5 aktuelle Taucheruhren und ihre historischen Vorbilder

Taucheruhren damals und heute

Melissa Gößling
von Melissa Gößling
am 16. August 2016

Bereits vor über 7.000 Jahren tauchten die ersten Menschen in den Tiefen der Ozeane nach Perlen. Doch erst Ende des 19. Jahrhunderts erschien die erste wasserdichte (Taschen-)Taucheruhr. Mit den ersten Armbanduhren gab es dann bereits Uhren, die speziell für Taucheinsätze konstruiert wurden. Die Anfänge machten in den 1920er-Jahren Uhren mit speziellen Kronendichtungen. Damals besaß die Taucheruhr einen reinen Gebrauchscharakter – sie diente lediglich als Hilfsmittel. Heute werden Taucheruhren längst nicht mehr nur zum Tauchen getragen. Ihr sportlicher Look begeistert auch Menschen, die sich an Land wohler fühlen als unter Wasser. Eine Taucheruhr ist heute mitunter modisches Statement, beliebtes Sammlerobjekt unter Uhrenfans oder einfach nur ein cooles Accessoire. Sehr beliebt sind Taucheruhren-Modelle, die wie ihre historischen Vorbilder aussehen. Gutes Design kommt eben nicht aus der Mode. Wir zeigen, welche Taucheruhren wieder aufgetaucht sind.

Aktuelle Taucheruhr #1 und ihr historisches Vorbild: Blancpain Fifty Fathoms

Blancpain: Fifty Fathoms - historische Uhr
Blancpain: Fifty Fathoms – historische Taucheruhr

Die Blancpain Fifty Fathoms war zusammen mit der Rolex Submariner die erste Armband-Taucheruhr. Die Taucheruhrtrug ihre Wasserdichtheit bereits im Namen: 50 Faden, was 300 Fuß beziehungsweise knapp 100 Metern entspricht. Mit einer Druckfestigkeit von bis zu zehn Bar also begleitete die Fifty Fathoms Kampftaucher der französischen Marine bei ihren Einsätzen. Der Leiter des französischen Kampfschwimmer-Korps, Robert Maloubier, hatte den Auftrag für den Bau solch einer Taucheruhr erteilt. Er verlangte ein schwarzes Zifferblatt, große arabische Ziffern und eine einseitig drehbare Tauchzeitlünette. Letztere war besonders praktisch und gilt heute als Standard für Taucheruhren. Bereits 1952 hatte sich die Uhrenmarke für ihre Taucheruhr Fifty Fathoms eine rastende Drehlünette patentieren lassen und hinderte andere Hersteller an der Realisierung dieses anscheinend wasserdichten Schutzes. Rolex beispielsweise führte die einseitige Drehlünette erst Anfang der 1980er-Jahre bei der Submariner ein. Blancpain entwickelte die Taucheruhr Fifty Fathoms über die Jahre hinweg zu einer großen Uhrenfamilie. 2007 kam ein Dreizeigermodell heraus, das der Urversion am ähnlichsten sieht. Das Stahlgehäuse wächst von 42 auf 45 Millimeter und bleibt bis 300 Meter wasserdicht. Das eingesetzte Automatikkaliber 1315 bietet auch eine Datumsanzeige zwischen vier und fünf Uhr, die der ersten Fifty Fathoms noch fehlte.

Blancpain: Fifty Fathoms - aktuelles Modell
Blancpain: Fifty Fathoms – aktuelles Modell

Aktuelle Taucheruhr #2 und ihr historisches Vorbild: Jaeger-LeCoultre Deep Sea

Jaeger-LeCoultre: Memovox Deep Sea - historische Uhr
Jaeger-LeCoultre: Memovox Deep Sea – historische Taucheruhr

Die 1959 vorgestellte Memovox Deep Sea setzte einen Meilenstein in der Geschichte der Taucheruhren: Ihr Automatikkaliber 815 bot eine Alarmfunktion, die bis zu einer Tauchtiefe von 100 Metern nutzbar war. Die Taucheruhr wurde damals in zwei Ausführungen lanciert, einer europäischen und einer amerikanischen. 2011 erschien eine Neuauflage, die exakt genauso aussah. Wenngleich Jaeger-LeCoultre heute mehr für seine Komplikationen und eleganten Zeitmesser bekannt ist, führt die Schweizer Manufaktur aktuell noch drei Chronographen in der Kollektion, die das Deep-Sea-Gehäuse besitzen. Der Chronograph Deep Sea mit nur zwei Totalisatoren übernimmt die 12-Stunden-Lünette der Memovox Deep Sea sowie das Gehäusematerial Edelstahl. Der 40,5 Millimeter große Bicompax-Chronograph besitzt auch das authentische Plexiglas und die feststehende Lünette. Sogar das Kalbslederband entspricht optisch dem Vorbild von 1959. Der massive Stahlboden trägt eine historische Gravur: einen Froschmann. Darunter tickt das automatische Manufakturkaliber 751 G mit 65 Stunden Gangreserve. Die Taucheruhr ist jedoch nur in den Markenboutiquen erhältlich.

Jaeger-LeCoultre: Deep Sea Chronograph - aktuelles Modell
Jaeger-LeCoultre: Deep Sea Chronograph – aktuelles Modell

Aktuelle Taucheruhr #3 und ihr historisches Vorbild: Omega Seamaster Ploprof

Omega: Seamaster Professional 600 - historische Uhr
Omega: Seamaster Professional 600 – historische Taucheruhr

Im Jahr 1970 hieß sie noch Seamaster Professional 600 und war entsprechend bis 600 Meter wasserdicht. Bei der Gestaltung wirkte der französiche Tauchgeräteproduzent und Tauchdienstleister Comex mit. Die Uhr war für das Sättigungstauchen in Tiefseekammern gedacht. Die Taucheruhr besaß ein besonders abgedichtetes Gehäuse, das Atemgase nicht eindringen ließ. Ein weiteres Sicherheitsmerkmal: Die Lünette konnte man erst drehen, wenn man den roten Drücker betätigte. Den Spitznamen “Ploprof” (ein Akronym der französischen Bezeichnung für Berufstaucher aus “plongeur professionell”) führte Omega fast 40 Jahre später offiziell als Modellname ein. Die Ploprof bot weiterhin den charakteristischen Drücker an der Gehäuseflanke, den man gedrückt halten muss, um die Lünette drehen zu können. Allerdings bietet die Seamaster Ploprof nun eine Druckfestigkeit von 120 Bar, also 1.200 Metern. Dafür verschwindet das Datum vom Zifferblatt. In der Optik leicht modernisiert, gibt es den Stahl-Taucher mit Zifferblatt und Lünette in Schwarz oder Weiß – bunte Kautschukbänder setzen Farbakzente. 2015 lancierte Omega die Ploprof in Titan, was die 55 auf 48 Millimeter große Taucheruhr fast zum Leichtgewicht macht. In diesem Jahr kommen drei weitere Titan-Modelle, die alle mit dem Co-Axial Master Chronometer Kaliber 8912 (Automatik) ausgestattet sind.

Omega: Seamaster Ploprof - aktuelles Modell
Omega: Seamaster Ploprof – aktuelles Modell

Aktuelle Taucheruhr #4 und ihr historisches Vorbild: Oris Divers Sixty-Five

Oris: Divers Sixty-Five - historische Uhr
Oris: Divers Sixty-Five – historische Taucheruhr

Die Aquis-Modelle von Oris erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie sind sportlich, modern und funktional. Im Jahr 2015 lancierte Oris die Taucheruhr Divers Sixty-Five, die in ihrem Retro-Design dem Original von 1965 zum Verwechseln ähnlich sieht und dennoch modern wirkt. Der alte Taucher besaß ein 36 Millimeter großes Gehäuse aus verchromtem Messing und wurde an einem Kunststoffband getragen. Das ahmt das moderne Kautschukband optisch nach, ein beigefarbenes Textilband gibt es aber auch. Die neue Divers arbeitet statt mit einem Handaufzugswerk mit dem Automatikkaliber SW 200 und schiebt das Datum von drei auf sechs Uhr. Das Fenster fällt deutlich kleiner aus als beim Original. Außerdem besteht das Gehäuse nun ganz zeitgemäß aus Edelstahl und misst 40 Millimeter im Durchmesser. Das Saphirglas der Automatikuhr ist nach innen entspiegelt, um den Blendeffekt zu verringen und sorgt so vor allem unter Wasser für eine gute Ablesbarkeit. Die Druckfestigkeit von bis zu 100 Metern bleibt damals wie heute unverändert.

Oris: Divers Sixty-Five - aktuelles Modell
Oris: Divers Sixty-Five – aktuelles Modell

Aktuelle Taucheruhr #5 und ihr historisches Vorbild: Rolex Submariner

Rolex: Submariner - historische Uhr
Rolex: Submariner – historische Taucheruhr

Der Prototyp aller modernen Taucheruhren darf in dieser Liste nicht fehlen. Sie ist wohl die bekannteste und beliebteste Taucheruhr der Welt. Zudem sieht die moderne Submariner fast genauso aus wie das Ur-Modell von 1953. Seither ist die Taucheruhr fester Bestandteil der Rolex-Kollektion. Selbstverständlich profitierte die Submariner von den technischen Entwicklungen der Manufaktur, weshalb sie heute einige Eigenschaften mitbringt, die dem 1953er-Modell noch fehlten. Der Gehäusedurchmesser wächst über die Jahre von 36 auf 40 Millimeter und mit Saphirglas statt Plexiglas erhöht sich die Druckfestigkeit von zehn auf 30 Bar. 1953 hatte die Submariner noch kein Datum und ihre Lünette ließ sich – noch – in beide Richtungen drehen. Seit 1966 gibt es eine Submariner Date mit Datum und Datumslupe auf dem Saphirglas. Jedoch erst 1981 erhielt die Taucheruhr Submariner eine einseitig rastende Drehlünette. Eine Submariner aus dem Jahr 1953 erzielte bei Antiquorum den stolzen Preis von 30.000 Schweizer Franken. mg

Rolex: Submariner Date - aktuelles Modell
Rolex: Submariner Date – aktuelles Modell

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Hier geht’s direkt zur Wahl: www.watchtime.net/die-grosse-taucheruhrenwahl-2016-kategorie-i-bis-1-000-euro

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