WT | Franck Muller Vanguard Ocean Drive
Franck Mullers Vanguard ist weniger für Zurückhaltung bekannt. Die tonneauförmigen Gehäuse, großformatigen Ziffern und kräftigen Farben gehören seit Jahren zur Identität der Kollektion. Die neue Vanguard Ocean Drive nutzt genau diese Zutaten, verschiebt den Schwerpunkt aber in Richtung Leichtigkeit und sommerlicher Farbgebung.
Interessant ist dabei nicht nur die Farbkombination aus Schwarz, Blau und Pink. Hinter der auffälligen Gestaltung steckt mit der Vanguard Slim eine technisch bemerkenswerte Basis: ein leichtes Carbongehäuse und ein vergleichsweise flaches Automatikmanufakturwerk.
Der Name Ocean Drive spielt natürlich auf die berühmte Straße in Miami Beach an, die wie kaum ein anderer Ort für Art déco, kräftige Farben, Palmen und das Lebensgefühl Südfloridas steht. Die leuchtenden Blau- und Pinktöne der Uhr greifen genau diese von Sonne, Meer und der Neonästhetik Miamis geprägte Atmosphäre auf.
150 Carbonlagen für das Vanguard-Gehäuse
Das 41 Millimeter große Gehäuse wird aus einem massiven Block aus Carbon in Luft- und Raumfahrtqualität gefertigt. Dafür werden laut Franck Muller 150 Schichten komprimierter Carbonfasern verwendet. Die anschließende Bearbeitung erfolgt im eigenen Haus. Das Material prägt mit seiner sichtbaren Faserstruktur nicht nur den Look, sondern hält auch das Gewicht niedrig. Die technische Dokumentation nennt außerdem schwarze Einsätze an beiden Gehäuseseiten und ein Saphirglas.
Die Franck Muller Vanguard Ocean Drive kombiniert ein ultraleichtes Carbongehäuse mit leuchtenden Blau- und Pinkakzenten.
Franck MullerDas Zifferblatt zeigt die für Franck Muller typischen übergroßen applizierten Ziffern, die einzeln lackiert und von Hand aufgesetzt werden. Bei der Ocean Drive werden sie zum eigentlichen Blickfang: Blau und Pink treffen auf die dunkle Carbonarchitektur. Passend dazu wird die Uhr wahlweise mit einem himmelblauen oder schwarzen Band kombiniert; farblich abgestimmte Nähte führen das Konzept weiter. Das ist durchaus typisch Vanguard, wirkt durch das Carbon aber technischer als bei vielen Edelmetallversionen.
Trotz 41-Millimeter-Gehäuse wirkt die Vanguard Ocean Drive dank Carbonkonstruktion und flexiblem Textilband sportlich und leicht am Handgelenk.
Franck MullerDas Manufakturkaliber MVT FM 708-S6
Technisch interessanter wird es unter dem Zifferblatt, denn dort arbeitet das automatische Manufakturkaliber MVT FM 708-S6. Es misst 29,9 Millimeter im Durchmesser und lediglich 3,73 Millimeter in der Höhe, besteht aus 125 Komponenten und bietet 42 Stunden Gangreserve. Die Unruh arbeitet mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde beziehungsweise drei Hertz. Angezeigt werden Stunden und Minuten sowie eine kleine Sekunde bei sechs Uhr. Die Uhr ist bis 30 Meter wasserdicht.
Franck Muller betreibt bei der Finissierung einigen Aufwand. Genfer Streifen finden sich unter anderem auf Brücken und Rotorplatte, die Hauptplatine trägt Perlage. Dazu kommen anglierte Bauteile, Diamantpolitur, Sonnenschliff, kreisförmiger Satin- sowie Schneckenschliff. Damit steckt hinter dem bewusst verspielten Äußeren klassische dekorative Uhrmacherei.
Die Franck Muller Vanguard Ocean Drive ist auf insgesamt 15 Exemplare limitiert und wurde zusammen mit Becker Juweliere präsentiert. Der Preis liegt bei 15.000 Euro. Zur Wahl stehen die Varianten mit himmelblauem oder schwarzem Band.