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Lesedauer 3 Min.

Taschenuhren erleben ein Comeback – und dieses Unikat erzielte jetzt einen spektakulären Rekordpreis

Eine Taschenuhr von Thomas Engel erzielt im Dorotheum mehr als eine Million Euro – und zeigt, warum historische Taschenuhren derzeit wieder extrem gefragt sind.
Detailaufnahme Taschenuhr von Thomas Engel
©  Dorotheum

Taschenuhren galten lange als Nische innerhalb der Sammlerwelt – faszinierend für Puristinnen, aber weit entfernt vom großen Hype um Sportmodelle aus Stahl. Doch genau dieses Bild verändert sich derzeit spürbar. Immer mehr Sammlerinnen entdecken historische Taschenuhren neu: wegen ihrer handwerklichen Komplexität, ihrer oft spektakulären Werke und ihrer unmittelbaren Verbindung zur klassischen Hochuhrmacherei. Wie stark das Interesse inzwischen geworden ist, zeigte jetzt eine Auktion im Wiener Dorotheum eindrucksvoll.

Dort sorgte eine außergewöhnliche Taschenuhr des Schweizer Uhrmachers Thomas Engel am 22. Mai 2026 für einen historischen Rekord. Das Unikat aus dem Jahr 1979 erzielte einen Zuschlag von 1,025 Millionen Euro – der höchste Preis, der jemals für eine Uhr bei einer Auktion in Österreich bezahlt wurde.

Thomas Engel und die Faszination mechanischer Präzision

Thomas Engel (1927–2015) war kein klassischer Industrie-Uhrmacher, sondern ein leidenschaftlicher Autodidakt, der sich seit den 1950er-Jahren intensiv mit den Werken von Abraham-Louis Breguet beschäftigte. Aus dieser Begeisterung heraus begann Engel, eigene Taschenuhren zu entwickeln und in extrem kleinen Stückzahlen zu fertigen. Seine Arbeiten gelten unter Kennern als hochpräzise mechanische Meisterwerke mit starkem Fokus auf traditionelle Uhrmacherei.

Die Front der Taschenuhr von Thomas Engel

Die Unikat-Taschenuhr von Thomas Engel kombiniert Tourbillon, springende Stunde und Gangreserveanzeige in einem radikal reduzierten Design – und wurde im Dorotheum für über eine Million Euro versteigert.

©  Dorotheum

Die nun versteigerte Uhr vereint gleich mehrere anspruchsvolle Komplikationen: ein Tourbillon, eine springende Stunde, eine Gangreserveanzeige und – besonders ungewöhnlich – ein integriertes Thermometer. Gerade diese Mischung aus technischer Raffinesse und kompromissloser Handarbeit macht die Uhr zu einem Objekt, das weit über klassische Vintage-Sammler hinaus Aufmerksamkeit erzeugt.

Warum Taschenuhren plötzlich wieder gefragt sind

Der Rekordpreis passt zu einer Entwicklung, die sich seit einigen Jahren beobachten lässt. Während viele moderne Armbanduhren zunehmend standardisiert wirken, suchen Sammler nach Objekten mit stärkerem handwerklichem Charakter und historischer Bedeutung. Taschenuhren bieten genau das: große Werke mit aufwendiger Finissierung, seltene Komplikationen und oft eine gestalterische Freiheit, die bei Armbanduhren kaum noch existiert.

Hinzu kommt, dass bedeutende unabhängige Uhrmacher wie Philippe Dufour oder Kari Voutilainen immer wieder auf klassische Taschenuhr-Techniken verweisen. Selbst große Marken greifen historische Konstruktionen aus der Taschenuhr-Ära heute wieder auf. Dadurch verändert sich auch die Wahrnehmung dieser Kategorie. Was früher antiquiert wirkte, erscheint heute vielen Sammlern als authentischer Ausdruck traditioneller Uhrmacherkunst.

Der Millionenpreis für die Thomas-Engel-Uhr dürfte diesen Trend weiter verstärken. Denn der Zuschlag zeigt nicht nur, wie hoch die Nachfrage nach seltenen Einzelstücken inzwischen ist – sondern auch, dass außergewöhnliche Taschenuhren längst wieder zu den spannendsten Bereichen des internationalen Sammlermarktes gehören.

Die Taschenuhr von Thomas Engel wurde am 22. Mai 2026 im Wiener Dorotheum für 1,025 Millionen Euro versteigert. Damit erzielte sie den höchsten Zuschlag, der jemals für eine Uhr bei einer Auktion in Österreich erreicht wurde.

Uhren Auktion Luxusuhren Uhren als Wertanlage Deutsche Uhrenhersteller

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