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Hands-on: Nomos Glashütte Ludwig 38 emailleweiß

Nomos Glashütte: Ludwig 38 Emailleweiß
Nomos Glashütte: Ludwig 38 Emailleweiß
© Nomos Glashütte
Ludwig ist die wohl klassischste Uhr von Nomos-Glashütte, ein Zeitmesser für Menschen, denen Traditionen wichtig sind. Nach der Jubiläums-Edition geht sie jetzt mit dem emailleweißen Zifferblatt in Serie.
Wer hat nicht alles Ludwig geheißen. Ludwig van Beethoven, Ludwig Ganghofer, Ludwig Feuerbach, Ludwig Erhard, Ludwig Mies van der Rohe oder insgesamt 18 französischen Könige, von denen einer der prachtliebende Sonnenkönig war (Ludwig XIV.) und ein anderer (Ludwig XVI.) unter der Guillotine endete.Legendär ist der bayrische Märchenkönig Ludwig II (1864 bis 1886), dem der Freistaat Bayern das Schloss Neuschwanstein zu verdanken hat.Auf die Traditionen seiner Zeit beruft sich in einem anderen Freistaat die Manufaktur Nomos Glashütte mit ihrem wohl klassischsten Modell namens Ludwig. Es kommt in einem komplett polierten, nur reichlich sieben Millimeter hohen und Taschenuhr-förmigen Gehäuse daher. Die gemessene, 37,58 Millimeter große Konstruktion verjüngt sich ausgehend von der sehr schmalen Lünette oben, die dem Zifferblatt viel Platz einräumt, über das gewölbte Mittelteil hinab zu einem Sprengdeckelboden mit Saphirglas. Nahtlos treten aus dem Mittelteil die nach unten gezogenen Bandanstöße hervor, die das "Horween Genuine Shell Cordovan"-Lederband fassen – typisch für Nomos, aber beinahe etwas zu derb für diese handschmeichelnde Ludwig.Zart erscheint auch das emailleweiße, glänzende Zifferblatt, das laut Nomos angesichts moderner Herstellungstechniken aber unzerbrechlich ist. Bei Nomos das einzige Blatt mit römischen Ziffern, erinnert es mit seiner feinen Indizierung und einer Eisenbahnschiene als Minutenskala – wie das Edelstahlgehäuse – an frühe Taschenuhren.Klassisches Gehäuse, Zifferblatt und Uhrwerk Die in der Uhrenwelt eher selten zu findenden römischen Ziffern gehören schon immer zur Ludwig, das emailleweiße Zifferblatt ist dagegen erst mit einer Sonderedition im vergangenen Jahr anlässlich von 175 Jahren Uhrmacherei in Glashütte in die Kollektion gekommen. Ludwig habe dadurch ein Revival erfahren, ist aus der Manufaktur zu vernehmen. Die Sonderedition war jedenfalls ruckzuck ausverkauft. Vielleicht hängt es mit der noch immer anhaltenden Retro-Welle und der allgemein hohen Nachfrage nach klassischen Uhren zusammen, mutmaßt man im Müglitztal. Grund genug jedenfalls, nach der Sonderedition ein Serienmodell mit emailleweißem Zifferblatt in die Kollektion zu bringen.Klassischer als Ludwig kann eine Uhr kaum sein. Das trifft auch für das Uhrwerk zu. Alpha ist das älteste und dementsprechend auch das bisher am meisten verbaute Uhrwerk bei Nomos. Dabei zeigt sich das flache Handaufzugkaliber mit allen Merkmalen Glashütter Uhrmacherei: Dreiviertelplatine, Glashütter Gesperr, rhodinierte Werkoberflächen mit Glashütter Streifenschliffen und Nomos-Perlage, Glashütter Sonnenschliffe auf Sperr- und Kronrad, temperaturgebläute Schrauben und Sekundenstopp, der ein genaues Einstellen der Zeit ermöglicht. Nomos reguliert in sechs Lagen und orientiert sich dabei an Chronometer-Gangwerten. Unsere Testuhr entspricht diesen mit einem Vorgang zwischen 3,5 und 5,5 Sekunden am Tag und läuft dabei am Handgelenk am besten.
Zugegeben, an einen täglichen Handaufzug muss man sich gewöhnen. Aber nach der kleinen und dennoch gut zu fassenden Krone greift man immer wieder gern, um dem alltäglichen Ritual zu fröhnen. Wirft man dabei einen Blick durch den Saphirglasboden, lässt sich die Funktionsweise des Glashütter Gesperrs gut beobachten: Der kleine Sperrkegel wird über eine Schraube in einem Langloch geführt, so dass er beim Aufziehen nach vorn über das Sperrrad gleitet und dabei das typische Geräusch verursacht. Über den Freilauf, den das Langloch bietet, kehrt er anschließend in seine Blockierposition zurück. Damit werden Spannungsspitzen von der Zugfeder genommen und Schäden am Räderwerk verhindert.Angesichts der konischen Gehäuseform lässt sich die Krone auch hervorragend in die Position Zeigerstellung ziehen. Und da man auf kein Datum achten muss, wird das Einstellen der Uhr zum angenehmen Zeitvertreib. Dazu tragen nicht zuletzt die schlanken temperaturgebläuten Zeiger mit ihren ausgewogenen Proportionen bei, wodurch sich der für die Minuten perfekt über eine "Schwelle" der Eisenbahnschiene positionieren lässt. Ob man das nun prachtvoll oder märchenhaft findet, Nomos Ludwig reiht sich damit auf jeden Fall in die Liste legendärer Namensträger ein. MaRi
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