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Keine Lust auf Warteschlangen: spannende Alternativen zur Royal Pop

Von Taschenuhren über Anhänger bis zu Halsketten – welche ungewöhnlichen Uhrenformate plötzlich wieder faszinieren
Volan Watches – Type One, Automatikuhr für den Schlüsselbund
© Volan Watches

Über Jahrzehnte schien klar definiert, wie eine Uhr getragen wird: am Handgelenk. Aktuell gerät dieses „Bild“ jedoch spürbar ins Wanken. Diskussionen um neu interpretierte Taschenuhren, Schmuckuhren und tragbare Accessoires zeigen, dass sich das Verhältnis zwischen Zeitmessung, Mode und Identität verändert. Während moderne Kooperationen wie die zwischen Swatch und Audemars Piguet das Thema wieder in den Mainstream tragen, beweisen zahlreiche historische und aktuelle Kreationen, dass Uhren schon lange weit mehr sein können als klassische Armbanduhren. Manche verschwinden in Taschen, andere werden um den Hals getragen oder sogar zu Ohrringen. 

Volan Watches – Type One, Automatikuhr für den Schlüsselbund

Volan Watches – Type One

© Volan Watches 

#Volan Watches – Type One

Die noch junge niederländische Marke Volan Watches aus Rotterdam definiert ihre Uhren weniger über klassische Uhrmachertradition als über Emotion, Design und bestimmte Lebenswelten. Inspiration für die Kreationen sind nostalgische Holzboote, Küstenstraßen und mechanische Ingenieurskunst, die eine Ästhetik zwischen Vintage-Lifestyle und moderner Mikrobrand-Kultur entstehen lassen. Die Type One verdeutlicht diesen Ansatz besonders klar. Das Modell versteht sich als Hommage an den klassischen Holzbootbau. Auffälligstes Merkmal ist die Integration von echtem Teakholz in die Konstruktion. Technisch setzt Volan auf bewährte Komponenten. Im Inneren arbeitet das Sellita SW200, eines der verbreitetsten Schweizer Automatikkaliber. Das Werk besitzt 26 Lagersteine, arbeitet mit einer Frequenz von 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und bietet rund 38 bis 40 Stunden Gangreserve. Sichtbar wird es durch einen Saphirglasboden mit individuell gestaltetem Rotor. Polierter Edelstahl, gewölbtes Saphirglas und ein hochglänzendes Zifferblatt mit Superluminova unterstreichen den hochwertigen Charakter. Für rund 935 Euro erhält man einen funktionalen Schlüsselanhänger der ganz besonderen Art.

 

Jaeger-LeCoultre – Reverso Secret Necklace, Luxusuhr an einer Schmuckkette
Jaeger-LeCoultre – Reverso Secret Necklace © Jaeger-LeCoultre 

#Jaeger-LeCoultre – Reverso Secret Necklace

Mit der Reverso Secret Necklace interpretiert Jaeger-LeCoultre eine ihrer bekanntesten Ikonen auf ungewöhnliche Weise neu. Die ursprünglich 1931 entwickelte Reverso, berühmt für ihr Wendegehäuse, wird hier nicht am Handgelenk getragen, sondern als aufwendig gefertigtes Sautoir. Die lange Halskette, die hohe Uhrmacherkunst, Schmuckhandwerk und seltene Kunstfertigkeiten miteinander verbindet, bleibt den historischen Codes der Kollektion treu, überführt sie jedoch in ein feminines Schmuckobjekt. Das einstige schwarze Textilarmband früher Reverso-Modelle wurde zu einer beweglichen Kette aus polierten Onyxperlen und diamantbesetzten Gliedern weiterentwickelt. Zwei zusätzliche Onyx-Anhänger verstärken den Art-déco-Charakter, der seit jeher eng mit der Reverso verbunden ist. Besonderheit der Kreation bleibt die verborgene Zeitanzeige: Erst durch das Drehen des Gehäuses offenbart sich das Zifferblatt. Der Aufwand hinter der Fertigung ist enorm. Allein das Fassen der zahlreichen Diamanten erfordert mehr als 300 Stunden Handarbeit im Atelier der Métiers Rares von Jaeger-LeCoultre. Die Arbeit an den filigranen Kettengliedern zählt zu den anspruchsvollsten Disziplinen des Edelsteinbesatzes, da jedes einzelne Element präzise bearbeitet werden muss. Im Inneren arbeitet das Handaufzugskaliber 846 mit 93 Komponenten, das speziell für die rechteckige Form der Reverso entwickelt wurde. Damit bleibt die Reverso Secret Necklace trotz ihres juwelenhaften Auftritts eine echte mechanische Uhr und unterstreicht den Anspruch der Maison, ästhetische Raffinesse niemals von uhrmacherischer Substanz zu trennen. 

Chanel – Première Collier Chaîne Iconique, luxuriöse Halskette mit Uhr
Chanel – Première Collier Chaîne Iconique © Chanel 

#Chanel – Première Collier Chaîne Iconique

Ebenfalls um den Hals getragen wird das Première Collier Chaîne Iconique von Chanel, mit dem eines der prägendsten Designmerkmale des Hauses direkt in die Uhrmacherei überführt wird. Die lange Kette aus gelbvergoldetem Edelstahl, durchflochten mit schwarzem Leder, greift bewusst die ikonischen Schulterketten der berühmten Handtaschen auf und verwandelt die Uhr in ein Schmuckstück, das weit über die klassische Funktion eines Zeitmessers hinausgeht. Die Gestaltung bleibt dabei eng mit der Geschichte der Première verbunden. Als erste Uhr von Chanel orientierte sich die ursprüngliche Première an den architektonischen Linien des Place Vendôme in Paris und den Codes des Hauses. Die Collier Chaîne Iconique interpretiert diese Idee neu: Das kleine Gehäuse misst lediglich 26,1 mal 20 Millimeter, das schwarz lackierte Zifferblatt verzichtet vollständig auf Indizes oder Zahlen und setzt auf eine minimalistische Ästhetik. Im Inneren arbeitet ein hochpräzises Quarzwerk für die Stunden- und Minutenanzeige. Besagte Referenz zeigt exemplarisch, wie Chanel Uhrmacherei versteht: nicht primär als Ausdruck technischer Überbietung, sondern als Erweiterung der eigenen Designwelt. Für 11.000 Euro ziert sie auch den eigenen Hals.

Cartier – Purse Watch, goldene Vintage-Taschenuhr

Cartier – Purse Watch

© Sotheby`s

#Cartier – Purse Watch

Objekte wie diese außergewöhnliche Cartier-Purse-Watch aus den 1950er-Jahren zeigen eine heute beinahe vergessene Facette der Uhrmacherkunst. Zeitmesser, die ebenso Objekt, Schmuckstück und mechanisches Spielzeug sind, gibt es heute nur noch sehr selten. Die rechteckige Uhr aus 18-karätigem Gelbgold besitzt ein fein graviertes Korbgeflechtmuster und verbirgt ihr Zifferblatt zunächst hinter einer schiebbaren Abdeckung. Erst beim Öffnen springt das innenliegende Gehäuse federunterstützt in eine angewinkelte Position und verwandelt sich in eine kleine Tischuhr, die sich ideal auf einem Schreibtisch oder Nachttisch ablesen lässt. Die Konstruktion greift eine Gestaltungsidee auf, die insbesondere in den späten 1920er- und 1930er-Jahren populär wurde. Während Armbanduhren zunehmend an Bedeutung gewannen, entstanden Purse Watches als elegante Alternative, oft ausgestattet mit überraschenden Mechanismen, verschiebbaren Deckeln, Klappsystemen oder drehbaren Schutzgittern. Solche Modelle dienten nicht allein der Zeitanzeige, sondern waren Ausdruck von Individualität, technischem Einfallsreichtum und luxuriösem Lebensstil. Das silberfarbene Zifferblatt mit schwarzen radialen römischen Ziffern, Eisenbahn-Minuterie und gebläuten Zeigern trägt klassische Cartier-Codes. Für Antrieb sorgt ein Uhrwerk von Jaeger-LeCoultre mit Genfer Streifen, Ankerhemmung und fein veredelten Komponenten. Regelmäßig tauchen solch interessante Modelle bei Auktionen auf – es lohnt als, Ausschau zu halten.

Shinola – Elijah McCoy Mechanic Pocket Watch, schwarze Taschenuhr

Shinola – Elijah McCoy Mechanic Pocket Watch

© Shinola 

#Shinola – Elijah McCoy Mechanic Pocket Watch

Mit der Elijah McCoy Mechanic Pocket Watch würdigt Shinola einen der bedeutendsten afroamerikanischen Erfinder des 19. Jahrhunderts. Elijah McCoy wurde durch seine Entwicklungen für die Eisenbahnindustrie bekannt, insbesondere durch ein automatisches Schmiersystem für Lokomotiven, dessen Qualität so geschätzt wurde, dass daraus die Redewendung „The Real McCoy“ entstand. Genau dieses Erbe greift Shinola im Rahmen der „Great Americans Series“ auf und übersetzt es in eine moderne Taschenuhr. Gestalterisch orientiert sich der Zeitmesser an klassischen Dampflokomotiven. Ein matt schwarzes Gehäuse trifft auf goldfarbene Akzente und rote Details, die bewusst industrielle Ästhetik mit nostalgischen Einflüssen verbinden. Der Durchmesser von 45 Millimetern verleiht der Taschenuhr Präsenz, während ein Sichtboden die Mechanik des Handaufzugswerks SW210-1 offenlegt und den technischen Charakter zusätzlich betont. Ergänzt wird die Uhr durch eine schwarze Edelstahlkette und einen individuell gefertigten Holzständer, wodurch sie nicht nur getragen, sondern ebenso als dekoratives Objekt genutzt werden kann. Die Elijah McCoy Mechanic Pocket Watch ist damit weniger eine klassische Neuinterpretation historischer Taschenuhren als vielmehr eine Hommage an Ingenieurskunst und kulturelles Erbe. 

Sage & Saber – Gold Watch Drop Earrings, goldene Uhren-Ohrringe

Sage & Saber – Gold Watch Drop Earrings

© Sage & Saber 

#Sage & Saber – Gold Watch Drop Earrings

Wem Handgelenk oder Hosentasche als Trageorte zu langweilig erscheinen, der kann mithilfe eines Piercing-Termins und den Gold Watch Drop Earrings von Sage & Saber zeigen, wie weit sich die klassische Idee der Uhr inzwischen von ihrer ursprünglichen Funktion entfernt hat. Die Ohrringe kombinieren kleine goldfarbene Uhrengehäuse mit baumelnden Herzanhängern. Gefertigt werden die Anhänger aus einer Mischlegierung, ergänzt durch hypoallergene, blei- und nickelfreie Ohrhaken. Für rund 70 Euro weiß zumindest der Gesprächspartner immer, wie spät es ist.

 

Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Bye bye Labubu und Hermès-Anhänger: Ab jetzt ziert die Royal Pop von Swatch Taschen und Co.

 

 

ausgefallene Uhren Swatch Group Swatch Audemars Piguet Audemars Piguet Royal Oak Chanel Cartier

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