 3195. Der Preis der 39 Millimeter großen Uhr aus Everose-Gold: 24.300 Euro.

Mondphasenuhr #14: Vacheron Constantin Les Cabinotiers Celestia Astronomical Grand Complication 3600

Vacheron Constantin: Les Cabinotiers Celestia Astronomical Grand Complication 3600
Vacheron Constantin: Les Cabinotiers Celestia Astronomical Grand Complication 3600 9720C-000G-B281

Das große Finale dieser Zusammenstellung obliegt einem extrem komplizierten Einzelstück aus dem Hause Vacheron Constantin: die Les Cabinotiers Celestia Astronomical Grand Complication 3600 bietet insgesamt 23 Anzeigen auf zwei Zifferblättern, die meisten von ihnen sind astronomischer Natur. Zu ihnen gehören eine Präzisionsmondphase inklusive Mondalter, eine Gezeitenanzeige sowie eine dreidimensionale Darstellung von Mond, Erde und Sonne. Nicht weniger als sechs Federhäuser speichern die Energie, die das Handaufzugswerk 3600 für eine Gangreserve von drei Wochen benötigt. Fünf Jahre Entwicklungszeit und zwei Jahre Arbeit am Design stecken in dem Einzelstück aus Weißgold. Eine Information zum Preis hat Vacheron Constantin nicht veröffentlicht, Gerüchten zufolge soll er bei einer Million Schweizer Franken liegen.

Fortlaufend aktualisierter Artikel, ursprünglich online gestellt im August 2014.

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