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Lesedauer 4 Min.

Hands-on: Mido Multifort 8 One Crown – acht Ecken, ein Argument

Mido Multifort 8 One Crown im Hands-on: Achteckiges Sportdesign, Kaliber 80 mit 80h Gangreserve – und das für 990 Euro. Weniger ist hier eindeutig mehr.
Mido Multifort 8 One Crown im Hands-on

Mido Multifort 8 One Crown im Hands-on

© WatchTime

990 Euro. Dieser Preis klebt an der Mido Multifort 8 One Crown wie eine Herausforderung. Nicht weil er niedrig wäre – sondern weil er für das, was man dafür bekommt, fast frech wirkt. Integriertes Stahlband. Achteckige Lünette. Automatikwerk mit 80 Stunden Gangreserve. Beidseitig entspiegeltes Saphirglas. Und dieses Blau. Wer in dieser Preisklasse nach Argumenten gegen den Kauf sucht, wird sich schwertun. 

Zur Erinnerung: Vor gut einem Jahr präsentierte Mido die Multifort 8 Two Crowns – eine ungewöhnliche, von zwei Kronen bei 2 und 4 Uhr flankierte Variante mit interner Drehlünette. Sie fiel auf. Jetzt kommt die schlankere Schwester: eine Krone, bei 3 Uhr, verschraubt. Keine innere Lünette. Kein Schnickschnack. Dafür ein Zifferblatt in einem Blauton, das sich gewaschen hat.

Mido Multifort 8 One Crown, Referenz M055.507.11.041.00

Das intensive Blau des Zifferblatts ist kein Zufall: Die horizontalen Linien strukturieren die Fläche, die applizierten Indizes werfen je nach Lichteinfall feine Schatten.

© WatchTime

Das Gehäuse, acht Facetten, eine Wirkung

40 Millimeter Durchmesser, 4,86 Millimeter Bauhöhe – die Multifort 8 One Crown sitzt am Handgelenk, ohne zu prahlen. Das verdankt sie dem integrierten Edelstahlband, das das Gehäuse nahtlos fortführt und die eigentlich schlichte Geometrie zu etwas Größerem macht. Satinierte und polierte Flächen wechseln sich ab, und das achteckige Motiv der Lünette wiederholt sich an der Krone und am Gehäuseboden. Wer hier an den Royal Oak denkt, liegt nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig. Die Referenz ist offensichtlich, die Ausführung aber eigenständig genug. Die Wasserdichtigkeit reicht bis 100 Meter, das Saphirglas ist beidseitig entspiegelt. Wer diese Uhr also auf dem Weg vom Büro an den Badesee trägt, muss sich keine Gedanken machen.

Drei Uhren der Mido Multifort 8 One Crown

40 Millimeter Durchmesser, 4,86 Millimeter Bauhöhe – die integrierten Bandanstöße umschwiegen das Handgelenk im besten Sinne.

© Mido

Das Zifferblatt: Blau, aber nicht brav 

Das Blau des Zifferblatts unserer Trageuhr ist nicht das gedämpfte Mitternachtsblau der klassischen Dresswatch – es ist wacher, lebendiger, urbaner. Horizontale Linien strukturieren die Fläche und geben ihr Tiefe, ohne sie zu überladen. Wer es sachlicher mag: Ein schwarzes Zifferblatt gibt es ebenfalls – wahlweise mit Stahlband oder schwarzem Kautschukband (950 Euro) sowie eine Bicolor-Variante für 1.150 Euro. Alle drei Varianten funktionieren, aber das Blau ist die Aussage.

Die Indizes sind appliziiert, satiniert und poliert, die dreiseitig facettierten Stunden- und Minutenzeiger sind mit Superluminova gefüllt. Bei Tageslicht wirkt das sauber und präzise, im Dunkeln funktioniert es tadellos. Das Datumsfenster bei 3 Uhr ist leicht ablesbar – schwarz auf Weiß, kein farbiger Hintergrund, das mag für den Puristen die Zifferblatt-Ästhetik etwas mindern, erleichtert aber die Ablesbarkeit und wirkt durch die verkürzte Stundenmarkierung bei 3 Uhr sowie die mit hell beschichten Indizes bestmöglich integriert.

Mido Multifort 8 One Crown, Referenz M055.507.17.051.00 mit einer Größe von 38,4 x 40mm

Mido Multifort 8 One Crown in Schwarz mit Kautschukband, Referenz M055.507.17.051.00 mit einer Größe von 38,4 x 40mm

© Mido

Das Werk: 80 Stunden Ruhe 

Im Innern der Multifort 8 One Crown arbeitet das Kaliber 80 – technisch basierend auf dem ETA C07.611. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde, 80 Stunden Gangreserve. Das ist keine Selbstverständlichkeit in dieser Preisklasse. Drei Tage lang muss man die Uhr nicht bewegen – praktisch für alle, die die Uhr am Handgelenk übers Wochenende wechseln. Die Nivachron-Spiralfeder macht das Werk unempfindlich gegenüber Magnetfeldern und Stößen des Alltags. Kein Luxusversprechen, sondern ein Gebrauchsargument.

Mido Kaliber 80

Durch den transparenten Boden zeigt das Kaliber 80, was es kann: Genfer Streifen, signierter Rotor, 80 Stunden Gangreserve.

© Mido

Durch den transparenten Gehäuseboden sieht man den mit Genfer Streifen dekorierten Rotor und das eingravierte Mido-Logo – ordentlich ausgeführt, ehrlich präsentiert.

Mido Kaliber 80

Beim Kaliber 80 hat Mido die Nivachron-Spirale integriert. Die Metalllegierung auf Titanbasis reduziert magnetische Interferenzen und ist besonders widerstandsfähig gegen Stöße und Abnutzung.

© WatchTime

Das Armband: Schnell gewechselt 

Das Schnellwechselsystem ist ein weiterer Pluspunkt. Ohne Werkzeug lässt sich das Stahlband abnehmen und gegen ein Kautschukband tauschen – ein sinnvolles Feature, das die Uhr variabel und noch alltagstauglicher macht. Die Faltschließe mit zwei Drückern sitzt solide, der Tragekomfort ist gut.

Mido Multifort 8 One Crown

Highlight der Kollektion: Das Zifferblatt der Multifort 8 One Crown ist in einem intensiven Blau mit horizontalen Linien gehalten.

© Mido

Fazit

Die Multifort 8 One Crown ist keine Überraschung, die aus dem Nichts kommt – sie ist das konsequente Ergebnis einer klaren Designentscheidung. Mido hat mit der Two Crowns bewiesen, dass Geometrie und Integration in diesem Preissegment funktionieren. Die One Crown destilliert das auf das Wesentliche: acht Facetten, ein Manufaktur-nahes Uhrwerk, ein Zifferblatt, das für Aufmerksamkeit sorgt. Für 990 Euro bekommt man eine sportliche Uhr mit integriertem Band samt 80 Stunden Gangreserve, beidseitig entspiegeltem Saphirglas und einem Schnellwechselsystem. Das ist kein schlechtes Argument. Das ist eigentlich kein Argument mehr – das ist eine Entscheidung.

Technische Daten

Gehäuse: Edelstahl, Ø 40 mm, wasserdicht 100 m | Kaliber 80 (ETA C07.611), Automatik, 80 h Gangreserve | Zifferblatt Blau oder Schwarz | Armband Edelstahl oder Kautschuk | Preis ab 950 Euro

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